Das Fenster zur neuen Kulturwelt Luganos
LUGANO Die Sonnenstube der Schweiz hat ein Kulturzentrum erhalten. Das LAC – Lugano Arte e Cultura – will sich als Brücke zwischen Nord- und Südeuropa und als wichtige kulturelle Institution der Schweiz positionieren. Nicht zuletzt aber auch als neue Attraktion und Location im Tagungen- und Event-Bereich. Dieser Beitrag ist in der Oktober-Ausgabe des Fachmagazins «Tagungen & Events» erschienen. Weitere Beiträge zu Events, Seminare, Destinationen und Locations? Zum Abo.Da steht es, das neue Fenster von Lugano. Gemeint ist damit die Eingangshalle zum Kulturzentrum LAC. Der Eingangsbereich, samt Türen, ist bewusst aus Glas, um so das Licht und die Besucher mit «offenen Armen» willkommenzuheissen. Das LAC wurde auf der Piazza Bernardino Luini gebaut – dem grössten Platz Luganos. Von der Seeseite kommt man über eine kurze Treppe auf den Platz. Dieser ist gleichzeitig ein Tor. Zum einen zu einer anderen Zeit. Denn auf der Piazza steht zudem das «Palace» – einst Adligenresidenz, dann Hotel und heute Teil des Kulturzentrums. Noch immer glänzt die Fassade aus dem 19. Jahrhundert und schliesst sich dem modernen Design des LAC an. Auch der Innenhof des Palace – mit seinem Garten, seinen Fresken und seiner Kirche – erinnert an jene Zeit. Zum anderen ist die Piazza ein Tor zu einer kulturellen Welt voller Kunst, Tanz und Theater. Der Eingangsbereich des LAC ist breit, hoch und hell. Der Gedanke des Architekten, die Grenzen zwischen dem Äusseren und Inneren zu minimieren, wird sofort klar.

Der Eingangsbereich des LAC soll wie ein Fenster wirken und die Grenze zwischen dem Inneren und Äusseren mindern. Als Teil des Alltags2001 gewann Ivano Gianola, ein Vertreter der Tessiner Schule, den Auftrag, das neue Kulturzentrum zu gestalten. «Ich wollte es so anfertigen, dass die Menschen das Gebäude durchqueren können als sei es eine gewöhnliche Durchgangsstrasse », erläutert der Architekt. Dahinter steht die Absicht, die Trennung zwischen den physischen Räumen aufzuheben und das LAC zum Teil des Alltags werden zu lassen. 2010 wurde der erste Grundstein zum Bau gelegt und am 12. September 2015 wurde das «Fenster» geöffnet.Ein Raum voller AkustikVon der Eingangshalle aus gelangt man zum Theater- und Konzertsaal mit rund 1000 Sitzplätzen. Von der Symphonie zu Jazzkonzerten, von der Operette zum Schauspiel: Dank einer Akustikmuschel ist eine Vielfalt an Aufführungen möglich. Der Saal eignet sich zudem für Kongresse, Generalversammlungen und Firmenfeste.Tagungen und SeminareAus dem Auditorium raus, die Rolltreppe hinauf, befinden sich auf der dritten Etage weitere vier Säle. Die Räume sind einfach, weiss und von Licht überflutet. Besonders der Saal vier, am Rande des Gebäudes, besitzt grosse Fenster und eine Aussenterrasse mit Blick auf den Lago di Lugano. In diesem Raum sind zudem Apéros und kleinere Festanlässe möglich. Die Säle eins bis drei werden vor allem für Sitzungen und Seminare genutzt. Daher sind sie auch mit modernster Technik ausgestattet. Ein Restaurant gibt es im LAC nicht, aber einen Cateringservice, der auf Wunsch dazugebucht werden kann. Das Seminarangebot wird durch das Studiotheater ergänzt. In diesem finden vorwiegend kleinere Vorstellungen statt sowie Proben für Theateraktivitäten. Der Saal eignet sich aber auch für Seminare und Feiern. Er befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des LAC. Zu ihm gelangt man über den dazwischen angelegten Park. Dieser ist mit verschiedenen Kunstwerken geschmückt und für alle zugänglich. «Das ist ein wichtiger Ansatz des Kulturzentrums», betont der Direktor des Zentrums, Michel Gagnon: «Das LAC ist ein Ort für alle, an dem man nicht nur eine Vorstellung oder Ausstellung sieht, sondern eine dynamische und lebendige Realität.»Kunst auf drei EbenenDiese zieht sich auch im anderen Kernstück fort: im Museum. Es entstand aus dem Zusammenschluss zwischen dem kantonalen und städtischen Museum. Auf drei Stöcken verteilt zeigen Künstler ihre Kreationen. Wobei der erste Stock die permanente Ausstellung zum Tessin und die Stadt Lugano zeigt und die beiden weiteren Stöcke für Wechselausstellungen reserviert sind. Die Ausstellungen selbst folgen keiner bestimmten Epoche, viel mehr sollen sie die verschiedenen Künste aufzeigen und fördern.Kultur-Quartier als RahmenprogrammMit dem Kulturzentrum hat sich Lugano einen Angelpunkt für Nord- und Südeuropa geschaffen. «Das LAC soll zukünftig eine wichtige Rolle für die soziale und wirtschaftliche Umwandlung der Stadt spielen. Es ist als neues Quartier für Kunst und Kultur zu betrachten», sagt der Direktor. So will es sich auch im Tagungen- und Event-Bereich positionieren. Denn das LAC ist eine ideale Fläche für kulturelle Rahmenprogramme, die sich vor oder nach einer Sitzung oder einem Seminar integrieren lassen.Autorin: Melanie Granados
