DMEXCO 2026: Was Branchenexpert:innen wirklich erwarten

Fünf Marketingexpert:innen von Permutive, One Tech Group, StackAdapt, addfame und Seedtag erläutern, welche Diskussionen rund um KI, Retail Media und Programmatic Advertising auf der DMEXCO in Köln geführt werden müssen.

Stephan Fehske (addfame) erwartet KI-Professionalisierung bei DMEXCO. Quelle: zvg

Unter dem Motto «Scaling Intelligence» stellt die diesjährige DMEXCO den Wertschöpfungsbeitrag von Künstlicher Intelligenz in den Mittelpunkt. Welche DMEXCO 2026 Trends aus Branchensicht ganz oben auf der Agenda stehen und welche Debatten in Köln geführt werden müssen, erläutern fünf Marketingexpert:innen von Permutive, One Tech Group, StackAdapt, addfame und Seedtag.

KI-Integration bei Publishern skalieren – Aline Zenses (Permutive)

Aline Zenses fordert bessere KI-Integration bei Publishern. Quelle: zvg

Aline Zenses, Managing Director DACH bei Permutive, sieht im DMEXCO-Motto «Scaling Intelligence» einen Nerv der Zeit getroffen. Publisher, die KI bereits in ihre Systeme und Prozesse integriert haben, erzielten bessere Ergebnisse und arbeiteten zugleich effizienter, heisst es in ihrer Stellungnahme. Jetzt gelte es, diese Fortschritte in die Breite zu tragen. Je stärker KI in die Prozesse von Publishern eingebunden werde, desto höher würden die Anforderungen an Datenorchestrierung, Zusammenarbeit und skalierbare Technologien. Zenses erwartet auf der DMEXCO praxisnahe Diskussionen darüber, wie Adtech mehr Publisher dabei unterstützen könne, ihre KI-Fähigkeiten auszubauen, messbaren geschäftlichen Mehrwert daraus zu schaffen und neue Modelle zu entwickeln, von denen das gesamte Open Web profitiere.

Retail Media und DOOH gewinnen weiter an Relevanz – Daniel Siegmund (One Tech Group)

Daniel Siegmund sieht Retail Media und DOOH im Aufwind. Quelle: zvg

Daniel Siegmund, Gründer und Managing Director der One Tech Group, erwartet, dass Retail Media und DOOH dieses Jahr deutlich an Relevanz gewinnen – was sich bereits im DMEXCO-Programm mit dem Retail & Commerce Media Summit und dem DOOH Summit widerspiegle. Für den DOOH-Bereich nennt er programmatische, in Echtzeit aussteuerbare Buchung sowie Attention Metrics und Brand Safety als Qualitätsmassstab als wichtigste Impulse. Bei Instore Retail Media sieht er den Trend zu planbaren, datengetriebenen und skalierbaren Buchungsmodellen, die sich direkt über Sales-Daten messen lassen und gleichzeitig hohe Awareness erzeugen sollen.

KI verändert Werbelandschaft und Agenturrolle – Omid Madani Rascado (StackAdapt)

Omid Madani Rascado sieht KI-Einfluss auf Werbelandschaft. Quelle: zvg

Omid Madani Rascado, Agency Lead DACH bei StackAdapt, beleuchtet gleich drei Schwerpunkte. Er erwartet, dass die DMEXCO in diesem Jahr besonders deutlich mache, wie stark KI-gestützte Umgebungen bereits die Werbelandschaft veränderten. Für Marken und Agenturen werde es entscheidend sein, neue Formate wie ChatGPT Ads nicht isoliert zu betrachten, sondern sie strategisch in den gesamten Media Mix einzubetten. Gleichzeitig werde KI viele operative Aufgaben in Targeting, Optimierung, Kreation und Reporting weiter automatisieren – wodurch sich die Rolle von Media-Agenturen zunehmend hin zu strategischer Beratung, kanalübergreifender Orchestrierung und der Übersetzung technologischer Möglichkeiten in konkrete Business-Resultate verschiebe. Zudem sieht er im Open Internet weiterhin grosse Wachstumschancen, weil dort Daten, Kreativität und fragmentierte Kanäle flexibler zusammengeführt werden könnten. Independent Programmatic Platforms böten Advertisern dabei mehr Transparenz, Kontrolle und Anpassungsfähigkeit als geschlossene Ökosysteme.

Von Hype zu Professionalisierung – Stephan Fehske (addfame)

Stephan Fehske, Geschäftsführer bei addfame, erwartet von der diesjährigen DMEXCO eine gewisse Professionalisierung rund um das Thema KI. «Nachdem wir über Jahre im Hype-Modus unterwegs waren und jedes Tool und jede Disziplin massiv vom Einsatz von KI profitiert haben, werden wir nun erwachsen», so Fehske. Er stellt dabei konkrete Fragen in den Raum: ob KI viele Stellen einspare und ob Unternehmen innovativer und produktiver würden. Parallel dazu greife die Regulierung langsam in allen Facetten. Gleichzeitig erlebt er nach eigenen Aussagen eine Renaissance von Menschen und Creatorn, mit der er so nicht gerechnet hätte. Er sei gespannt, wie die Branche das für sich und ihre Kunden löse.

Kontextuelles Verstehen als Schlüssel zur Skalierung – Alexandra Doll (Seedtag)

Alexandra Doll über relevante Zielgruppen und Skalierung. Quelle: zvg

Alexandra Doll, Commercial Director Germany bei Seedtag, definiert Skalierung als das Erreichen relevanter Zielgruppen in ausreichender Grösse mit gleichbleibender Qualität in den richtigen Momenten. Aufmerksamkeit habe sich dorthin verlagert, wo Menschen wirklich bereit seien, mit Inhalten zu interagieren. Wer sich auf ein einzelnes Signal verlasse, stosse schnell an Grenzen. «Mehr Daten sind jedoch nicht automatisch besser», betont Doll. Erst wer verstehe, in welchem Moment sich Menschen befänden, was sie gerade bewege und wofür sie empfänglich seien, schaffe wirklich wertvolle Werbeerlebnisse. Als Beispiel nennt sie zwei Artikel übers Reisen, die dasselbe Kontextsignal liefern könnten – der eine wecke möglicherweise Vorfreude, der andere Unsicherheit. Auf der DMEXCO will Seedtag darüber sprechen, wie mithilfe von KI aus der Vielfalt an Signalen die richtigen Schlüsse gezogen werden können, um echte Verbindungen zu ermöglichen.

Mehr zur DMEXCO und ihrem Programm unter https://dmexco.com.

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