«Manipulationen kann man nie ganz ausschliessen»
Internetforschung Mit den getroffenen Massnahmen würden die Hürden für künftige Hacker-Attacken stark erhöht, erklärt Christine Diemand, Projektleiterin der manipulierten Net-Audit.
Internetforschung Mit den getroffenen Massnahmen würden die Hürden für künftige Hacker-Attacken stark erhöht, erklärt Christine Diemand, Projektleiterin der manipulierten Net-Audit.WW Wieso werden die Namen der Betrüger nicht bekannt gegeben? Und weshalb sind drei sehr unterschiedliche Websites betroffen, die alle verschiedenen Betreibern gehören? Christine Diemand Die Abklärungen laufen zurzeit. Ich kann Ihnen keine Namen nennen. Ebenso wenig kann ich Aussagen darüber machen, auf welchem Wege die Auswahl der manipulierten Sites zu Stande kam. Wir wissen es selber nicht.
Wäre die Veröffentlichung des Namens nicht schon zur Schadensbegrenzung notwendig?
Es ist noch zu früh, um über Massnahmen zu sprechen. Das weitere Vorgehen wird zurzeit diskutiert.
Wie wurden die Manipulationen überhaupt entdeckt?
Von derjenigen Person, die die Manipulationen vorgenommen hat, ist ein Hinweis an uns gegangen. Das war der Auslöser. In der Folge haben wir genauere Abklärungen in die Wege geleitet.
Besteht der Verdacht, dass schon früher betrogen wurde?
Manipulationen kann man nie ganz ausschliessen. Grundsätzlich gehen wir bei den Teilnehmern des Net-Audit aber von der Kooperationswilligkeit und nicht von betrügerischen Absichten aus. Das gilt ebenso für alle anderen unserer Statistiken. Es handelt sich dabei stets um Vertrauensverhältnisse, bei denen auch die Wemf darauf angewiesen ist, dass sich die Teilnehmer an die Regeln halten.
Net-Audit ist erst im Februar dieses Jahres gestartet: Schieben Sie die
erfolgten Manipulationen den Kinderkrankheiten der Studie zu?
Eigentlich nicht. Denn wir sind ja nicht die Einzigen, die das System von Net-Audit verwenden. Die betreffenden Stellen, welche die Internetnutzung in Deutschland und Österreich messen, arbeiten mit dem genau gleichen Tool. Dort ist bis heute allerdings kein vergleichbarer Betrugsfall festgestellt worden.
Erstaunlich ist auch, wie stark das Net-Audit-Panel seit der
Lancierung gewachsen ist: Mit zehn Websites ging es los. Jetzt, nur
knapp acht Monate später, sind es bereits 60. War das Controlling überfordert?
Nein. Mit zunehmender Teilnehmerzahl mussten wir den technischen Support ohnehin ausbauen. Deshalb verfügen wir heute über wesentlich mehr Kapazitäten als beim Start. Dabei wurde auch das Know-how nochmals verstärkt. Grundsätzlich sind wir gar nicht so unglücklich darüber, dass die Manipulation zu einem Zeitpunkt erfolgt ist, wo wir ohnehin daran sind, die Abläufe weiter zu optimieren.
Die Wemf durchleuchtet die Webnutzung ja auch noch mit den Studien MA Net und MA Comis.
Können Sie Gewähr dafür bieten, dass diese frei von Manipulationen sind?
Die Studien MA Net und MA Comis unterscheiden sich grundsätzlich von Net-Audit: Bei diesen beiden Untersuchungen werden keine Zugriffe gemessen, die Nutzung wird via Befragung erhoben. Nur schon deswegen kann ein Sitebetreiber dort keinen Einfluss nehmen. Auch technische Manipulationen von Personen, die nicht direkt mit der Durchführung der Studie zu tun haben, wie beim aufgedeckten Betrugsfall, können hier ausgeschlossen werden.
Christine Diemand.
Interview: Daniel Schifferle
Wäre die Veröffentlichung des Namens nicht schon zur Schadensbegrenzung notwendig?
Es ist noch zu früh, um über Massnahmen zu sprechen. Das weitere Vorgehen wird zurzeit diskutiert.
Wie wurden die Manipulationen überhaupt entdeckt?
Von derjenigen Person, die die Manipulationen vorgenommen hat, ist ein Hinweis an uns gegangen. Das war der Auslöser. In der Folge haben wir genauere Abklärungen in die Wege geleitet.
Besteht der Verdacht, dass schon früher betrogen wurde?
Manipulationen kann man nie ganz ausschliessen. Grundsätzlich gehen wir bei den Teilnehmern des Net-Audit aber von der Kooperationswilligkeit und nicht von betrügerischen Absichten aus. Das gilt ebenso für alle anderen unserer Statistiken. Es handelt sich dabei stets um Vertrauensverhältnisse, bei denen auch die Wemf darauf angewiesen ist, dass sich die Teilnehmer an die Regeln halten.
Net-Audit ist erst im Februar dieses Jahres gestartet: Schieben Sie die
erfolgten Manipulationen den Kinderkrankheiten der Studie zu?
Eigentlich nicht. Denn wir sind ja nicht die Einzigen, die das System von Net-Audit verwenden. Die betreffenden Stellen, welche die Internetnutzung in Deutschland und Österreich messen, arbeiten mit dem genau gleichen Tool. Dort ist bis heute allerdings kein vergleichbarer Betrugsfall festgestellt worden.
Erstaunlich ist auch, wie stark das Net-Audit-Panel seit der
Lancierung gewachsen ist: Mit zehn Websites ging es los. Jetzt, nur
knapp acht Monate später, sind es bereits 60. War das Controlling überfordert?
Nein. Mit zunehmender Teilnehmerzahl mussten wir den technischen Support ohnehin ausbauen. Deshalb verfügen wir heute über wesentlich mehr Kapazitäten als beim Start. Dabei wurde auch das Know-how nochmals verstärkt. Grundsätzlich sind wir gar nicht so unglücklich darüber, dass die Manipulation zu einem Zeitpunkt erfolgt ist, wo wir ohnehin daran sind, die Abläufe weiter zu optimieren.
Die Wemf durchleuchtet die Webnutzung ja auch noch mit den Studien MA Net und MA Comis.
Können Sie Gewähr dafür bieten, dass diese frei von Manipulationen sind?
Die Studien MA Net und MA Comis unterscheiden sich grundsätzlich von Net-Audit: Bei diesen beiden Untersuchungen werden keine Zugriffe gemessen, die Nutzung wird via Befragung erhoben. Nur schon deswegen kann ein Sitebetreiber dort keinen Einfluss nehmen. Auch technische Manipulationen von Personen, die nicht direkt mit der Durchführung der Studie zu tun haben, wie beim aufgedeckten Betrugsfall, können hier ausgeschlossen werden.
Christine Diemand.
Interview: Daniel Schifferle
