Atupri ein neuer Name

Die Krankenkasse der SBB tritt mit eigenwilligem Namen und neuem Erscheinungsbild auf

Die Krankenkasse der SBB tritt mit eigenwilligem Namen und neuem Erscheinungsbild aufVon Anita Vaucher Die Krankenkasse SBB hat sich sukzessive vom Mutterhaus abgenabelt und ist zum eigenständigen Unternehmen geworden. Deshalb erhält sie jetzt einen neuen Namen und ein markantes Erscheinungsbild.
Atupri lautet der neue Name der ehemaligen Beriebskrankenkasse, die einst nur den Mitarbeitern der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) offen stand. Der Name überrascht und löst da und dort vielleicht auch Kopfschütteln aus. Jedenfalls liegt er ganz im Trend von Axpo, Novartis und anderen neuen Begriffsschöpfungen, hinter denen traditionsreiche Schweizer Unternehmen stehen, an deren ursprüngliche Namen man sich aber nicht mehr erinnert.
Die Namensschöpfung basiert auf dem Credo der Krankenkasse «Qualität à tout prix». Dabei versteht sich die Kasse keineswegs als Billigkasse, die mit extrem günstigen Prämien lockt. Das Branding sei heute in der Schweiz viel wichtiger geworden als noch vor fünf Jahren, meint dazu Lahor Jakrlin von der Agentur Fruitcake.
Mehr als nur gerade neue Visitenkarten drucken
Die Berner Agentur hat das Mandat vor anderthalb Jahren paradoxerweise gerade deshalb erhalten, weil sie dem Kunden, also der SBB-Krankenkasse, genau das offerierte, was dieser nicht wollte. Geraten wurde dem Unternehmen, zuerst die Corporate Identity zu definieren, bevor die Strategie erarbeitet und nach einem neuen Namen gesucht wird.
Es handelte sich dabei nicht bloss um das Auswechseln des Briefkopfs oder des Neudrucks von Visitenkarten. Mit der Namensänderung sollten eine neue Unternehmensidentität und -philosophie entwickelt und umgesetzt werden. Erschwerend kam hinzu, dass mit SBB einer der stärksten Markennamen der Schweiz ersetzt werden musste.
Eine spezielle Arbeitsgruppe, die Task Force Future, evaluierte die bestehenden und künftigen Grundwerte. Einbezogen wurden ebenfalls die Mitarbeiter, die in Workshops schrittweise auf das neue Erscheinungsbild vorbereitet wurden. Ziel des Unterfangens war die Neulancierung der Krankenkasse SBB mit neuer Marke und Erscheinungsbild – oder andersherum gesagt das Rebranding der Krankenkasse. Obwohl das neue Erscheinungsbild rund 150 Mitarbeitern bereits am 5. November letzten Jahres vorgestellt wurde, hielten diese dicht bis zur offiziellen Bekanntgabe vergangene Woche.
Um auch wirklich nichts anbrennen zu lassen, hat die Agentur Fruitcake im vergangenen Herbst ausserdem innerhalb von zwei Monaten von 17 möglichen Namen sechs Favoriten beim Amt für geistiges Eigentum deponiert. Gleichzeitig wurden drei Miniunternehmen gegründet und im Handelsregister eingetragen. Damit sollten böse Überraschungen unterbunden und die Bahn für die definitive Namensgebung freigemacht werden.
Gezielte Produkte- und Unternehmenskommunikation
Die im Jahr 1910 gegründete Betriebskrankenkasse der SBB wurde 1995 im Zuge der Revision des Krankenversicherungsgesetzes in eine Stiftung umgewandelt. Damit öffnete sich die Krankenkasse dem gesamten Schweizermarkt und wurde allen Versicherungsnehmern zugänglich. Anfang dieses Jahres zählte die Kasse über 110000 Versicherte und wies ein Prämienvolumen von 277 Millionen Franken aus. Von den Zeitschriften Beobachter und K-Tipp wurde sie zudem im letzten Jahr zur Krankenkasse des Jahres gewählt.
Inskünftig soll die Produkte- und Unternehmenskommunikation gezielt und differenziert auf die verschiedenen Märkte und Zielgruppen eingehen und den neuen Namen breitenwirksam kommunizieren. Anfang April wird eine entsprechende Imagekampagne lanciert.

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