Champagner-Index Schweiz: Wirtschaftsstimmung kühlt sich ab

Der Champagner-Index Schweiz von Marketagent zeigt eine verhaltene Konjunkturstimmung. Der Füllstand im Champagner-Glas sank von 68,3 Prozent im März 2025 auf 62,7 Prozent im März 2026. Trotz der Abkühlung blicken knapp 74 Prozent der befragten Unternehmen optimistisch in die Zukunft und würden in ihr eigenes Unternehmen investieren.

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Quelle: zvg

Die wirtschaftliche Stimmung in der Schweiz hat sich eingetrübt. Das zeigt der aktuelle Champagner-Index Schweiz, den Marketagent im April 2026 veröffentlicht hat. Für die Studie wurden 103 Unternehmen befragt, wie voll sie das Champagner-Glas der aktuellen Wirtschaftslage einschenken würden. Das Ergebnis: Der Füllstand liegt bei 62,7 Prozent – ein Rückgang von 5,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr (68,3 Prozent).

Geopolitische Spannungen belasten die Stimmung

Roland Zeindler, Geschäftsführer der Marketagent Schweiz, ordnet den Rückgang ein: «Der Rückgang ist in erster Linie Ausdruck eines anspruchsvollen internationalen Umfelds. Geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten, das Zins- und Inflationsumfeld sowie der technologische Wandel setzen Unternehmen derzeit auf mehreren Ebenen gleichzeitig unter Druck. Die etwas verhaltenere Stimmung ist daher weniger als Einbruch, denn als Normalisierung nach den optimistischeren Erwartungen der Vorjahre zu lesen.»

Im Vergleich zu Österreich zeigt sich die Schweiz dennoch deutlich optimistischer: Während Schweizer Unternehmen das Glas zu 62,7 Prozent füllen würden, liegt der Wert in Österreich bei nur 46,7 Prozent.

Verhaltene Erwartungen für die kommenden zwölf Monate

Bei der Frage nach dem passenden Getränk für die wirtschaftliche Gesamt-Entwicklung der nächsten zwölf Monate wählten nur 9,7 Prozent der Befragten Champagner – deutlich weniger als im Vorjahr (12 Prozent). Die Mehrheit entschied sich für Sekt oder Wein (39,8 Prozent) sowie Fruchtsaft (31,1 Prozent). Immerhin 12,6 Prozent griffen zu stillem Wasser, 6,8 Prozent zu Vodka – sie wollen vergessen.

Trotz der verhaltenen Gesamtstimmung zeigen sich viele Unternehmen selbstbewusst: 16,5 Prozent sehen sich im Konkurrenzvergleich auf der Bühne, wo sie den Ton angeben. Weitere 24,3 Prozent verorten sich in der VIP-Loge und gehören zu den Besten. Insgesamt 25,2 Prozent spielen in der ersten Reihe vor der Bühne mit.

Mehrheit würde in eigenes Unternehmen investieren

Ein starkes Signal für das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit: 73,8 Prozent der Befragten würden Aktien ihres eigenen Unternehmens kaufen – wobei 35,9 Prozent dies «auf jeden Fall» tun würden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 82 Prozent. Bei der Performance-Erwartung für die kommenden zwölf Monate vergaben 49,5 Prozent eine Bewertung zwischen 61 und 80 Punkten auf einer Skala von 0 bis 100, wobei 100 einem Oscar entspricht.

Die Studie zeigt auch: Entscheidungen werden in Schweizer Unternehmen mit durchschnittlich 171 Kilometern pro Stunde getroffen – etwas langsamer als im Vorjahr (177 km/h). Die Qualität dieser Entscheidungen bewerten 68 Prozent mit vier oder fünf Sternen in einer fiktiven Google-Rezension.

Michelle Obama als Wunsch-Beraterin

Auf die Frage, welche Persönlichkeit die Befragten in ein Advisory Board aufnehmen würden, führt Michelle Obama mit 30,1 Prozent klar vor Bill Gates und Jeff Bezos (je 8,7 Prozent). Der Dalai-Lama folgt mit 7,8 Prozent, Carsten Maschmeyer und Elon Musk erreichen je 6,8 Prozent beziehungsweise 4,9 Prozent.

Für den Champagner-Index Schweiz befragte Marketagent zwischen dem 31. Dezember 2025 und dem 25. März 2026 insgesamt 103 Unternehmen via Online-Interviews. Die Stichprobe umfasst verschiedene Branchen und Unternehmensgrössen, wobei 62,1 Prozent aus dem Dienstleistungssektor stammen. 33 Prozent der Befragten arbeiten in Grossbetrieben oder Konzernen ab 250 Mitarbeitenden.

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