«Es braucht mehr Mut und Optimismus»

DIGITALISIERUNG Thomas Schulz, U.S. Correspondent Business & Technologie beim «Spiegel», im Gespräch mit Christoph Oggenfuss* über die Herausforderungen der digitalen Transformation.
Thomas Schulz im Gespräch mit John Sculley in Zuerich
Thomas Schulz (links) am Worldwebforum in Zürich im Gespräch mit dem früheren Apple-CEO John Sculley.MK Setzen Sie hinter den Titel des neuen Dossiers «Digital – Transform or Die» ein Fragezeichen oder ein Ausrufezeichen? Und warum?THOMAS SCHULZ Ein Ausrufezeichen. Die Digitalisierung verändert die Welt so grundlegend, dass nur überlebt, wer sich anpasst. Das gilt für alle Industrien.MK Wer ist von der Transformation am stärksten betroffen und warum?SCHULZ Die Medienbranche in allen ihren Formen: Musik, Fernsehen, Zeitung. Der Medienkonsum hat sich durch seine Natur stärker als alle anderen Güter in die digitale Welt verlagert. Auch Autos werden nun digitalisiert, aber eben nur teilweise.MK Wie gehen Sie in Ihrer Rolle als Journalist mit der Digitalen Transformation um? An welchem konkreten Beispiel lässt sich das veranschaulichen?SCHULZ Alle Geschichten, die ich schreibe, setzen sich am Ende mit der digitalen Transformation auseinander. Sie ist Kern meines Alltags.MK Welches sind für Sie die wichtigsten Transformations-Schritte, die Unternehmen angehen müssen?SCHULZ Schnelligkeit zu entwickeln und zu verinnerlichen. Zwölf Monate lang an einem Produkt zu planen und es dann langsam einzuführen geht heute nicht mehr. Alle Unternehmensprozesse müssen beschleunigt werden: Ideenfindung, Umsetzung, das Aufbauen neuer Abteilungen.MK Wo sehen Sie für Schweizer Unternehmen die grössten Herausforderungen bei der Digitalen Transformation?SCHULZ Sich nicht zu sehr auf die alten Stärken zu verlassen. Denn die sind in der neuen Welt auf einmal weniger wert. Es gibt die Tendenz gerade in den etablierten, lange erfolgreichen Industrien und Nationen, sich für weniger betroffen, weniger angreifbar zu halten.MK Was möchten Sie zum Thema Digitalisierung noch anfügen….was ist Ihnen bei diesem Thema speziell wichtig.SCHULZ Es braucht mehr Mut, mehr Optimismus. Natürlich ist Technologie ambivalent, aber es gilt sich auf die Vorteile zu konzentrieren. Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Also müssen wir das Beste daraus machen, offensiv Spielen, nicht defensiv.Beitragsserie «Digital – Transform or Die»Im Rahmen der Digital-Serie in Marketing & Kommunikation von Christoph Oggenfuss (markITing ag) standen die ersten drei Staffeln unter den Titeln «Digital – nicht trivial», «Digital – from Talk to Walk» und «Digital – walk before you run». In der nun gestarteten vierten Staffel «Digital – Transform or Die» geht es um die Frage wie ultimativ die fundamentale Veränderung zu werten ist.

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