Nahkampfshopping ist wieder in

Die jüngste W3B-Studie von Fittkau & Maass stellt eine sinkende Begeisterung für Onlineshopping fest

Die jüngste W3B-Studie von Fittkau & Maass stellt eine sinkende Begeisterung für Onlineshopping festVon Clemens HöerlerDie Lust am E-Commerce unter den deutschsprachigen Internetnutzern sinkt. Dafür sind etwa
20 Prozent bereit, für Online-Inhalte zu bezahlen. Vor allem Printwerbung spielt für das Auffinden von Websites eine wichtige Rolle. Zu diesen Ergebnissen kommt die 12. WWW-Benutzer-Analyse W3B von Fittkau & Maass, Hamburg.
Seit dem Frühjahr 1996 ist bei deutschsprachigen Internetnutzern die Bereitschaft, online einzukaufen, erstmals rückläufig. Gemäss der Internetstudie W3B des Hamburger Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maass GmbH gaben im April und Mai 2001 nur noch 52,9 Prozent der Befragten an, im nächsten Halbjahr online einkaufen zu wollen. Im Herbst 2000 waren es noch 64,1 Prozent, im Frühjahr 2000 55,3 Prozent gewesen. Der Anteil der Personen, die nicht im Web einkaufen möchten, ist hingegen gestiegen.
Grösstes Hemmnis beim Internetkauf ist das mangelnde Vertrauen der Konsumenten. Vor allem für Internetneulinge spielt die Sicherheit bei der Übertragung der Daten und im Zahlungsverkehr eine grosse Rolle. Diese Bedenken nehmen bei erfahrenen Internetbenützern zwar ab, nicht aber die Bedenken, dass Shopbetreiber persönliche Daten an Dritte weiterleiten könnten.
E-Commerce-Betreiber stehen also vor der Herausforderung, das Vertrauen ihrer Kunden zu festigen, wobei es Anbieter, die man schon aus der Offlinewelt kennt, etwas einfacher haben.
Die W3B-Studie widmet sich auch der Bedeutung der Werbung fürs Internet. Diese ist für das Auffinden von Webites von grosser Bedeutung. Wichtiger sind lediglich Suchmaschinen und Webverzeichnisse sowie
die Mund-zu-Mund-Propaganda (siehe Grafik). Innerhalb der Werbung sind offensichtlich Printanzeigen die wichtigste Orientierungshilfe. Deutlich weniger Personen gaben an, dass Onlinewerbung sie zum Besuch einer Website motiviert hat.
Rund 20 Prozent würden für Content bezahlen
Interessant ist vor allem ein Vergleich der einzelnen Medien: Offensichtlich kommt der Werbung eine grössere Bedeutung für das Auffinden von Websites zu als den redaktionellen Beiträgen im gleichen Medium.
Diese Resultate täuschen allerdings nicht darüber hinweg, dass für viele Websitebetreiber die Finanzierung nur über Werbung schwieriger geworden ist. Vereinzelt wird deshalb bereits über die Einführung kostenpflichtiger Services und Inhalte diskutiert. Manche Beobachter zeigen sich skeptisch, ob sich den verwöhnten Internetnutzern überhaupt Inhalte in grösserem Mass verkaufen lassen. Die W3B-Studie gibt aber Anlass zur Hoffnung. Immerhin ein Drittel aller Befragten geben an, dass sie bereit wären, für bestimmte Onlineservices oder -inhalte zu bezahlen. 51 Prozent lehnen dies strikt ab.
Vorab Webpublisher dürften sich darüber freuen, dass 19 Prozent der Internetbenützer offensichtlich gewillt sind, für hochwertige, aktuelle Informationen, Daten oder Nachrichten zu bezahlen.
daten per onlineformular erhoben

Für die 12. WWW-Benutzer-Analyse W3B wurden im Frühjahr 87528 deutschsprachige Internetuser aus Deutschland (91,5 Prozent), Österreich
(4,7 Prozent), der Schweiz (1,4 Prozent) und anderen Ländern per Onlineformular befragt. Das Sampling erfolgte im Active-Sampling/Pop-Up-Verfahren (Zufallsziehung des x-ten Besuchers), unterstützt durch Hyperlinks und Bannerwerbung. An der Studie waren über 70 Unternehmen mit 220 Websites beteiligt.

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