Das Bibi-Desaster: Wenn Influencer-Marketing grandios scheitert

2017-05-06 00_27_20-Bibi H - How it is ( wap bap ... ) [Official Video] - YouTubeDie Idee klingt eigentlich ziemlich einleuchtend. Die Youtuberin „Bibi“, mit bürgerlichem Namen Bianca Heinicke, ist einer der wichtigsten deutschen Influencer. Ihr Youtube-Channel „BibisBeautyPalace“ zu den Themen Mode, Kosmetik und Lifestyle hat über 4,4 Millionen Abonnenten und erreicht eine vorwiegend junge Zielgruppe. Wieso also nicht ein Musikvideo mit „Bibi“ drehen, um Warner Music Germany bei den Teenies bekannt zu machen?Dumm nur, das „Bibi“ eines nicht kann: singen. Dies erwähnt sie auch freimütig in einem ihrer Videos. Doch der Lockruf des Geldes war scheinbar zu gross. Mit grossem Tamtam kündigte die Kölnerin ihren neuen Song an. Sie fordert ihre (vorwiegend minderjährigen) Fans gar dazu auf, den Song unbedingt vorzubestellen, da er nur in begrenzter Stückzahl erscheinen werde.Desaströser Song sorgt für ShitstormAm 6. Mai war es dann so weit, und das Musikvideo ging auf Youtube online. Was folgte, war ein veritabler Shitstorm. Kindische Melodie, sinnfreier Text, unbrauchbare Stimme – der Song ist so schlecht, dass er bereits über 1,7 Millionen Dislikes gesammelt hat (Stand: 09:05.2017). Damit hat das Teenie-Idol es bereits auf Platz 7 der weltweit (!) unbeliebtesten Youtube-Videos geschafft. Auf Platz 1 rangiert übrigens Justin Bieber mit seinem Song „Baby“ – der Teenie-Schwarm brachte es auf 7,6 Millionen Daumen nach unten.https://www.youtube.com/watch?v=4gSOMba1UdM&tZwar verzeichnete das Musikvideo auch über 25 Millionen Views. Oder anders gesagt: Der Song ist so schlecht, dass ihn jeder sehen und hören will. Dies dürfte kaum im Sinne von Warner Music Germany sein. Welches Musik-Label will schon mit einem der schlechtesten Songs aller Zeiten in Verbindung gebracht werden?Bibi wirbt für teure UhrEs ist nicht das erste Mal, dass Bianca Heinicke mit fragwürdigen Aktionen in die Schlagzeilen gerät. Der Youtube-Star ist bekannt dafür, vor ziemlich offensichtlichen „Product-Placements“ nicht zurückzuschrecken. So bewarb sie beispielsweise in einem vergangenen Video eine 250 Euro teure Uhr – wohl kaum ein angemessenes Produkt für klamme Teenager. Der bekannte Satiriker Jan Böhmermann kritisierte in der Sendung ZDFneo diese schamlose und oft mangelhaft deklarierte Youtube-Werbung mit Influencer:https://www.youtube.com/watch?v=WinDf_5G9PsDer Fall Bibi zeigt, dass das Influencer-Marketing auch Gefahren mit sich bringt. Wirken die Werbeaktionen nicht mehr authentisch und sind von mangehafter Qualität, kann eine Kampagne schnell nach hinten losgehen. Warner Music Germany kann ein Lied davon singen – und zwar ein richtig schlechtes.

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