IP guckt bei PubliGroupe ab
Vermarkter Strategiewechsel am Goldbach: IP Multimedia (Schweiz) steigt ins Lokal-TV-Geschäft ein. Und sie will neu auch für Radio, AdScreen und Online den lokalen Markt bearbeiten.
Vermarkter Strategiewechsel am Goldbach: IP Multimedia (Schweiz) steigt ins Lokal-TV-Geschäft ein. Und sie will neu auch für Radio, AdScreen und Online den lokalen Markt bearbeiten.Bisher fokussierte die IP Multimedia (Schweiz) auf den nationalen oder sprachregionalen Markt. Entsprechend vermarktete sie neben ihren TV-Werbefenstern und Energy Zürich primär Radiopools sowie ganze Ad-Screen-Netze, und auch im Onlinebereich betreute sie vorwiegend nationale Kunden.Nun ändert sie diese Strategie per 1. April: Die IP will künftig für alle ihre elektronischen Medien auch den lokalen Markt bearbeiten. «Wir wollen nun auch dieses Potenzial ausschöpfen», sagt IP-CEO Michi Frank.
Wie gross dieses ist, kann er zwar noch nicht beziffern, doch hat er nun lange genug der PubliGroupe über die Schultern geschaut und gesehen, wie gut dort das Geschäft mit den Gelben Seiten (LTV) funktioniert. Und mehr noch: Dieser Markt scheint krisenresistent zu sein, hat doch der entsprechende P-Bereich PubliDirect auch in den letzten Jahren stetig zugelegt. «Das, was die PubliGroupe mit LTV macht, übertragen wir nun auch auf die elektronischen Medien. Wir diversifizieren in den lokalen Markt», sagt Frank.
Das bedeutet für die IP zweierlei: Zum einen steigt sie nun in einen Bereich ein, den sie bisher andern überlassen hat – in die Vermarktung der Lokal-TVs. Drei Vermittlungsverträge mit den Stationen TeleZüri, TeleBasel und TeleBärn sind bereits unterzeichnet, mit weiteren wird noch verhandelt. «Wir konzentrieren uns auf die grossen Städte und kommen bewusst nicht mit einer nationalen Strategie», betont Frank.
Zudem muss die IP nun in die lokalen Märkte hineingehen und dort vor Ort präsent sein. Dazu eröffnet sie zusätzlich zu den bestehenden Vertretungen in Küsnacht ZH, Biel und Lausanne zwei weitere Filialen in Basel (1. April) und Bern (1. Mai). Sieben neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden eingestellt. «Wir wollen nah bei den neuen lokalen Kunden sein, gleichzeitig sind wir so aber auch den nationalen Kunden in den Zentren näher», sagt Frank.
Jede der nunmehr fünf Filialen funktioniert als eigenständiges Crossmediazentrum: Die Teams sind in der Lage und haben den Auftrag, alle elektronischen Medien und Netze im Portfolio der IP zu verkaufen. «One face to the customer», so lautet Franks Devise. Falls die Sache gut anläuft, erwägt die IP zudem schon jetzt die Eröffnung weiterer Filialen in der Ost- und Zentralschweiz sowie in der Schweizer Sonnenstube. «Im Tessin haben wir ohnehin bereits einen Mitarbeiter für Ad-Screen», sagt der IP-Multimedia-CEO.
In diesem Jahr sollen die IP-Aussenposten aber zuerst einmal die für das Unternehmen neuen Märkte kennen lernen, Kontakte aufbauen und sich entsprechende Kompetenz aneignen. Insbesondere gilt es, bei den KMU zunächst die Akzeptanz für das Medium TV zu erhöhen und das Image vom teuren Werbemedium abzubauen, indem man über die «wahren Kosten» aufklärt.
Beim Medium TV erwartet die IP dieses Jahr folglich noch keinen «Return on Investment» aus den lokalen Märkten. Anders im Online- und Ad-Screen-Bereich: «Mit dem, was wir mit lokalen Kunden generieren, wollen wir bereits Geld verdienen», sagt Frank. Er schätzt, dass Umsätze von je einer Million Franken drinliegen sollten.
«Wir glauben, dass wir Bewegung in diese Märkte bringen können», fasst Frank zusammen. Und Klaus Kappeler, CEO der IP-Mutter Goldbach Media, doppelt optimistisch nach: Mit dem Einstieg in die Vermarktung der Lokal-TVs ziele die IP nicht bloss auf eine Umverteilung der Budgets und Marktanteile. «Wir entwickeln den TV-Markt und bringen echtes Wachstum», sagt er.
Zwei neue UnitsDer IP-Strategiewechsel schlägt sich auch organisatorisch nieder: Zu den bestehenden Units TV (Werbefenster), Energy Zürich, Radio und Ad-Screen bildet die IP Multimedia neu die Bereiche Regional-TV und Lokalverkauf, wo rund 10 Personen beschäftigt werden. Die Leitung
Regional-TV übernimmt Philip Hofmann, für den Lokalverkauf zuständig wird Peter Isler. Und an den Standorten Küsnacht (Zürich, Ost- und Zentralschweiz), Basel (Nordwestschweiz), Bern (Bern), Biel (Mittelland) und Lausanne (Westschweiz) werden lokale Salesteams aufgebaut. Die Ansprechpartnerinnen in den neuen Aussenstellen
sind in Basel Tamara Schmid (Key Account Manager TV) und in Bern Margarita Cupin (Account Manager Ad-Screen). (mk)
«Wir haben den lokalen Markt im Griff»Walter Liechti, Verkaufsleiter bei TeleBasel, und Marcel Geissbühler, sein Kollege bei TeleBärn, bestätigen, dass sie mit IP Multimedia einen neuen Vertrag unterschrieben haben. Beide betonen, dass es sich um einen «ganz normalen Kommissionierungsvertrag» zu marktüblichen Konditionen handle.
Grosse Veränderungen erwartet Geissbühler aber nicht: «Wir hatten schon früher mit der IP einen Vertrag, Aufträge haben daraus aber nie resultiert», sagt er. «Aber wenn sie das ändern können, begrüssen wir das natürlich.»
Liechti rechnet allenfalls mit einigen wenigen zusätzlichen nationalen Kampagnen. Aber dass die IP den lokalen Markt neu aufzurollen vermag, erwartet er nicht: «Wir sind im lokalen Geschäft sehr stark geworden und haben zusammen mit den bereits akkreditierten Vermittlern letztes Jahr den regionalen Werbeumsatz verdoppelt.» Allenfalls werde sich die Konkurrenz unter den lokalen Vermittlern etwas verschärfen.
Auch Geissbühler räumt der IP im lokalen Markt wenig Chancen ein. «Die meisten Regionalsender haben ihren lokalen Markt gut im Griff, ich sehe IPs Stärken eher im nationalen Markt», meint er. (mk)
Ausbau: Neben Küsnacht, Biel und Lausanne steigt IP Multimedia auch in Basel und Bern mit Filialen ins lokale Business ein.
Markus Knöpfli
Wie gross dieses ist, kann er zwar noch nicht beziffern, doch hat er nun lange genug der PubliGroupe über die Schultern geschaut und gesehen, wie gut dort das Geschäft mit den Gelben Seiten (LTV) funktioniert. Und mehr noch: Dieser Markt scheint krisenresistent zu sein, hat doch der entsprechende P-Bereich PubliDirect auch in den letzten Jahren stetig zugelegt. «Das, was die PubliGroupe mit LTV macht, übertragen wir nun auch auf die elektronischen Medien. Wir diversifizieren in den lokalen Markt», sagt Frank.
Das bedeutet für die IP zweierlei: Zum einen steigt sie nun in einen Bereich ein, den sie bisher andern überlassen hat – in die Vermarktung der Lokal-TVs. Drei Vermittlungsverträge mit den Stationen TeleZüri, TeleBasel und TeleBärn sind bereits unterzeichnet, mit weiteren wird noch verhandelt. «Wir konzentrieren uns auf die grossen Städte und kommen bewusst nicht mit einer nationalen Strategie», betont Frank.
Zudem muss die IP nun in die lokalen Märkte hineingehen und dort vor Ort präsent sein. Dazu eröffnet sie zusätzlich zu den bestehenden Vertretungen in Küsnacht ZH, Biel und Lausanne zwei weitere Filialen in Basel (1. April) und Bern (1. Mai). Sieben neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden eingestellt. «Wir wollen nah bei den neuen lokalen Kunden sein, gleichzeitig sind wir so aber auch den nationalen Kunden in den Zentren näher», sagt Frank.
Jede der nunmehr fünf Filialen funktioniert als eigenständiges Crossmediazentrum: Die Teams sind in der Lage und haben den Auftrag, alle elektronischen Medien und Netze im Portfolio der IP zu verkaufen. «One face to the customer», so lautet Franks Devise. Falls die Sache gut anläuft, erwägt die IP zudem schon jetzt die Eröffnung weiterer Filialen in der Ost- und Zentralschweiz sowie in der Schweizer Sonnenstube. «Im Tessin haben wir ohnehin bereits einen Mitarbeiter für Ad-Screen», sagt der IP-Multimedia-CEO.
In diesem Jahr sollen die IP-Aussenposten aber zuerst einmal die für das Unternehmen neuen Märkte kennen lernen, Kontakte aufbauen und sich entsprechende Kompetenz aneignen. Insbesondere gilt es, bei den KMU zunächst die Akzeptanz für das Medium TV zu erhöhen und das Image vom teuren Werbemedium abzubauen, indem man über die «wahren Kosten» aufklärt.
Beim Medium TV erwartet die IP dieses Jahr folglich noch keinen «Return on Investment» aus den lokalen Märkten. Anders im Online- und Ad-Screen-Bereich: «Mit dem, was wir mit lokalen Kunden generieren, wollen wir bereits Geld verdienen», sagt Frank. Er schätzt, dass Umsätze von je einer Million Franken drinliegen sollten.
«Wir glauben, dass wir Bewegung in diese Märkte bringen können», fasst Frank zusammen. Und Klaus Kappeler, CEO der IP-Mutter Goldbach Media, doppelt optimistisch nach: Mit dem Einstieg in die Vermarktung der Lokal-TVs ziele die IP nicht bloss auf eine Umverteilung der Budgets und Marktanteile. «Wir entwickeln den TV-Markt und bringen echtes Wachstum», sagt er.
Zwei neue UnitsDer IP-Strategiewechsel schlägt sich auch organisatorisch nieder: Zu den bestehenden Units TV (Werbefenster), Energy Zürich, Radio und Ad-Screen bildet die IP Multimedia neu die Bereiche Regional-TV und Lokalverkauf, wo rund 10 Personen beschäftigt werden. Die Leitung
Regional-TV übernimmt Philip Hofmann, für den Lokalverkauf zuständig wird Peter Isler. Und an den Standorten Küsnacht (Zürich, Ost- und Zentralschweiz), Basel (Nordwestschweiz), Bern (Bern), Biel (Mittelland) und Lausanne (Westschweiz) werden lokale Salesteams aufgebaut. Die Ansprechpartnerinnen in den neuen Aussenstellen
sind in Basel Tamara Schmid (Key Account Manager TV) und in Bern Margarita Cupin (Account Manager Ad-Screen). (mk)
«Wir haben den lokalen Markt im Griff»Walter Liechti, Verkaufsleiter bei TeleBasel, und Marcel Geissbühler, sein Kollege bei TeleBärn, bestätigen, dass sie mit IP Multimedia einen neuen Vertrag unterschrieben haben. Beide betonen, dass es sich um einen «ganz normalen Kommissionierungsvertrag» zu marktüblichen Konditionen handle.
Grosse Veränderungen erwartet Geissbühler aber nicht: «Wir hatten schon früher mit der IP einen Vertrag, Aufträge haben daraus aber nie resultiert», sagt er. «Aber wenn sie das ändern können, begrüssen wir das natürlich.»
Liechti rechnet allenfalls mit einigen wenigen zusätzlichen nationalen Kampagnen. Aber dass die IP den lokalen Markt neu aufzurollen vermag, erwartet er nicht: «Wir sind im lokalen Geschäft sehr stark geworden und haben zusammen mit den bereits akkreditierten Vermittlern letztes Jahr den regionalen Werbeumsatz verdoppelt.» Allenfalls werde sich die Konkurrenz unter den lokalen Vermittlern etwas verschärfen.
Auch Geissbühler räumt der IP im lokalen Markt wenig Chancen ein. «Die meisten Regionalsender haben ihren lokalen Markt gut im Griff, ich sehe IPs Stärken eher im nationalen Markt», meint er. (mk)
Ausbau: Neben Küsnacht, Biel und Lausanne steigt IP Multimedia auch in Basel und Bern mit Filialen ins lokale Business ein.
Markus Knöpfli
