1. Mobile hat Desktop in den USA im letzten Jahr überholt und es wird damit gerechnet, dass Digital Advertising in 2017 Fernsehwerbung überholtAuch im deutschsprachigen Raum nimmt Mobile Advertising eine immer wichtigere Rolle ein. Laut einer statista Expertenumfrage werden digitale Werbebudgets zunehmend weg vom Display und hin zur Werbung auf mobilen Endgeräten verlagert. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass hier die Nutzung von Adblockern noch weniger weit verbreitet ist. Werbetreibende entwickeln neue Strategien für einen effizienten Marketing-Mix, in dem einige der klassischen Gattungen im direkten Vergleich zwar an Relevanz verlieren, aber insgesamt immer noch wachsen. Das gilt sowohl für Mobile und Desktop, als auch für Digital und TV.Auch die Schweiz ist ein Mobile-Land, wie ein Blick auf die aktuellen Nutzungszahlen von NET-Metrix verrät. Bei den grössten Traffic-Ownern wie 20 Minuten, Le Matin oder Ticino Online entfallen durchschnittlich 80 bis 90 Prozent der gesamten digitalen Nutzung auf Smartphones und Tablets. Die Relevanz von Desktop schwindet stetig.2. Mobile wird weiterwachsenAuch dieser Trend ist in Deutschland zu beobachten – die Anzahl der Nutzer, die über mobile Endgeräte erreichbar sind, steigt kontinuierlich – wenn auch zuletzt etwas langsamer. Die Zeit, die die jeweiligen Nutzer auf dem mobilen Endgerät verbringen steigt hingegen weiterhin rasant. Laut einer Studie aus 2016 nehmen die Nutzer im Schnitt 1.500 Mal die Woche ihr Smartphone zur Hand, das sind 214 Mal pro Tag. Je mehr Aufmerksamkeit einem Medium zu Teil wird, desto mehr Budget fließt meist auch in die Buchung von Werbemitteln über diesen Kanal. Daher lässt sich auch für den deutschen Markt ein weiterhin großes Potenzial für Mobile ablesen.Auch in der Schweiz wächst der Anteil im Vergleich zur Desktop-Nutzung weiter und umfasst mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Internetbesuche. Insgesamt erfolgt in der Schweiz fast jeder zweite Webbesuch über ein Device von Apple.3. Das Duopol Google & Facebook wird in den USA immer stärkerZu diesem Thema bleibt abzuwarten, wie sich die Umsetzung der neuen Datenschutzgrundverordnung für Europa auf das Geschäftsmodell beider Unternehmen auswirkt. Tendenziell ist meine Vermutung (und meine Hoffnung), dass die neuen Richtlinien nicht nur Vorteile für Privatpersonen, sondern auch für alle anderen Akteure des Marktes schaffen werden, die sich für Transparenz, Nutzerfreundlichkeit und eine Datenschutz-konforme Umsetzung von Onlinewerbung stark machen. Einige Anbieter werden vermutlich ganz vom Markt verschwinden, während für andere etwas mehr vom Kuchen bleibt. Die Marktmacht dieser zwei Giganten ist natürlich auch im deutschsprachigen Raum weiterhin groß.4. Google & Facebook orientieren sich stärker Richtung E-CommerceBeide Unternehmen haben kürzlich Marketingtools auf den Markt gebracht, die nahelegen, dass sie den Bedürfnissen der Nutzer nachgehen, Dienstleistungen und Artikel direkt dort zu erwerben, wo sie auf sie aufmerksam werden, sei es bei Google Search, Pinterest oder Facebook. Bei Entwicklungen dieser Art sind deutsche Verbraucher sowohl im Europa- als auch im internationalen Vergleich meist etwas konservativer veranlagt. Dennoch wird auch hier eine stärkere Hinwendung zu E-Commerce Angeboten spürbar, von der Google & Facebook sicherlich profitieren möchten.5. Die Beliebtheit von Adblockern wächst rasant – besonders auf MobileIn Deutschland war bis zum vierten Quartal 2016 eine Abnahme der Nutzung von Adblockern zu beobachten (Von 21,53 % in Q4 2015 zu 17,04 % in Q4 2016). Im letzten Quartal ist die Nutzung jedoch wieder ein wenig angestiegen. Im Bereich Mobile planen 15 Prozent der Nutzer mobiler Endgeräte in den nächsten 12 Monaten einen Adblocker zu installieren.Laut der Studie Digital News Report 2016 blocken in der Schweiz 20 Prozent der Nutzer Online-Werbung. Ein Drittel sind unter 35-jährige. Die Mehrzahl der Nutzer blockt Werbung auf ihrem Lap- oder Desktop, eine von zehn Personen auch auf dem Smartphone.6. Durch Geo-Targeting erreicht man mehr In-Store VisitsDurch Geo-Targeting von Werbung wurde im Fall von Google (location-tagging) im Jahresvergleich 2016 zu 2017 ein fünfmal höheres in-store Besuchsvolumen verzeichnet. Durch die Kooperation von Uber und Foursquare konnten die Uber-Fahrten der Nutzer verfolgt und die physischen Besuche in Destinationen am Zielort gesteigert werden. In Deutschland gibt es restriktivere Voraussetzungen für die Aussteuerung ortsbezogener Werbung. Entweder die Nutzer müssen der Verwendung ihrer Standortdaten explizit zustimmen oder der Werbetreibende muss auf nicht-personenbezogene (also anonyme) Daten für die Aussteuerung zurückgreifen. Das hat wiederum zum Nachteil, dass dann lediglich der Standort des Nutzers vorliegt, aber keine Informationen zur Demographie und den Interessen, sodass man Gefahr läuft redundante Werbung anzuzeigen und dadurch das Gegenteil zu erzielen: weniger In-Store Visits.7. User-generated Content sorgt für mehr EngagementAmerikanische Unternehmen wie Snapchat konnten durch die Verbknüpfung von Anzeigenformaten und User-generated Content (also Inhalten, die durch den Nutzer selbst erstellt werden) eine 6,9fach höhere Engagement-Rate erreichen, als mit Inhalten, die von der Marke selbst erstellt wurden. Durch neue und fortschrittliche Bilderkennungsalgorithmen könnte diese Entwicklung noch weiter vorangetrieben werden.