Der Weg ins digitale Zeitalter führt für KMU nicht über Social Media

Kürzlich gefragt, ob ein kleineres und mittleres Unternehmen Social Media braucht, war meine Antwort kurz und bündig: Nein. Die richtige Antwort wäre natürlich gewesen, «es kommt darauf an». Aber die Kurzantwort bleibt trotzdem «nein»: Social Media mag in aller Munde sein und von der Mehrheit der Bevölkerung genutzt werden, für KMUs gibt es trotzdem wichtigere Aktivitäten, um erfolgreich im digitalen Zeitalter zu kommunizieren.Social Media ist heute so omnipräsent und gehyped, dass sich viele KMU-Inhaber fragen, ob sie den Trend auch mitmachen müssten.

Zuerst die Hausaufgaben machen

Ich empfehle, zuerst einmal auf das heutzutage wichtigste Kommunikationsmittel zu schauen, die eigene Website. Wenn die nicht die aktuellsten Informationen enthält, nicht Mobile-tauglich ist oder nicht unter https läuft, dann sind zuerst hier die Hausaufgaben zu machen.Das sollte sowieso fast jede Firma tun. In fast allen Fällen. Von wegen «es kommt darauf an»…

Nur der allerbeste Inhalt wird gefunden

Wer seine Inhalte nicht in die obersten Positionen von Googles Trefferliste bringt, braucht auch keinen Social Media Auftritt. Der wäre ja dann auch nicht gut genug gepflegt. Firmen ohne eigene Marketingabteilung brauchen sich über Social Media nicht den Kopf zu zerbrechen. Offenbar funktionierte die Promotion der Produkte oder Dienstleistungen bisher ja auch ohne?Um Social Media erfolgreich zu betreiben, sind nicht nur laufend interessante und attraktiv aufbereitete Inhalte nötig. Es braucht auch gut geschultes und strategisch denkendes Personal: – Was soll mit dem Social Media Auftritt erreicht werden? – Welches ist der dafür bestgeeignete Kanal? – Für welche Zielgruppe? – Mit welcher Botschaft? – Und wie misst man Erfolg, um die Kosten für den weiteren Betrieb zu rechtfertigen?

Social Content muss promotet werden – und das kostet Geld!

ein monatliches Mindestbudget von CHF 1’000.- für die Promotion von Social Content. kann man bei Facebook heute damit rechnen, dass nur 1-2% der Fans Firmeninhalte sehen werden. Um einen Klick zu provozieren, muss man in der Schweiz mit ca. CHF 0.75 kalkulieren. Um einen Like zu erhalten, muss man mit ca. CHF 1.30 rechnen, wobei Likes von älteren Lesern eher mehr kosten und Frauen eher teurer zu erreichen sind als Männer.Social Media zu betreiben, verursacht also nicht nur Kosten für Konzept und Inhaltebeschaffung, es bedeutet auch Personalkosten und Werbekosten.

Immer weniger Referral Traffic …

Dazu kommt, dass einem die Plattform nicht gehört und der Anbieter die Regeln nach eigenem Gutdünken anpasst. So kürzlich geschehen bei Facebook im Anschluss an diverse Datenskandale: Viele Facebook E-Commerce Betreiber verloren über Nacht ihre Geschäftsgrundlage. .Da bestätigt sich der Verdacht, dass es nicht besonders clever ist, sein Business auf der Basis fremder Technologie aufzubauen. über den Zustand der Dienste nicht mehr erreichen und aktualisieren…Es ist nicht auszudenken, was passiert, wenn Google ein paar Stunden ausfällt?

Influencer Marketing: Mit grösster Vorsicht zu geniessen

: Die üblichen Verdächtigen wie Facebook, Instagram, Pinterest, Snapchat oder Twitter halte ich für kleine und mittlere Unternehmen allesamt für ineffizient. Die eignen sich erst ab grösseren Personal- und Werbeinvestitionen. halte ich im Schweizer KMU-Umfeld übrigens für noch weniger effizient und nur in bestimmten Branchen wie Beauty, Lifestyle oder Tourismus für tauglich.

LinkedIn oder Xing lohnen sich

Aber LinkedIn oder in gewissen Branchen auch Xing halte ich bei KMUs für allenfalls interessante Kanäle: Das Bespielen des Profils kann vom KMU-Geschäftsführer mit vertretbarem Aufwand selber geleistet werden, die Resultate sind oft erstaunlich gut. Auch für Stellenausschreibungen eignen sich diese Plattformen gut., warum man sich nicht bei Social Networks «einmieten» sollte, sondern eine eigene Plattform braucht. Gut gebrüllt, Löwe!* Walter Schärer befasst sich seit den Anfängen des WWW mit Themen rund um Online und Content Marketing. Den Internet-Hype von 1998-2000 und den anschliessenden Crash 2001 hat er als Consultant in einer Web-Agentur hautnah miterlebt. Danach leitete er während 15 Jahren die Internetabteilungen mehrerer Schweizer Konzerne. Seit 2017 ist der Internet-Pionier wieder zurück auf der Agenturseite als Director Marketing & Business Development bei BlueGlass Interactive in Zürich. In seiner MK-Kolumne ordnet er in loser Zeitabfolge Internettrends ein und gibt seine Meinung dazu ab.

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