So lässt sich auf der mobilen Welle mitsurfen
MOBILE MARKETING Der rasante Boom von Smartphones und Tablets fordert Marketingabteilungen erheblich: Mit welchen Massnahmen und Kampagnen sind Konsumenten in der mobilen Welt zu erreichen? Welches sind die Dos und Don’ts? Mobile Marketing-Experten skizzieren die aktuellen Trends.Namics AG.«Die Möglichkeiten, Konsumenten Werbung auf Mobile Devices zu erreichen, sind vielzählig. Nehmen wir Facebook Mobile Ads: Sie bieten neben Targeting-Optionen, wie Region, Sprache, Freund von Freunden auch interessensbasierte Segmentierungsmöglichkeiten. Bei einem unserer Versicherungs- und Finanzkunden haben wir bei der Platzierung dieser Facebook-Anzeigen deutlich messbare Erfolge erzielt. Auch Google deckt mit den <erweiterten Kampagnen> das mobile Segment ab.Während zu Beginn vor allem kleinteilige oder statische Formate genutzt wurden, stehen den Werbetreibenden heute tolle, interaktive Formate zur Verfügung. Ich denke hierbei an das Werbeformat <Swipe Cube>, der in alle beliebigen Richtungen mit dem Finger gedreht werden kann. Oder auch <Videostitials>, die Weiterentwicklung des klassischen Interstitials.Mobile Werbung ist dann erfolgreich, wenn die Strategie stimmt, das Konzept und die Aufmachung auf den Kanal passen und die Aussteuerung laufend überprüft und optimiert wird. Die Kennzahlen zur Bewertung der laufenden Kampagne sind dabei die gleichen wie im Desktop-Umfeld. In-App-Werbung insbesondere bei Sport-/Fitness-Apps oder Games empfinden die App-Nutzer als störend. Da bei Überreizung durch den Einsatz dieser Werbeform auf Kundenseite Reputationsprobleme auftreten können, raten wir in den meisten Fällen dringend davon ab.Es gilt die Massnahmen zu orchestrieren: Weg von der Silo-Denke. Der mobile Kanal gehört in die ganzheitliche Betrachtung des Online-Marketing-Mix. Und wer mobil für seine Produkte wirbt, der braucht auch eine ansprechende Webseite und einen guten Onlineshop, ausreichend verkaufsfördernde Informationen und einen Checkout-Prozess, der den eingekauften Traffic richtig umwandelt – sonst verpuffen die ganzen Aktivitäten im Nichts.»Weitblick Online Agentur, spezialisiert auf Online Marketing.«Mobile Marketing bezeichnet jede geschäftliche Kommunikationsmassnahme, die
auf dem mobilen Endgerät dargestellt respektive ausgeführt wird. Dies beinhaltet
nicht nur digitale Inhalte wie Spiele, Songs, Videos, sondern auch
News und Produktinformationen, Transaktionen wie
Shopping oder das Ausführen von Zahlungen. Das Ziel des Mobile
Marketing ist es, Aufmerksamkeit zu erregen und im Idealfall
Verkaufsabschlüsse zu generieren. Wir von der Weitblick Online Agentur raten deshalb Unternehmen, sich zu überlegen, wie sie
Mobile Marketing in das bestehende Geschäftsfeld integrieren können. Wir
unterscheiden drei Möglichkeiten: Support für das bestehende Angebot mit dem Fokus auf Kommunikation. Zweitens die Ergänzung zum bestehenden Angebot: mit dem Aufbau neuer Vertriebswege. Und drittens die Ausrichtung auf neue Geschäftsfelder etwa mit App-basierten Geschäftsmodellen.Im Location Based Marketing sehe ich ein sehr grosses Potenzial.
Apps wie Foursquare, die Geotracking nutzen, um Kunden über Angebote in der
Umgebung zu informieren, bieten ganz neue Möglichkeiten im Marketing. So
können Kunden nicht nur über Aktionen in ihrer Nähe informiert werden,
sondern auch Informationen zu Öffnungszeiten, Happy Hour und anderen
Angeboten zentral über ein App abrufen.Das Mobile Marketing bietet virale Effekte, ermöglicht Interaktivität,
steigert die Innovationskraft, gewährleistet Ubiquität und dient der
direkten Kundenansprache. Gleichzeitig sehe ich aber auch Nachteile wie die fehlende Akzeptanz bei Kunden.
In Zukunft dürfte Mobile Marketing nebst der Akquisition von Kunden vermehrt
im After-Sales eingesetzt wird. Unerlässlich im Mobile Marketing ist, die Webseite für die mobile Nutzung zu
optimieren, unabhängig davon, ob sich ein Unternehmen für Mobile Marketing
interessiert oder nicht.»Moca. Die Agentur ist spezialisiert auf mobile Beratung und Applikationen.«Die klassischen Werbeformen auf Mobile sind einerseits die Anzeige von Werbebannern in Ads oder auf mobilen Webseiten und andererseits Google Adwords. Daneben spielt die Ansprache von Konsumenten via Email ¬– mobile optimiert – eine wichtige Rolle. Eine eigene App eines Unternehmens kann auch als Werbung im Bereich Branding verstanden werden. Für den Medienbruch Print/Mobile kommen oft QR-Codes zum Einsatz. Eine praktisch schon vergessene Möglichkeit ist die Ansprache via SMS.Im Banner-Bereich ist bereits seit einiger Zeit native Advertising das Schlagwort. Das heisst, das eine Werbung nicht als Overlay beziehungsweise als Popup angezeigt wird, sondern in einem Artikel fix eingebettet ist. Zudem werden vermehrt Video-Ads geschaltet, die teilweise deutlich höhere Klickraten erreichen.Generell ist von aggressiven Werbeformen abzuraten, die vom Benutzer als störend wahrgenommen werden. Bildschirmfüllende Werbebanner sollten daher mindestens über einem Schliessen-Button verfügen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Erscheinungs-Frequenz nicht zu hoch ist.Wenn eine Mobile-Kampagne in Betracht gezogen wird ist es von grosser Wichtigkeit, dass auch die Inhalte auf welche verlinkt wird – meistens eine Kampagnen-Landingpage oder Unternehmens-Homepage – mobile optimiert sindIn Zukunft werden Werbemittel stärker auf den Kontext – etwa den Ort oder die Zeit – angepasst sein. Die Werbung für ein Skigebiet wird so zum Beispiel an einem Freitag vor dem Wochenende geschaltet, für das die Wetterprognose gute Bedingungen voraussagt. Oder anders herum könnte bei schlechtem Wetter ein vergünstigtes Angebot beworben werden. Eine weitere Entwicklung sind interaktive Werbemittel auf Basiis HTML5. Dabei kann der Betrachter direkt im Werbemittel ein Formular ausfüllen oder ein einfaches Spiel spielen.»Hadorn AG. Die Marketing-, Mobile- und Webagentur verfügt über einen starken technologischen Arm und ist auf digitale Kanäle fokussiert.«Werbung in Apps, mit Bannern, Textlinks oder Push-Messages weisen hohe Klick- und Antwortraten auf. Für Mobile Devices sind Google Adwords wie auch Email-Marketing eine erfolgreiche Form. Weiter gilt es SMS-Marketing und QR-Codes auf Websites zu beachten. Und zunehmende Beachtung findet jüngst Mobile Couponing wie auch Gamification. Mobile Games finden beim User eine hohe Beachtung. Hier besteht die Möglichkeit, dass durch eine virale Verbreitung der Brand zusätzlich profitiert.Abzusehen ist indes von Spam und zu aufdringlicher, wahlloser und zu häufiger Werbung.Werbung auf Apps oder mobilen Webseiten, die immer wieder erscheint und schwierig zu schliessen ist, kann kontraproduktiv wirken. Zu wenig zielgerichtete und personalisierte mobile Werbung wirkt ebenfalls störend, es muss relevanter Content vermittelt werden, Unerlässlich im Mobilen Marketing sind genaue Kenntnisse über das Kommunikationsverhalten der einzelnen Zielgruppen. Hier gilt es laufend zu analysieren, damit die Werbung wirkungsvoll ist und nicht stört.Mobile Apps und mobiles Marketing müssen dem Nutzer einen klaren Mehrwert bieten, um erfolgreich zu sein. Und jede geschäftsrelevante Website muss für mobile Gerät optimier sein. Gleichzeitig gilt es, das Design von Apps uns Website auf das mboile nutzungsverhalten anzupassen.Die nächste digitale Revolution orte ich bei personalisiertem, lokations- und zeitbezogenem Mobile Marketing mit Hilfe von Bluetooth Beacons. Diese Mini-Sender bringen enorme Marketingmöglichkeiten mit sich, sowie viele neue Anwendungen in Bereichen wie Kundenführung und – information“, ebenso bei mobilem Showrooming und Mobile Payment. Beacons schaffen neue Verbindungen zwischen der realen und der digitalen Welt.»Poinz. Das Jungunternehmen verbindet lokale Geschäfte mit ihrer Kundschaft via Poinz App.«Konsumenten können mit Werbemitteln wie Bannern, die in mobile Websites oder Apps integriert sind und auf einer passiven Ansprache beruhen, am besten erreicht werden. Dabei wurde bisher aber allzu oft bloss das klassische Anzeigenkonzept aus der Desktop PC auf in die mobile Welt übersetzt – echte und innovative <mobile first Ideen> fehlen bislang. Anders sieht es aus, wenn ein Geschäft eine Verbindung zu seinen Kunden via spezifischer App herstellen konnte – dann besteht die Möglichkeit, den Kunden aktiv Push Notifications zukommen zu lassen.Wir beobachten grosses Interesse im standortbezogenen Marketing und zunehmend auch im Mikro-Kosmos, also in Bezug auf den Aufenthaltsort in einem Geschäft drin. Hier werden basierend auf der Einführung und Standardisierung der BLE Technologie von Apple – iBeacon – eine rasante Entwicklung beobachtet. Noch ist man in diesem Bereich aber zurückhaltend, da die Akzeptanz der Kunden in Bezug auf die Dosierung der Notifications erfahren werden muss.Abzusehen ist von SMS Werbung. Die trägt nicht nur das grossmütterliche Image, sondern stört Konsumenten auch in ihrer Privatsphäre ungemein, da die Telefonnummer oft als sehr privat wahrgenommen wird. Das Smarpthone hat stark an Bedeutung im Alltag zu genommen: Ständig online, immer und überall, Informationskanal und soziale Drehscheibe, nichts geht mehr ohne. Deshalb pflegen Nutzer ein beinahe schon intimes Verhältnis zu ihren Geräten und deshalb sei Werbetreibenden empfohlen, dieses Medium mit entsprechender Vorsicht zu behandeln.Wir empfehlen unseren Partnergeschäften, welche einen direkten Kommunikationskanal zu ihren Kunden via Poinz App haben, diesen Service sehr bewusst einzusetzen. Mit Dosierung: Der Versand von Push Nachrichten sollte in einem angemessenen Rahmen liegen. Mit Relevanz: Beim Versand wenn möglich Empfängergruppe selektieren. Je höher die Relevanz beim Empfänger, desto weniger fühlt er sich gestört.»
