KI-Studie Schweiz: Faszination und Sorge zugleich

Eine neue Studie der Universität Zürich, unterstützt von Sunrise, zeigt: Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung steht generativer KI ambivalent gegenüber – Begeisterung und Besorgnis existieren gleichzeitig, nicht als Gegensätze.

UZH Studie: KI löst Faszination und Sorge aus. Quelle: zvg

KI-Studie Schweiz: Ambivalenz statt klarer Fronten

Eine neue KI-Studie Schweiz der Universität Zürich – wissenschaftlich unabhängig durchgeführt und von Sunrise unterstützt – liefert eines der bislang umfassendsten Bilder davon, wie Menschen in der Deutsch- und Westschweiz generative künstliche Intelligenz wahrnehmen und nutzen. Die Ergebnisse stellen gängige Annahmen infrage: Die Mehrheit der Befragten ist weder klar begeistert noch eindeutig besorgt – sondern beides gleichzeitig.

Die Studie trägt den Titel «ai-dentities» und basiert auf einer national gewichteten Befragung von 1000 Personen im Alter von 15 bis 79 Jahren. Sorge überwiegt Begeisterung leicht, doch auffallend viele Befragte berichten, beide Empfindungen zugleich zu erleben. Nutzung und Akzeptanz von KI unterscheiden sich dabei nach Alter und Geschlecht: Jüngere Menschen nutzen generative KI deutlich häufiger. Frauen setzen sie etwas öfter ein als Männer – und mit etwas geringerer Besorgnis.

Metaphern machen die Ambivalenz sichtbar

Ein prägendes Element der Studie ist die qualitative Analyse der Metaphern, mit denen Menschen KI beschreiben. «Lebkuchen: lecker, aber klebrig» oder «Formel 1: Das Auto kann extrem viel – aber es braucht eine Fahrerin oder einen Fahrer» – solche Bilder zeigen, wie stark soziale und politische Sorgen das öffentliche Verständnis von KI prägen. Sie erfassen Nuancen, die standardisierte Einstellungsumfragen oft nicht abbilden. Auch «Lego – weil es zum Spielen animiert» zählt zu den genannten Vergleichen.

Sandra Cortesi, Erstautorin der Studie und Forscherin an der Universität Zürich sowie Assistenzprofessorin für Partizipation und Diversität in digitalen Gesellschaften an der Technischen Universität München, ordnet die Befunde ein: «In der öffentlichen Debatte wird oft von einer Spaltung zwischen KI-Enthusiastinnen und -Enthusiasten und Skeptikerinnen und Skeptikern ausgegangen. Unsere Daten zeigen etwas anderes: Die meisten Menschen empfinden Sorge und Begeisterung zugleich.» Diese Ambivalenz sei keine Verwirrung, so Cortesi, sondern spiegle eine reflektierte Auseinandersetzung mit einer Technologie wider, die tatsächlich sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringe. Gleichzeitig mahnt sie: Junge Menschen integrieren generative KI öfter in ihren Alltag, ob mit den nötigen Kompetenzen, bleibe offen – umso mehr seien Gesellschaft und Institutionen durch Bildung, klare Leitplanken und die aktive Einbindung junger Menschen gefordert.

Sunrise: Gesellschaftliche Debatte als Teil der Verantwortung

Als Telekommunikationsanbieterin schafft Sunrise die technologischen Voraussetzungen – Konnektivität, Verarbeitungskapazität, resiliente Infrastruktur –, damit neue digitale Technologien im Alltag nutzbar werden. Das Unternehmen sieht sich darüber hinaus in der Verantwortung, die gesellschaftliche Auseinandersetzung rund um KI zu ermöglichen und entsprechende Forschung zu unterstützen. «Künstliche Intelligenz wird nur dann echten Mehrwert schaffen, wenn Menschen ihr vertrauen und sie verstehen», sagt André Krause, CEO von Sunrise. «Dafür braucht es eine gesellschaftliche Auseinandersetzung und unabhängige Erkenntnisse darüber, wie Individuen, Gruppen und die breite Gesellschaft diese Technologie erleben.»

Die nun publizierten Ergebnisse sind Teil des langfristigen Forschungsprojekts «ai-dentities». Eine vertiefte Analyse mit zusätzlichen Daten und weiterführender Interpretation soll im dritten Quartal 2026 vorgestellt werden. Weitere Informationen zur Studie und zu kommenden Publikationen sind unter www.aidentities.ch verfügbar.

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