Schawinski soll Weltwoche vor Gericht entlasten
Eine Woche nach dem Aus der Kultsendung «Roger gegen Roger» zeigen Recherchen der Sonntagszeitung: Schawinski soll vor Gericht gegen seinen Freund Professor Sarasin aussagen, um die Weltwoche zu entlasten.
Die Verwunderung über das plötzliche Ende der Erfolgs-Talkshow «Roger gegen Roger» war vergangene Woche gross. Zwar hat Schawinski in der letzten Sendung auffallend emotional auf Köppels Statements zur Flüchtlingspolitk reagiert, doch kleinere Eklats und Gehässigkeiten waren in den letzten Jahren in der Sendung an der Tagesordnung. Vermutlich einer der vielen Gründe, die die Sendung so populär und beliebt gemacht haben. Schawinski hat das Format mit der Begründung, Köppel nutze die Sendung immer mehr für seine persönliche Wahlpropaganda, statt als Journalist aufzutreten, begraben. «Politiker und Journalist gleichzeitig – das geht meiner Meinung nach gar nicht», so der Radio-1-Chef im Blick-Interview.
Dass Köppels Nationalrats-Kandidatur vielleicht nicht der einzige Grund für das plötzliche Aus war, enthüllt nun die Sonntagszeitung. Zwei Wochen vor der Einstellung der Sendung habe Schawinski erfahren, dass ihn Köppel in einem Gerichtsverfahren als Zeugen vorladen will. Brisant: Der Radio-Pionier soll dabei gegen seinen eigenen Freund, den Zürcher Geschichtsprofessor Philipp Sarasin aussagen und so die Weltwoche vor dessen Klage schützen. Die Weltwoche warf Sarasin nämlich vor, er habe als Mitglied der Berufungskommission die Liebesbeziehung mit der Kandidatin Svenja Goltermann verschwiegen. Sarasin wiederum wies die Vorwürfe zurück – mit der Begründung, das Verhältnis habe erst drei Jahre nach Abschluss des Berufungsverfahrens begonnen. Im Gegenzug reichte er Strafanzeige wegen Ehrverletzung gegen den Autor ein und klagt gegen Verlag und Autor wegen Persönlichkeitsverletzung.
Laut Sonntagszeitung berichten mehrere Quellen, Schawinski soll daraufhin Köppel am Rande einer Sendung verraten haben, es sei allgemein bekannt, dass das Verhältnis schon vor Abschluss des Berufungsverfahrens bestanden habe. Mit dieser Aussage soll er nun die Weltwoche entlasten. Schawinski hingegen bestreitet gegenüber der Zeitung, eine entsprechende Aussage gemacht zu haben. Diese Unterstellung unterstreiche nur «die miserable Quellenlage» für Köppels «Kampagne gegen Philipp Sarasin und Svenja Goltermann». Ausserdem habe «das beispiellose Vorgehen» von Köppel nichts mit den kommunizierten Gründen für das Ende der Sendung zu tun. (hae)
