SRG Sparmassnahmen: 80 Millionen Franken für 2027 fixiert
Mit dem Transformationsprojekt Enavant konkretisiert die SRG ihre Sparmassnahmen für 2027. Über 20 Prozent der obersten Führungspositionen fallen weg, 80 Millionen Franken werden in Strukturen, Prozessen und Programm eingespart.

Die SRG SSR hat die SRG Sparmassnahmen für das Jahr 2027 konkretisiert. Im Rahmen des unternehmensweiten Transformationsprojekts Enavant stellt sich das Unternehmen grundlegend neu auf, um digitaler, effizienter und beweglicher zu werden. Bis 2029 muss die SRG insgesamt rund 270 Millionen Franken einsparen, wovon 80 Millionen Franken bereits für das Jahr 2027 in den Regionaleinheiten und Bereichen festgelegt wurden.
Strukturen statt Programmabbau im Fokus
Rund 95 Prozent der Einsparungen für 2027 werden laut Mitteilung in den Strukturen, Prozessen und Herstellungsweisen erzielt. Dennoch werden Auswirkungen auch im Programm spürbar sein. Wo möglich, sollen Einsparungen innerhalb bestehender Formate oder durch verstärkte Zusammenarbeit über die Sprachregionen hinweg erreicht werden, statt ganze Programme einzustellen. Im Bereich Angebot werden insbesondere bei Sport und Fiktion Möglichkeiten zur Zusammenarbeit über die Sprachregionen hinweg stärker genutzt. Im Bereich Operationen stehen die betrieblichen und technischen Leistungen im Fokus der Einsparungen. Die Support-Bereiche Finanzen, HR, Stab und Kommunikation setzen überproportionale Sparaufträge um, damit das Programm im Sinne des Publikums möglichst verschont bleibt.
Seit Januar vergangenen Jahres wird das neue Organisationsmodell schrittweise umgesetzt. Bereiche wie Finanzen, Human Resources sowie Operationen und Angebot werden neu SRG-weit geführt, mit regional verankerten Fachteams. Im Bereich Angebot werden unter anderem Sport und Fiktion sowie die Live- und Streamingplattform Play+ SRG-weit gebündelt und gesteuert. Im Bereich Operationen wurden die Produktions- und Technologiebereiche zusammengeführt, wodurch laut SRG bereits in den vergangenen Monaten Doppelspurigkeiten reduziert wurden.
Reduzierte Führungsebenen bei der SRG
Die obersten drei Führungsebenen sind mittlerweile fast vollständig besetzt. Auf diesen Ebenen baut die SRG im Vergleich zu 2024 mehr als 20 Prozent der Führungspositionen ab. Der Frauenanteil liegt bei mehr als 40 Prozent, was laut Unternehmen fast dem Geschlechterverhältnis in der SRG insgesamt entspricht. Die definitiven Kennzahlen zur Zusammensetzung der neuen Führungsorganisation liegen nach Abschluss des Stellenbesetzungsprozesses vor.
Ein Teil des Stellenabbaus soll durch Fluktuation und Pensionierungen erfolgen. Beim Stellenabbau kommt der Sozialplan der SRG zur Anwendung. SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina sagt dazu: «Die notwendigen Einsparungen verlangen von der gesamten SRG grosse Veränderungen. Entscheidend ist, dass wir diese jetzt verantwortungsvoll umsetzen. Dazu stärken wir die Zusammenarbeit über die Sprachregionen hinweg. Gleichzeitig bleibt die regionale Verankerung für uns zentral.»
SRG-Generaldirektorin Susanne Wille betont: «Wir sind unserem Publikum verpflichtet. Deshalb setzen wir den politischen Sparauftrag so um, dass möglichst viel von jedem Franken der Medienabgabe ins Programm fliesst. Dazu hinterfragen wir auch unsere eigenen Strukturen konsequent: Auf den obersten Führungsebenen bauen wir mehr als 20 Prozent der Führungspositionen ab. Gleichzeitig schützen wir das Programm, wo immer es geht.» Sie hält weiter fest: «Diese Veränderungen sind anspruchsvoll für das Unternehmen und insbesondere für die betroffenen Mitarbeitenden. Sie sind aber notwendig, um die SRG digitaler, effizienter und beweglicher zu machen und auch künftig einen starken Service public für die Schweiz zu leisten.»
Kommunikation in den Sprachregionen
Die Kommunikation der Sparmassnahmen für 2027 erfolgt in den kommenden Tagen in den vier Sprachregionen. Dabei informieren die Regionen über die konkreten Auswirkungen auf ihr Programm und ihre Mitarbeitenden: SRF in der Deutschschweiz am 14. September, RTS in der Suisse romande am 15. September, RSI in der Svizzera italiana am 16. September und RTR in der Svizra rumantscha am 17. September 2026.
Mit den Massnahmen für 2027 ist die Transformation der SRG nicht abgeschlossen. Die weiteren Transformations- und Sparmassnahmen für die Jahre 2028 und 2029 werden im Rahmen der Finanzplanung schrittweise in den Bereichen und Regionen konkretisiert. Auch in den kommenden Jahren will die SRG laufend ihr Programmangebot anpassen, weiterentwickeln und erneuern.
Weitere Informationen zur SRG SSR finden sich unter https://www.srgssr.ch.
