Blockchain: Was bedeutet die schöne neue Welt für Marken?
Rund um die Blockchain-Technologie und -Philosophie bildet sich im Zuger Crypto-Valley derzeit eine Investment- und Startup- Community, die mit sogenannten ICOs (Initial Coin Offerings) Reichtum und unternehmerischen Erfolg verspricht; und das jenseits etablierter Regularien und zentralen Institutionen. Im Wesentlichen ist Blockchain eine öffentliche, globale Datenbank, die digitale Transaktionen permanent aufzeichnet und unveränderbar abspeichert. Anhand der Blockchain-Technologie können Menschen autark jede Transaktionsart ausführen oder Daten speichern – sicher und selbstverwaltend. So propagiert die Blockchain-Community eine freie demokratische Art des Wirtschaftens, die alles mit allem vernetzt – eine Wirtschaft von allen für alle.Vertrauen und Stabilität als Erfolgsfaktoren«Entscheidend für den Erfolg der Blockchain-Community und deren Marktteilnehmer ist die Frage, wie in solch dezentralen Systemen Vertrauen und Stabilität aufgebaut werden können», sagte Tanja Schug, Repräsentantin von Brandtrust in der Schweiz und Moderatorin des Abends. Die Antwort darauf lieferten ihre zwei Podiumsgäste Arie Levy-Cohen, Gründer der Blockhaus Investment AG, und Achim Feige, Finanzmarkenexperte und Partner bei Brandtrust. «Blockchain bedeutet Freiheit, Unabhängigkeit und Transparenz. Jeder kann partizipieren, indem er sich selbst, seine Leistung oder sein Produkt mithilfe der Blockchain direkt und global handelbar macht, ganz ohne Mittelsmann», sagte Arie Levy-Cohen, einst Investmentbanker, heute Vordenker in der Blockchain-Industrie, und ergänzte: «Mit anerkannten Standards definieren wir, wie wir diesen Handel miteinander betreiben wollen und schaffen Vertrauen und Glaubwürdigkeit.»Die Kraft der Marke in der neuen ÖkonomieAchim Feige erläuterte, was die Blockchain für Marken und deren Führung bedeutet. Der Mensch rücke ins Zentrum. Ohne Mittelsmann trage dieser alleine die Verantwortung für sein Produkt, seine Leistung. «Um in diesem System Vertrauen zu schaffen, muss der Mensch selbst zur Marke werden. Denn Marke ist Vertrauen. Erst Marken geben austauschbaren Leistungen einen Wert. Erst wenn die Leistung mit Vertrauen, Differenzierung und Bedeutung aufgeladen ist, wird sie wertgeschätzt und zu einem Wert gekauft», erklärte Feige. Die neue, dezentrale Ökonomie brauche nichts dringender als Vertrauen. Hier könnten bewährte Marken als Geburtshelfer mit anpacken.Marke schenkt Vertrauen, Mehrwert und DifferenzierungAusserdem würden Marken helfen, sich von anderen zu unterscheiden. Diese Wertdifferenzierung mache am Ende den ökonomischen Unterschied aus, sagte Feige: «Ich zahle nur das, was einen Wert, eine Bedeutung für mich hat. Analog wie digital. Die Marke fungiert hier als Verdichtungssystem mit Vertrauens-, Mehrwert- und Differenzierungsfunktion.»Auch virtuell gilt es, Versprechen zu haltenDie Quintessenz des Abends: Die dezentrale, transparente und community-orientierte Blockchain-Technologie ermöglicht – vielleicht auf Basis neuer Schweizer Weltstandards – eine Wirtschaft von allen für alle. «In diesem System ist jeder darauf angewiesen, aus sich eine starke Marke zu entwickeln, der man vertrauen kann. Eine Marke, die sich unterscheidet, die ihre Versprechen hält und die Community mit einer authentischen, spannenden Geschichte inspiriert», fasste Schug zusammen: «Wie in der realen Wirtschaft geht es nicht nur darum, Versprechen abzugeben, sondern vor allem darum, sie zu halten.»Weitere Informationen:Welche Markenprinzipien gelten für die Blockchain-Community und ihre Marktteilnehmer? Dieselben wie in der klassischen Welt, nur härter, klarer, schneller, digitaler, unverzeihlicher.- Die Markenprinzipien der Blockchain Economy
