Kino für Blinde

In Deutschland ist die App «Greta» eingeschlagen: Schon bei 165’000 Kinobesuchen haben Blinde sie seit 2014 eingesetzt, um Filme barrierefrei wahrzunehmen. Nun ist die Applikation auch in der Schweiz erhältlich.Durch das kostenlose Tool hören Blinde alles, was ihnen im Kino entgeht: Handlungen, Mimik und Schauplätze werden per Audiodeskription (Bildbeschreibung) wiedergegeben. Sie benötigen dazu bloss ein Smartphone und einen Kopfhörer. Das bedeutet nicht nur ein viel eingehenderes Filmerlebnis; zum ersten Mal steht auch dem gemeinsamen Kinobesuch von Blinden und Sehenden nichts mehr im Weg. Bislang sind 131 Filme durch «Greta» zugänglich, auch über DVDs und Fernseher.Die Organisation «Regards Neufs» ergänzt die App monatlich durch weitere Filme. Sie sorgt für die Schweizer Verbreitung des innovativen Tools, das 2014 in Deutschland herauskam. Auch das Bundesamt für Kultur unterstützt das Vorhaben: Seit Juli 2016 müssen alle von ihm finanzierten Filme ab Premiere mit Audiodeskription laufen.In Kürze ermöglicht «Regards Neufs» auch Schweizer Gehörlosen einen lohnenswerten Kinobesuch: Mithilfe der App «Starks» und einer Datenbrille, die Untertitel zu dramaturgischen Umgebungsgeräuschen einblendet.So funktionierts
regardsneufs_app
Im Kino«Ma vie de Courgette», nominiert für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film, läuft ab 16. Februar in den Kinos. Ab dann soll auch «Greta» durchstarten. Um die App anzukurbeln, bekommen Blinde und ihre Begleitperson ein Gratis-Ticket für alle Filme der Kinos Pathé und Arena. Das Angebot «Zwei für Eins» will «Regards Neufs» demnächst auf alle Schweizer Kinos ausweiten.Die drei Vorpremieren finden an folgenden Daten statt:- Zürich: Mittwoch, 8. Februar 2017, um 16:30 Uhr im Kino Riffraff– Basel: Samstag, 11. Februar 2017, um 14:00 Uhr im kult.kino– Bern: Sonntag, 12. Februar 2017, um 14:30 Uhr im Quinnie cineCamera

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