SSM, Unikom und Corall beschliessen neuen GAV für Lokalradios
Die Mediengewerkschaft SSM, Unikom und Corall haben einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für konzessionierte, nicht gewinnorientierte Lokalradios abgeschlossen. Der sogenannte Branchenvertrag 25 tritt am 1. März 2025 in Kraft und bringt höhere Mindestlöhne, mehr Ferien sowie einen stärkeren Persönlichkeitsschutz am Arbeitsplatz.
Der neue GAV wurde im Zuge der Neukonzessionierung für die Periode 2025–2034 ausgehandelt. Konzessionierte Radios mussten sich gegenüber dem Bundesamt für Kommunikation Bakom zu branchenüblichen Arbeitsbedingungen verpflichten. Der Branchenvertrag 25 legt hierfür die Standards fest. Neu unter den GAV fallen auch die neukonzessionierten Radios Vostok (Unikom) und Gwendalyn (Corall).
Der Mindestlohn für Beschäftigte in der Branche steigt von 4’700 auf 5’050 Franken pro Monat bei 13 Monatslöhnen. Mitarbeitende mit einer 42-Stunden-Woche erhalten neu sechs Wochen Ferien, bei 40 Stunden sind es fünf. Zudem wurden verbindliche Massnahmen zum Persönlichkeitsschutz eingeführt, die in einem Personalreglement festgehalten werden müssen. Auch Praktikant:innen werden künftig in den GAV einbezogen, wobei die Löhne noch zwischen den Sozialpartnern verhandelt werden.
Nicht alle Lokalradios sind Teil der Vereinbarung. Radio Toxic.fm ist künftig nicht mehr im Branchenvertrag vertreten, und Radio X nahm nicht an den Verhandlungen teil. Für sie gelten weiterhin die Arbeitsbedingungen für Privatradios, die unter anderem einen 13. Monatslohn und Pensionskassen-Beiträge ab dem ersten verdienten Franken vorsehen.
Die Sozialpartner sehen den neuen GAV als wichtigen Schritt für faire Arbeitsbedingungen im Medienbereich. Er soll zur Qualitätssicherung der Branche beitragen und eine nachhaltige Grundlage für Medienschaffende in den betroffenen Lokalradios schaffen.

