Zurich Summit 2026: Die Wiedergeburt des Storytellings
Am Zurich Summit über den Dächern von Zürich traf das globale Kino auf generative KI, die Creator Economy und den radikalen Wandel der Aufmerksamkeitsökonomie. Wie behauptet sich das menschliche Erzählen inmitten technologischer Explosion und gesellschaftlicher Fragmentierung? Eine dramaturgische Bestandsaufnahme in fünf Akten über Schicksal, Mut und die Essenz jeder grossen Story mit handfesten Learnings für die Werbe- und Kommunikationsbranche.

Wer vor dem Grand Hotel Dolder steht und den Blick auf die markante Fassade mit mit dem zentralen Hauptturm richtet, den flankierenden Türmchen und dem kecken Vordach, dem drängt sich das Bild einer Opernbühne auf: ein Ort gebauter Dramatik, an dem Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen. Und er erinnert an Giuseppe Verdi, der seine Werke als Gesamtkunstwerk verstand: Orchester, Kulisse und die Fallhöhe menschlicher Schicksale vereinten sich bei ihm, um ein Publikum zu erschüttern. Das Kino trat im 20. Jahrhundert dieses Erbe an und übertrug das dramatische Gesamterlebnis von der physischen Bühne auf die monumentale Leinwand.
Nun erleben wir die nächste tektonische Fortschreibung dieser Kette: Nach der Oper und dem Film formiert sich ein neuer, hybrider Aggregatzustand des Geschichtenerzählens, der noch um seine endgültige Definition ringt. Es ist ein Raum, in dem passive Zuschauer zu kollaborativen Schöpfern werden, Algorithmen Produktionsbudgets aufbrechen und Geschichten die Grenzen zwischen Kinosesseln und interaktiven Feeds auflösen. Inmitten dieser technologischen Explosion und gesellschaftlichen Neuordnung vollzog sich in Zürich eine fundamentale Bestandsaufnahme:
Wie behauptet sich die Magie der Geschichte, wenn sich die Trägermedien radikal transformieren, der menschliche Drang nach Sinnstiftung aber derselbe bleibt?
Thinktank auf dem Dolder
Wer an Verdis «La forza del destino» denkt, denkt an die gewaltige, unausweichliche Macht des Schicksals, die über die Figuren hereinbricht. Doch oben auf dem Zürichberg dachte niemand daran, sich dem Umbruch einfach kampflos zu fügen – im Gegenteil: Hier will man selbst am Steuer sitzen und die Zukunft aktiv in die Hand nehmen.
Genau diesen Führungsanspruch formulierten Festival Director Reta Guetg und der neue Festivalpräsident Martin Moszkowicz gleich zum Auftakt: Das Zurich Film Festival wolle globale Trends nicht bloss passiv abbilden, sondern die Spielregeln aktiv mitbestimmen – «trendsetting», wie Guetg das britische Blatt Le Guardian zitierte. Auf dem Dolder gehe es nicht um den üblichen Branchen-Smalltalk, sondern um einen echten Thinktank.

Guetg liess die junge Garde des Talentprogramms «Summit Climber» im Saal aufstehen und gab den Anwesenden einen klaren Auftrag mit auf den Weg:
«Be courageous, talk to each other – the next generation is important to have at the table.»
Moszkowicz wiederum brachte den doppelten Hebel der Veranstaltung gewohnt pragmatisch auf den Punkt: Man sei hier zusammengekommen, um neue Dinge zu lernen, um bessere Filme zu machen – und am Ende auch mehr Geld damit zu verdienen.

Diesen Bogen zwischen mutiger Zukunftsgestaltung und handfester Marktvernunft spannte gleich im Anschluss der ranghöchste Vertreter der weltweiten Filmbranche weiter: Bill Kramer, CEO der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Mit Blick auf das anstehende 100-Jahr-Jubiläum der Oscars verankerte er den Zürcher Thinktank in einer beruhigenden, fast trotzigen Gewissheit:
«Technology changes, modes of distribution change, and audiences evolve and become more connected despite great distances. But through it all, the human desire to tell our stories, and to see ourselves reflected in those stories, remains. And because of this, movies matter more than ever."
Es war der perfekte Leitakkord für einen Tag, der an die unerbittliche Essenz von Verdis La forza del destino erinnerte: Technologie mag die Spielregeln diktieren, doch die eigentliche «Macht des Schicksals» liegt im Menschen selbst. Die Zukunft des Erzählens wird nicht im Code besiegelt, sondern im unbedingten Willen, das Publikum zu berühren, zu beflügeln, zu erschüttern…

Akt I: Die Ouvertüre – Das Gespenst der Bequemlichkeit
Jede Zeitenwende beginnt mit Verunsicherung. Wo einst Studios im Alleingang diktierten, was auf die Leinwand gehört, herrscht heute die Verführung der automatisierten Effizienz. Wie schmal der Grat zwischen faszinierender Machbarkeit und kreativer Selbstaufgabe verläuft, illustrierte gleich zu Beginn die Session mit Eline van der Velden. Mit «Tilly Norwood», einer vollständig KI-generierten Schauspielerin, demonstrierte sie, wie Algorithmen bereits menschliche Mimik und Präsenz imitieren können – ein technologischer Meilenstein, der im Saal jedoch sofort die fundamentale Frage aufwarf: Erleben wir die Demokratisierung der Filmproduktion oder die schrittweise Entmenschlichung der Kunst?


Denn die eigentliche Krise, die auf den Podien diskutiert wurde, ist keine rein budgetäre, sondern eine geistige: die freiwillige Selbstaufgabe vor der Maschine. Vania Schlogel, Gründerin von Atwater Capital, warnte eindringlich vor dieser Bequemlichkeitsfalle im Umgang mit generativen Modellen. Anstatt KI als nüchternes Werkzeug zur reinen Entlastung («offloading») zu begreifen, verfalle die Branche zunehmend in eine gefährliche Trägheit. Sie bezeichnete diesen Mechanismus als «cognitive surrender» – die Tendenz des Menschen, vor der scheinbaren Perfektion der Algorithmen geistig zu kapitulieren und deren synthetische Entwürfe ungeprüft als Autorität zu akzeptieren.

Wie sich diese drohende Unterwerfung in der Praxis auswirkt, beleuchteten ihre Panel-Kollegen aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Für Nick Shumaker (Anonymous Content) steht dabei das Fundament der Branche auf dem Spiel – das Vertrauen in originäre Schöpferkraft. Wer Talente durch algorithmische Mittelwerte ersetzt, beraubt das Kino genau jener Ecken und Kanten, die ein Werk erst unvergesslich machen. Branchenanwalt Nick Holt (Ziffren Brittenham) erinnerte an das juristische Minenfeld ungeklärter Urheberrechte und den Schutz der menschlichen Urheberschaft, während Tech- und Medieninvestor Zack London vor der Illusion warnte, Effizienzgewinne liessen sich eins zu eins in kulturellen Wert übersetzen. Die einhellige Diagnose der Runde: Wo die Maschine das Denken übernimmt, entsteht kein Fortschritt, sondern blosse Austauschbarkeit.

Wer Geschichten baut – sei es ein abendfüllendes Drama oder eine pointierte 30-Sekunden-Kampagne –, darf vor dieser Glätte nicht einknicken. Dass die statistischen Gesetzmässigkeiten der Tech-Welt für echte Kunst nicht taugen, untermauerte Sony-Pictures-Classics-Legende Michael Barker mit einem entwaffnenden Beispiel: Eine Praktikantin hatte eine KI nach den «zehn Regeln für einen Hit» befragt und strenge Verbote erhalten – kein Schwarzweiss, kein früher Tod des Helden, keine ältere Protagonistin. Als er sie mit Billy Wilders Meisterwerk Sunset Boulevard konfrontierte, musste sie feststellen, dass Wilder fast jede einzelne dieser Regeln pulverisierte – und gerade deshalb Filmgeschichte schrieb. Barkers Fazit:
«Billy Wilder sat at a table like that and made that up, and AI cannot do that.»


Akt II: Das Volk betritt die Bühne – Das Ende des elitären Monologs
In der klassischen Oper gehörte die Loge den Privilegierten, während das Volk unten im Parkett stand. Genau diese Hierarchie haben die vernetzten Plattformen zerstört. Andreas Briese, Managing Director bei YouTube, konfrontierte das traditionelle Filmpublikum im Dolder mit harten Fakten: YouTube ist längst kein reines Smartphone-Phänomen mehr, sondern erobert massiv das Wohnzimmer. Der interaktive Fernsehbildschirm ist die am schnellsten wachsende Plattform des Konzerns; über eine Milliarde Stunden werden täglich auf TV-Geräten geschaut, und über die Hälfte dieser Sehdauer entfällt auf Formate, die länger als zwanzig Minuten sind.

Wie radikal dieses Zusammenspiel zwischen Publikum, Marke und Schöpfer die Spielregeln bereits verändert hat, verdeutlichte auf dem Dolder das Aufeinandertreffen zweier scheinbar gegensätzlicher Pole der Unterhaltungsindustrie.
Auf der einen Seite Robbie Brenner, President von Mattel Films, die mit dem Welterfolg von Barbie bewies, wie man eine historische Konzernmarke durch kompromissloses Autorenkino in ein globales Kulturphänomen verwandelt. Mit spürbarer Leidenschaft erteilte sie im Dolder Grand der ängstlichen Zensur- und Kontrollsucht traditioneller Konzerne eine Absage: Wer aus Angst vor Reputationsrisiken jede Reibung glattbügle, produziere blosse Werbespots, die vom Publikum abgestraft werden. Relevanz entstehe erst, wenn Studios den Mut aufbringen, ihren Filmemachern echte Narrenfreiheit zuzugestehen und das Publikum ernst zu nehmen:
«You can’t just make a movie to sell toys – audiences see through that immediately. You have to respect the audience and give them something truly original.»

Auf der anderen Seite Kane Parsons, der als Teenager mit The Backrooms auf YouTube ein virales Phänomen erschuf, das Millionen faszinierte und Hollywood dazu brachte, ihn direkt für die grosse Kinoleinwand zu verpflichten. Ob milliardenschwerer Spielzeugkonzern oder Solo-Creator im Jugendzimmer: Die gemeinsame Schnittmenge beider Welten ist die Abkehr von zynischem Kalkül. Die eigentliche Währung der Gegenwart heisst radikale Community-Nähe, das Wagnis schöpferischer Reibung und der unbedingte Respekt vor der Intelligenz des Publikums.

Wer das Publikum heute noch über klassische Einbahnstrassen-Monologe belehren will, verliert es. Hasmik Matinyan von TikTok beschrieb eine globale Community, die täglich über zwölf Millionen Beiträge zu Film und TV veröffentlicht. Die Nutzer sind keine passiven Konsumenten mehr, sondern agieren als Co-Creators. Ihre Devise an die Film- und Werbebranche ist unmissverständlich:
«Stop the monologue, start the dialogue."

Oliver Berben, CEO von Constantin Film, bekannte sich offen dazu, wie schwer dieser Kulturwandel den traditionellen Playern fällt. Jahrzehntelang war Hollywood darauf getrimmt, jedes Bild eifersüchtig unter Verschluss zu halten. Doch um in den sozialen Netzwerken echte virale Wucht und gelebtes Fandom zu entfesseln, müssen die Studios bereit sein, das Material loszulassen und das Publikum von Tag eins an auf den Beifahrersitz zu holen:
«You have to let go of some part of the control of the content. And that’s very hard for the industry."

Akt III: Die Rebellion der Jungen – Der Hunger nach Wahrhaftigkeit
Mitten in die Debatte um schwindende Aufmerksamkeitsspannen platzte der Auftritt des bereits zuvor zitierten Kane Parsons. Der 20-jährige Regisseur, der mit seiner auf YouTube gestarteten Found-Footage-Reihe The Backrooms und A24 den direkten Sprung nach Hollywood schaffte, erteilte den gängigen Vorurteilen eine deutliche Absage. Dass seine Generation angeblich nur noch Kurzfutter konsumieren könne, sei kein biologischer Fakt, sondern das Resultat algorithmischer Zwangsbewirtschaftung, die junge Menschen insgeheim verabscheuen. Das Kino bedeute für sie eine befreiende Entschleunigung: Ein geschlossener Raum, keine Ablenkung, ein gemeinsames Eintauchen.

Gleichzeitig verwehrte sich Parsons dagegen, sich von der Verleihindustrie in Genre-Käfige sperren zu lassen. The Backrooms sei für ihn kein simpler Horrorfilm, sondern ein existenzielles Drama. Das Horroretikett diene lediglich dem Marketing als Pfad des geringsten Widerstands:
«I didn’t direct a horror film and I don’t view it as a horror project. […] I’m going to try to stay as oblivious to those labels as possible."
Beim Schreiben habe er nicht in paranoider Angst vor Reaktionen kalkuliert, sondern als sein eigener, anspruchsvoller Fan agiert.
Akt IV: Das Gefecht der Systeme – Schiere Grösse gegen radikale Wendigkeit
Gelenkt wurden die Debatten im Dolder Grand u.a. von Andreas Wiseman. Der internationale Chefkorrespondent des Branchenmagazins Date limite legte die Finger zielsicher in die offenen Wunden der Studiomanager: Die Zeit des bequemen Wachstums durch schiere Grösse sei abgelaufen; gefragt seien radikale Antworten auf ein völlig zersplittertes Publikum. Wie aber navigiert man Medienunternehmen durch diese tektonischen Verschiebungen? Kevin Mayer, der als früherer Disney-Stratege Megadeals wie Pixar, Marvel und Lucasfilm einfädelte und später TikTok leitete, zog eine ernüchternde Bilanz. Die alte Taktik, mit immer grösseren Franchises die Weltmärkte zu dominieren, sei an ihre Grenzen gestossen. In der Ära hyperpersonalisierter Feeds schlägt Agilität schiere Grösse:
«Agility trumps scale, it trumps size, it trumps all of that. You really do need to be open to new things, react to them the right way, and embrace it.»
Mit Candle Media demonstriert er die Umkehrung des Systems: Statt aus Filmen Social-Media-Schnipsel zu quetschen, baut er aus organischen YouTube-Hits wie CoComelon weltweite Netflix-Erfolge und Kinospielfilme.

Dass diese Agilität Hand in Hand mit radikaler Kuratierung gehen muss, unterstrich MUBI-Gründer Efe Cakarel. In einer Welt, die von algorithmischem Fast-Food überflutet wird, setze MUBI bewusst auf das Gegenteil: Nicht Grösse um jeden Preis, sondern Haltung und Vertrauen. Hyperpersonalisierte Feeds böten zwar kurzfristige Befriedigung, schafften aber keine Kultur – denn Kultur brauche gemeinsame, geteilte Erlebnisse:
«Hyper-personalised entertainment gives you satisfaction, but cinema gives you something to talk about. Culture requires shared objects.»
Wie dieser Spagat zwischen kultureller Identität und weltweitem Markterfolg ökonomisch gelingt, sezierte das hochkarätig besetzte Panel um die US-Agenturschwergewichte Roeg Sutherland (CAA Media Finance) und Rena Ronson (UTA Independent Film Group). Ihre Diagnose für den internationalen Markt ist unmissverständlich: Die Zeiten, in denen globale Streaming-Konzerne blind jeden Autorenfilm mit Blankoschecks subventionierten, sind endgültig vorbei. Dass die Rettung nicht im Weichspülen für ein diffuses Weltpublikum liegt, unterstrich Janine Jackowski (Komplizen Film): Gerade das radikal Lokale und Spezifische schlage die Brücke über Ländergrenzen hinweg – wer versuche, den US-Geschmack am Reissbrett zu kopieren, scheitere verlässlich. Dem pflichtete ZFF-Präsident und Produzent Martin Moszkowicz bei, der vor falscher Scheu vor dem Publikum warnte: Auf der Kinoleinwand zähle keine intellektuelle Bequemlichkeit, sondern die kompromisslose Kraft der Emotion.

Dem drohenden Ausverkauf an rein zahlengetriebene Plattformen stellte die europäische Allianz «The Creatives» – zu deren Treibern auch Jackowskis Komplizen Film zählt – ein radikal eigenständiges Gegenmodell entgegen. Neun renommierte europäische Produktionshäuser schliessen sich zusammen – nicht über einen anonymen Finanzinvestor, sondern als Verbund, der zu 100 Prozent den beteiligten Kreativen gehört. Wenn Europa den Tech-Wettlauf gegen die USA und China verloren hat, muss es seine kulturelle DNA umso kompromissloser schützen:
«The only KPI for this company would be creativity.»

Dass Technologie zwar Budgets straffen, aber niemals ein Publikum herbeizaubern kann, untermauerte schliesslich John Sloss (Cinetic Media). Während Kameras, Software und Distributionswege austauschbar geworden sind, bleibt eine einzige Ressource das Mass aller Dinge: die menschliche Vorstellungskraft.

Akt V: Das Finale – Das Gesetz der Meisterschaft
Im feierlichen Höhepunkt des Gipfels führten Oscar-Preisträger Edward Berger (Rien de nouveau à l'Ouest, Konklave) und FilmNation-CEO Glen Basner vor Augen, worauf es abseits von Algorithmen und Finanzierungsmodellen ankommt. Berger schilderte, wie Basner ihn in der Postproduktion von Konklave davor bewahrte, den Film nach soliden Testvorführungen übereilt abzuhaken. Stattdessen investierten sie das restliche Budget in gezielte Nachdrehs, um das Werk vom Status «ganz gut» auf Meisterklasse zu heben. Berger formulierte die Quintessenz dieser Haltung:
«You can always do better."
Basner wiederum brachte die Kurationstheorie von FilmNation auf den Punkt: Es gehe nicht darum, was der Markt im Vorfeld zu verlangen scheine, sondern ob die Vision der Macher packt. Seine Maxime:
«We want to work on films that inspire us, and that we think we understand."

Wenn diese Funken überspringen, spielt das Produktionsbudget für den wahren Wert des Werks keine Rolle mehr. Auf Verleiher, die den Einkaufspreis eines fertigen Independent-Films drücken wollen, weil er günstig realisiert wurde, hat Basner eine unmissverständliche Antwort:
«Fuck you, that’s the budget of the film."
Ob eine Geschichte auf einer zwanzig Meter breiten Kinoleinwand oder vertikal auf dem Smartphone rezipiert wird, sei sekundär: Nicht der Bildschirm bestimmt die Erzählung, sondern die Erzählung erobert sich ihren Weg zum Publikum.
Passend zu diesem weltumspannenden Aufbruch kündigte Bill Kramer an, dass die Oscar-Verleihung ab 2029 weltweit und kostenlos auf YouTube in über 30 Sprachen gestreamt wird – das traditionsreichste Schaufenster des Kinos öffnet sich bedingungslos dem vernetzten Planeten.
Die Botschaft des Zurich Summit 2026 ist glasklar: Technologie demokratisiert die Werkzeuge, Plattformen verändern die Spielregeln und das Publikum fordert Mitsprache ein. Doch die schicksalhafte Frage unserer Zeit beantwortet sich nicht im Code. Ob auf der grossen Leinwand oder im Werbespot:
Nur Geschichten, die uns im Innersten packen und die wir wahrhaftig verstehen, überdauern das Rauschen.
Und wer Menschen wirklich berühren will, muss den Mut haben, die Extrameile zu gehen. Man kann es immer noch besser machen…
m&k-Service: Was die Werbe- und Kommunikationsbranche lernen muss
Die Impulse aus dem Dolder Grand reichen weit über die Filmwirtschaft hinaus – sie sind ein strategischer Weckruf für Werber, Marketing-Entscheider und Brand Storyteller:
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Vom Werbemonolog zum radikalen Community-Dialog: Marken dürfen nicht länger von oben herab Einwegbotschaften senden. Wer Relevanz will, muss Plattformen verstehen, zuhören und den Mut aufbringen, die eigene Markenstory von Creatorn und Fans adaptieren und remixen zu lassen.
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Keine Angst vor Kante und Haltung: Die Annahme, moderne Zielgruppen liessen sich ausschliesslich mit seichten 3-Sekunden-Reizen fesseln, ist trügerisch. Das Publikum hat eine feine Sensorik für algorithmische Belanglosigkeit entwickelt. Substanzielles Storytelling, Eigenständigkeit und Verlässlichkeit schlagen uniforme Hochglanzkampagnen. Noch entlafernder für aus der Zeit gefallenes Storytelling ist der Ritt auf Steretypen…
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«Inspire us, and we must understand it» als Leitplanke: Glen Basners Grundsatz ist das beste Qualitätskriterium für jedes Konzept. Löst die Kampagne eine echte Emotion à la Verdi aus? Wird der emotionale Kern auf Anhieb verstanden? Wenn dieses Fundament fehlt, verpufft auch der grösste Media-Spend erinnerungs-, belang- und wirkungslos.
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Das Handwerks-Ethos («You can always do better»): Während generative Tools Entwürfe, Moods und Texte in Rekordzeit generieren, wird die menschliche Urteilskraft zum entscheidenden Differenzierungsfaktor. Der Unterschied zwischen austauschbarer Massenwerbung und herausragender Kreation liegt im Willen, ein Konzept noch einmal aufzubrechen, den Satz präziser zu schleifen und den Schnitt nicht zu früh für beendet zu erklären.



