Contextual Commerce: Weit mehr als ein Trend?

Contextual Commerce
In den USA ist es beispielsweise auf Pinterest oder Instagram möglich, einen «Buy-Button» zu platzieren.Contextual Commerce versucht, den Kaufprozess ausserhalb eines Onlineshops zu verlagern, etwa auf Blogs, Newsletter, SocialMedia-Plattformen oder gar in E-Mails. Eine wichtige Komponente sind die «Buy Buttons», über die mit wenigen oder sogar nur einem Klick das entsprechende Produkt erworben werden kann – ohne auf die Seite des eigentlichen Verkäufers zu wechseln. Das Ziel ist es, den Kaufprozess radikal abzukürzen und so weniger Kunden auf dem Weg der «Customer Journey» zu verlieren. Facebook, Pinterest und Instagram ermöglichen Contextual Commerce bereits seit einiger Zeit, allerdings nur in den USA. Paypal testet seit Februar einen entsprechenden Service.Divergenz zwischen Internetnutzern und Online-KäufernDas Potenzial von Contextual Commerce ist allein aufgrund der Divergenz zwischen Internetnutzern und Online-Käufern gross. Weltweit beträgt sie rund 14 Prozent (51 Prozent Internetnutzer, 39  Prozent Onlineshopper). In Europa liegt diese Schere gar bei 19  Prozent. Das sogenannte «Nichtkäuferpotenzial» ist also enorm. Nicht ganz so überzeugend wirkt hingegen die Tatsache, dass sich die meisten Online-Käufer vor dem Kauf eingehend informieren. Lediglich zehn Prozent kaufen Waren im Internet aus einem Impuls heraus. Allerdings gibt jeder vierte Käufer an, sich wenig bis gar nicht vor dem Kauf zu informieren. Auch hier können kontextuelle Buy-Button reüssieren.Rechtliche Hürden in Europa sind grossEs ist deshalb zu erwarten, dass Contextual Commerce seinen Teil zur Umsatzsteigerung im E-Commerce beitragen wird. In welchem Ausmass dies der Fall sein wird, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Aus den USA gibt es dazu noch keine belastbaren Daten, in Europa gibt es andere rechtliche Hürden zu überwinden. Laut Verbraucherschutz müssen «Buy-Button» etwa in Deutschland rechtsverbindliche Verbraucherinformationen auf entsprechende Micro-Sites «auslagern». Dies macht das eigentliche Ziel von Contextual Commerce quasi unmöglich, da immer eine externe Seite geladen werden muss.Kauf per Klick ist möglichIn der Schweiz ist heute rechtlich gesehen ein Kauf per Klick möglich. Dem Käufer müssen dabei die wesentlichen Punkte des Kaufs klar sein: Kaufgegenstand, Kaufpreis inklusive Zuschläge und Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Dem Käufer muss weiter die Möglichkeit gegeben werden, sich nach Bedarf über die AGB, die Lieferkosten, die Kauf- und Lieferadressen und die Identität des Verkäufers im Detail zu informieren. Das geltende Recht wird sich aber mit der Einführung des EUDatenschutzgesetzes im nächsten Jahr auch in der Schweiz ändern. Entsprechende Details sind bis heute noch nicht definitiv geklärt.

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