Sankt Jakob geht ein Licht auf

Aussenwerbung LED-Bildschirme als Werbefläche kennt man von den Bahnhöfen. Jetzt installiert Affichage in Basel erstmals ein Outdoor-E-Board.

Aussenwerbung LED-Bildschirme als Werbefläche kennt man von den Bahnhöfen. Jetzt installiert Affichage in Basel erstmals ein Outdoor-E-Board.Auch an Tagen ohne Sportveranstaltungen
passieren über 18000 Fahrzeuge die Kreuzung St.
Jakob-Strasse–Brüglingerstrasse in Basel. Wenn dann aber im
angrenzenden St.-Jakob-Stadion FCB-Goalie Pascal Zuberbühler seine
Paraden zeigt oder Roger Federer in der benachbarten Sporthalle die
Swiss Indoors gewinnt, dann wimmelt es auf der Kreuzung auch mal von
Abertausenden von Menschen.

Werbender Wegweiser
Just an dieser Kreuzung steht seit kurzem ein Betonturm mit der weit
sichtbaren Aufschrift «St. Jakobshalle Basel», der demnächst seine
Funktion als Wegweiser aufnimmt. Zudem sind hier ein Ticketoffice, ein
Kiosk, eine Bushaltestelle und ein Bancomat integriert. Darüber hinaus
dient der Turm aber auch als Werbefläche. Denn der Aussenwerber
Affichage hat über seine Tochterfirma E-Advertising auf die Kreuzung
hin an der Turmfassade ein 14 Quadratmeter grosses E-Board angebracht,
das voraussichtlich am 1. November in Betrieb geht. Das E-Board ist mit
vier Leuchtstreifen, welche die Turmfassade umgeben, elektronisch
gekoppelt. Leuchtet auf dem Bildschirm das Logo einer Firma auf, deren
Basisfarbe grün ist, färben sich die je drei Meter breiten Streifen
ebenfalls grün. Wechselt das Logo, passen sich die Streifen farblich
entsprechend an.

Nur leicht animierte Werbung
Bei der Affichage ist man auch aus städtebaulicher und ästhetischer
Sicht stolz auf dieses «Novum in der Aussenwerbung». Denn bisher waren
solche elektronischen Tafeln nur im Indoor-Bereich erlaubt. Auf dem
LED-Bildschirm am Basler Turm ist im Gegensatz zu den
Affichage-E-Boards in Bahnhofhallen wegen der Verkehrssicherheit nur
«leicht animierte Werbung» und kein Spot erlaubt, wie Ueli Ritschard,
Geschäftsführer von E-Advertising, erklärt. «Das E-Board am
Sporthalle-Tower setzen wir fürs Branding und die Imagewerbung ein»,
sagt er. «Hier entsteht mit Sicherheit kein Piccadilly Circus.» Kunden,
die das E-Board belegen wollen, verpflichten sich für mindestens ein
halbes Jahr und teilen die Präsenz am Turm dann mit maximal fünf
anderen Werbetreibenden. Die sechs Logos werden je abwechselnd 15
Sekunden lang gezeigt, und dies täglich zwischen 6 und 24 Uhr. Der
Sujetwechsel sowie die sich blitzartig anpassenden Leuchtstreifen
garantieren einen hohen Wahrnehmungsgrad. Eine halbjährige Belegung
kostet den Werbekunden netto 39 100 Franken netto, ein ganzes Jahr 66 300 Franken. Mit der Amag hat Ritschard
bereits einen ersten Vertrag abgeschlossen, bei weiteren Interessenten
steht er kurz vor dem Abschluss.

Die Bauherrschaft hatte zunächst einen LED-Bildschirm minderer Qualität
und bloss für Informationen im Rahmen des Publikumleitsystems
ausgeschrieben. «Wir schlugen vor, ein teureres E-Board anzuschaffen,
dieses aber mit Werbung zu refinanzieren», berichtet Ritschard. Das kam
an: Affichage erhielt den Auftrag.
Ob E-Advertising anderswo bald schon ähnliche E-Boards in Betrieb
nehmen kann? Die Chance ist gross, «denn LED-Flächen werden vermehrt
für die Fassadengestaltung eingesetzt», sagt Ueli Ritschard.

Markus Knöpfli

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