Wie Telefonangst die Generationen Z, Millennials und Boomer trennt
Aktuelle Studien zeigen eine wachsende Kluft bei den Kommunikationspräferenzen zwischen den Generationen auf. Die Gen Z und Millennials bevorzugen häufig die digitale Kommunikation und zögern, zu telefonieren.

Gemäss einer Studie von Robert Walters bevorzugen jüngere Berufstätige – einschliesslich der Gen Z und der Millennials – E-Mail und Instant Messaging für die arbeitsbezogene Kommunikation. Die Studie ergab, dass 59 Prozent dieser jüngeren Arbeitnehmenden diese Methoden dem Telefonieren vorziehen, und 50 Prozent geben zu, dass sie sich bei geschäftlichen Anrufen unwohl fühlen.
Für diese jüngeren Generationen scheint Effizienz der Schlüssel zu sein: Wenige 16 Prozent finden, dass Anrufe eine effektive Zeitverwendung sind, und nur 14 Prozent nutzen sie als primäre Kommunikationsmethode. Diese Vorliebe für textbasierte Kommunikation habe zu einer «Telefonangst» geführt – ein wachsendes Unbehagen beim Tätigen oder Entgegennehmen von Anrufen, ist die Studienautorschaft überzeugt.
Im Gegensatz dazu bevorzugen ältere Generationen wie die Generation X und die Babyboomer weiterhin die direkte, zwischenmenschliche Kommunikation. Die Studie zeigt, dass 49 Prozent dieser älteren Arbeitnehmenden glauben, dass weniger Anrufe und Treffen den Geschäftsbeziehungen schaden könnten.
Christian Atkinson, Country Director von Robert Walters Schweiz, stellt fest, dass jüngere Berufstätige zwar versiert im Umgang mit digitalen Werkzeugen sind, dies aber manchmal auf Kosten von sinnvollen persönlichen Interaktionen gehen kann. «Jüngere Berufstätige, die oft als ‹Digital Natives› bezeichnet werden, sind versiert im Umgang mit der Technologie für die Kommunikation, was die Produktivität und den Komfort steigert. Der Nachteil ist jedoch der potenzielle Verlust der persönlichen Beziehung, die persönliche oder telefonische Interaktionen bieten können», erklärt Atkinson.
Angst vor dem Telefon verstehen und angehen
Die Zunahme der Telefonangst korreliert mit der Verlagerung hin zur digitalen Kommunikation. Personen, die unter Telefonangst leiden, können beim Telefonieren Stress, erhöhte Herzfrequenz, Übelkeit, Zittern und Konzentrationsschwierigkeiten erleben. Diese Form der Angst rührt von der Befürchtung her, sich zu blamieren oder dem Gesprächspartner Unannehmlichkeiten zu bereiten.
Gemäss Atkinson gibt es verschiedene Strategien, um die Angst vor dem Telefon zu überwinden und die Kommunikationspräferenzen auszugleichen.
So sollten den jungen Berufstätigen Gelegenheiten zum Üben in einem kontrollierten Umfeld ermöglicht werden. Dies könne helfen, Ängste abzubauen und Vertrauen aufzubauen.
Durch die Einführung von Mentorenprogrammen können Mitarbeitende verschiedener Generationen voneinander lernen und unterschiedliche Kommunikationsstile verstehen.
Ebenfalls zielführend könne ein ausgewogener Ansatz sein: Die digitale Kommunikation ist zwar effizient, aber die Integration von Möglichkeiten für telefonische und persönliche Interaktionen kann Vertrauen und Beziehungen aufbauen.
«Arbeitgeber sollten die Vorlieben der Mitarbeiter berücksichtigen und ein Gleichgewicht anstreben, das die Vorteile von Instant Messaging nutzt und gleichzeitig den Wert persönlicher Kontakte anerkennt», rät Atkinson. Indem sie auf unterschiedliche Kommunikationspräferenzen eingehen und die Angst vor dem Telefonieren abbauen, können Unternehmen ein integrativeres und effektiveres Arbeitsumfeld schaffen.
