Stricken statt scrollen: Sogar Hollywood-Star Ryan Gosling schwört drauf
Am Wochenende vom 8. und 9. November wird das Stage One in Oerlikon zur wolligen Wohlfühl-Oase. bis zu 4000 Handarbeits-Fans werden erwartet. Wir haben uns mit den Initiantinnen über die heilende Wirkung der Nadeln in den Händen unterhalten.

m&k: Stricken statt Scrollen: TikTok und Social Media machen uns hyper und süchtig. Was macht ein Handwerk wie Stricken und Häkeln so besonders und warum ist es der perfekte Gegenpol?
Rebecca Nappo und Emelie Ottosson: In einer Welt voller schneller Reize schenkt Handarbeit etwas, das Social Media nie bieten kann: echte Ruhe, Konzentration und ein spürbares Ergebnis in den eigenen Händen. Beim Stricken oder Häkeln zählt nicht der schnelle Like, sondern der bewusste Moment. Masche für Masche, Reihe für Reihe.
Studien zeigen, dass Handarbeit eine positive Wirkung auf die mentale Gesundheit hat. Wie fördert Stricken Achtsamkeit und hilft dabei, Stress abzubauen, besonders in einer hektischen, digitalen Welt?
Handarbeit ist wie Meditation, einfach mit Garn. Das rhythmische Wiederholen von Bewegungen beruhigt den Geist, reduziert Stress und schafft Raum für Achtsamkeit. Es geht um das Gefühl, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, und um die Ruhe, die dabei entsteht. Das bewusste, entschleunigte Erleben von Kreativität.
Wie tragen Events wie «knitfest» dazu bei, Handarbeit mit Glamour und Lifestyle zu verbinden?
«knitfest» zeigt, dass Handarbeit längst keine Nische mehr ist. Sie ist Statement, Stil und Selfcare zugleich. Stricken ist nicht «altmodisch» – es ist bold, beautiful & powerful.
Prominente Stricker:innen: Prominente wie Julia Roberts, Taylor Swift und Ryan Gosling outen sich als Strick-Nerds. Was zieht die Celebrities zu einem so bodenständigen Handwerk wie Stricken?
Inmitten eines übervollen Terminkalenders bietet Handarbeit einen Rückzugsort. Sie verbindet Fokus, Kreativität und Entschleunigung. Es ist ein Raum ohne Kamera, ohne Druck, nur du und dein Garn. Genau diese Echtheit zieht viele an. knitfest möchte diese Haltung weitertragen: Stricken als moderne Form von Selfcare, unabhängig von Status oder Bekanntheit.
Wie hat die Pandemie das Interesse an Handarbeit beeinflusst und was bedeutet das für die Zukunft des Strickens als Trend und als kulturelles Statement?
Die Pandemie hat einen Perspektivenwechsel ausgelöst: In einer Zeit der Unsicherheit und Distanz haben viele Menschen Zuflucht in der Handarbeit gefunden. Stricken wurde zu einem stillen Anker. Eine Möglichkeit, Kontrolle und Kreativität zurückzugewinnen, während um uns herum vieles stillstand. Heute steht Handarbeit für mehr als nur ein Hobby. knitfest greift das Lebensgefühl auf und feiert nicht nur ein Fest rund um Wolle, sondern auch die Community und das Miteinander.
Welche Rolle spielt die Handarbeitsszene heute in der Modewelt, und warum ist sie aus der heutigen, nachhaltigeren Modebranche nicht mehr wegzudenken?
Handarbeit ist zum Symbol für bewussten Konsum und Individualität geworden. Sie steht für Langlebigkeit, Authentizität und Respekt vor Material und Herkunft. Ein gutes Beispiel ist der Sophie Scarf von PetiteKnit – ein Strickdesign, das vom Social-Media-Trend bis in die Modewelt gereicht hat und heute sogar maschinell produziert wird. knitfest greift genau diesen Zeitgeist auf: Handarbeit als Verbindung von Stil, Nachhaltigkeit und Persönlichkeit.
Was macht den Mega-Workshop von Lærke Bagger bei knitfest so einzigartig und warum ist sie als Referentin der perfekte Fit für ein Event, das sowohl auf Kreativität als auch auf persönliches Wachstum setzt?
Lærke Bagger steht für alles, was knitfest verkörpert: Mut, Kreativität und Freiheit im Denken. Ihr «Mega Workshop» ist kein klassischer Kurs. Es ist ein Erlebnis. Sie ermutigt, Fehler zu feiern, Strukturen zu brechen und Stricken als Kunstform zu begreifen. Für knitfest ist sie der perfekte Fit, weil sie die Botschaft verkörpert, die uns antreibt: Stricken ist mehr als nur ein altes verstaubtes Hobby. Es ist Ausdruck, Emotion und Empowerment.

Initiiert von Emelie Ottosson (38) und Rebecca Nappo (45), zwei jungen Strickenthusiastinnen aus der Schweizer Kreativszene, wird knitfest ein farbenfrohes Fest für Garnbegeisterte: Es geht um Gemeinschaft, Austausch, Sichtbarkeit – und darum, alte Grenzen zwischen DIY, Kunst, Design und Mode spielerisch aufzulösen.
8. und 9. November im Stage One in Oerlikon. Mehr info unter >knit-fest.com
