Automatenshops Schweiz: Gen Z kauft längst rund um die Uhr
Eine repräsentative Studie von Marketagent zeigt: Automatenshops gewinnen in der Schweiz an Bekanntheit und Akzeptanz – besonders bei jungen Konsument:innen. Doch die Bevölkerung wünscht sich klare Regeln.

Leerstehende Geschäftsflächen, veränderte Konsumgewohnheiten und der Wunsch nach flexiblen Einkaufsmöglichkeiten verändern den Schweizer Handel. Eine repräsentative Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent zeigt, dass Automatenshops Schweiz weit in der Bevölkerung bekannt sind und zunehmend genutzt werden – vor allem von der Generation Z.
Sorge über Leerstände in Innenstädten
Die Entwicklung vieler Ortszentren bereitet der Bevölkerung zunehmend Sorgen. 63 Prozent der Schweizer:innen haben den Eindruck, dass die Zahl leerstehender Geschäfte zunimmt, und 72 Prozent empfinden diese Entwicklung grundsätzlich als besorgniserregend. Die Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für leerstehende Geschäftsflächen wird damit immer wichtiger.
Für die Studie wurden 1.000 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung befragt. Die Erhebung erfolgte zwischen dem 30. April und dem 11. Mai 2026 mittels Online-Interviews über die Marketagent reSEARCH Plattform.
Hohe Bekanntheit, wachsendes Interesse bei Automatenshops Schweiz
88 Prozent der Befragten haben bereits von Automatenshops gehört – Geschäften ohne Personal, in denen Produkte rund um die Uhr aus Automaten bezogen werden können. 29 Prozent haben bereits selbst in einem solchen Shop eingekauft. Besonders offen zeigt sich die junge Generation: In der Generation Z liegt der Anteil der bisherigen Nutzer:innen bereits bei rund 40 Prozent. Zum Vergleich: Bei den Babyboomern beträgt dieser Wert lediglich 14 Prozent.
Flexibel und praktisch – aber nicht ohne Kritik
Der grösste wahrgenommene Vorteil liegt in der durchgehenden Verfügbarkeit: 64 Prozent gefällt, dass Automatenshops rund um die Uhr geöffnet sind. 57 Prozent sehen sie als praktische Lösung für Notfälle, etwa wenn dringend ein Produkt benötigt wird und klassische Geschäfte bereits geschlossen sind. Jede:r Vierte schätzt ausserdem die Zeitersparnis: 25 Prozent sehen darin eine Möglichkeit, Einkäufe rasch zu erledigen. Ebenfalls genannt werden die Möglichkeit, auch ausserhalb der Geschäftszeiten auf nichts verzichten zu müssen (rund 38 Prozent), sowie das Potenzial, regionale Produkte anzubieten (rund 21 Prozent).
Auf der anderen Seite gibt es deutliche Bedenken: Drohende Arbeitsplatzverluste im Handel werden von 46 Prozent als grösster Nachteil genannt. Mögliche technische Störungen sowie eine begrenzte Produktauswahl bemängeln je 41 Prozent der Befragten, Preisaufschläge auf Produkte ebenfalls 40 Prozent.
Ergänzung statt Ersatz für den Handel
Als besonders geeignete Standorte gelten laut Studie Bahnhöfe und Haltestellen (56 Prozent) sowie ländliche Regionen (36 Prozent) – also dort, wo flexible Einkaufsmöglichkeiten gefragt oder Versorgungslücken vorhanden sind.
Insgesamt sieht eine Mehrheit Automatenshops nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum bestehenden Handel. Fast zwei Drittel – 62 Prozent – betrachten sie als sinnvolle Ergänzung zum stationären Einzelhandel. 50 Prozent glauben, dass Automatenshops helfen könnten, Leerstände zu füllen und Strassen wieder zu beleben. Gleichzeitig plädiert die Hälfte der Bevölkerung für klare Regeln: Jede:r Zweite spricht sich für Einschränkungen in der Nacht oder in Wohngebieten aus. Nur 14 Prozent lehnen einen Einkauf in einem Automatenshop vollständig ab – bei den Babyboomern sind es allerdings 29 Prozent.
Roland Zeindler, Geschäftsführer von Marketagent Schweiz, fasst die Ergebnisse zusammen: «Automatenshops treffen auch in der Schweiz einen Nerv der Zeit. Vor allem bei der Generation Z kommt das Konzept gut an: Für sie stehen Flexibilität, Tempo und Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit klar im Vordergrund. Ältere Konsument:innen begegnen Automatenshops hingegen deutlich zurückhaltender. Das zeigt: Als Ergänzung zum klassischen Handel haben Automatenshops Potenzial, sie müssen aber Vertrauen schaffen, verständlich funktionieren und ihren Mehrwert klar vermitteln. Gerade dort, wo Nahversorgung Lücken aufweist oder Leerstände neue Nutzungskonzepte verlangen, können sie ein spannender Baustein sein.»
Weitere Informationen zur Studie und zu den Forschungsangeboten von Marketagent Schweiz finden sich unter https://www.marketagent-schweiz.ch.
