Schweizer:innen interessieren sich immer weniger für Nachrichten

Der Reuters Digital News Report zeigt: Die Bedeutung von Social Media als Quelle für Nachrichten nimmt zu – doch das generelle Interesse der Bevölkerung an Nachrichten sinkt. Viele meiden News sogar bewusst.

Symbolbild / Unsplash.

Das Interesse an News war in der Schweiz bis im Jahr 2021 stabil, nimmt seither aber kontinuierlich ab, wie aus dem am Mittwoch publizierten Länderbericht des «Reuters Digital News Report» hervor geht. Demnach interessiert sich weniger als die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer für Nachrichten. Das sind vier Prozentpunkte weniger als 2022 und elf Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren.

Ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer gibt zudem an, Nachrichten manchmal oder sogar oft aktiv zu meiden. Auch dieser Wert ist in den letzten Jahren gestiegen, wie die Forschungsstelle Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universitïät Zürich mitteilte. Vor der Pandemie 2019 gaben nur 26 Prozent der Befragten an, Nachrichten aktiv zu meiden.

Im internationalen Vergleich sei dieser Rückgang des Interesses allerdings nicht so stark ausgeprägt, hiess es weiter. In Ländern wie Frankreich, Grossbritannien und den USA habe das Interesse stärker abgenommen. Die Nachbarländer Deutschland und Österreich zeigten aber ähnliche Entwicklungen wie die Schweiz.

Social Media werden wichtiger

Digitale Kanäle spielen dabei laut dem Bericht eine immer grössere Rolle. Für rund die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer sind sie die wichtigste Informationsquelle. Zunehmend an Bedeutung gewonnen haben auch soziale Medien. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 18- bis 24 Jahren sind Social Media (41 Prozent) bereits wichtiger als Newssites (37 Prozent). Für ältere Personen ab 55 Jahren ist das Fernsehen die Hauptinformationsquelle (41 Prozent).

Die Zahlungsbereitschaft für Nachrichten hat in der Schweiz indessen in den letzten Jahren zugenommen. Während 2016 noch 10 Prozent der Befragten angaben, im letzten Jahr für Online-Nachrichten bezahlt zu haben, waren es 2023 17 Prozent. Im Vergleich zum letzten Bericht ist dies aber ein Prozentpunkt weniger.

Im Digital News Report werden seit 2012 jährlich auf der Grundlage einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung in mehreren Ländern verschiedene Aspekte der Mediennutzung erfasst. 2023 wurden 46 Länder aus sechs Kontinenten untersucht. Verantwortlich ist das Reuters Institute for the Study of Journalism der University of Oxford. (sda)

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