Storytelling im E-Commerce

Auf der Website von Burton können Kunden ihre Burton-Momente posten.In den USA wurde ein Experiment durch geführt, Geschichten auf den E-Commerce wirken. So wurden Gegenstände für einen US-Doller auf dem Flohmarkt erworben und anschliessend im Internet versteigert – geschmückt mit fiktiven Storys. Das Ergebnis: Eine durchschnittliche Preissteigerung um 2.700 Prozent. Die Autorin Deb Olin Unferth zum Beispiel erfand eine Geschichte um eine banale Plastikflöte: Ein kleines afrikanisches Land, ein Botschafter, ein Prinz, der zwei Tage durchs Land ritt, nur um die Flöte zu überreichen. Die Flöte wurde für 60 Dollar verkauft.Dieses Prinzip lässt sich auch auf Onlineshops übertragen. Zwei Fall-Beispiele:Gipfelstürmer und ihre TripsBei Burton finden Reise- und Sportbegeisterte nicht nur Snowboards und die neueste Outdoorklamotte. Sie erzählen auch ihre eigenen Geschichten. Ob Schneegestöber, Gipfelstürmer oder bis nach Island: Unter dem Hashtag #nobadtrips werden inspirierende Momente gesammelt und auf dem Burton-Instagram-Kanal und im Onlineshop gefeatured. Dort können die Produkte im Bild per Mausklick gekauft werden.Warum die Geschichten animieren:Die Käufer von morgen wollen sich inspirieren lassen und mit einem Produkt auch ein Lebensgefühl erhalten. Hier sind also emotionale Bildsprache und Produktinszenierung gefragt – Stichwort visuelles Storytelling. Burton macht dabei alles richtig, denn es werden Geschichten erzählt und sogar erlebt. Mit Bildern lassen sie ihre Zielgruppe die Storys rund um die Produkte schreiben. So wird der Käufer zum Teil einer Community. Identifikation und individuelle Interaktion werden für die Markenloyalität immer relevanter. Die Links zum Shop sorgen dann für den vollen Warenkorb. Sehe ich ein Produkt auf Instagram oder der Website, kann ich es direkt mit einem Klick bestellen – Shoppable Content genannt und immer beliebter bei Onlineshops.Kaufen, was im Blog verkehrtOb Mode, Wohnen, Food, Reisen oder einfach die neuesten Trends – auf dem Blog von Kauf Dich Glücklich gibt es alles, was das Herz begehrt. Auch hier steht jeder Content zum Verkauf. Neben Rezeptideen, Buchempfehlungen und Styling-Trends werden die Mitarbeiter mit ihren Lieblingslooks und auch die Käufer selbst in den „Insta Tags der Woche“ vorgestellt. Am Ende jeder Story gelangt der Leser mit nur einem Klick auf die passenden Produkte im Shop.Warum die Geschichten animieren:Lebensgefühl? Check. Community? Check. Emotionen und Humor? Check – Der Blog von Kauf Dich Glücklich kommt mit echtem Mehrwert. Locken Onlinehändler nur mit Rabattcodes oder Gewinnspielen, bleibt der Warenkorb nicht nachhaltig gefüllt. Hochwertige Produkte werden dann unter Wert verkauft. Ein Shop, der auf den ersten Blick ein Magazin ist und erst auf den zweiten Blick mit einem bestimmten Produkt im eigenen Sortiment in Verbindung steht, ist attraktiv und lädt auch morgen noch zum Stöbern ein. Gehen potentielle Kunden auch für die Geschichten, Moodboards und Ideen auf die Website, wird natürlich auch mehr spontan geshoppt.
