Google verkauft Printanzeigen

Google macht einen Schritt in die Offline-Welt: Seit einigen Wochen kauft der Suchmaschinenriese Anzeigenseiten in IT-Zeitschriften und verkauft sie an Kunden seines AdWords-Programms weiter.

Google macht einen Schritt in die
Offline-Welt: Seit einigen Wochen kauft der Suchmaschinenriese
Anzeigenseiten in IT-Zeitschriften und verkauft sie – aufgeteilt in
Viertel- oder Fünftelseiten – an Kunden seines AdWords-Programms
weiter. Über den Inseraten wird auf eine Online-Version der Seite mit
weiterführenden Links verwiesen. Google selbst ist nur in einer kleinen
Byline («Ads by Google») vertreten, wie News.com berichtet.
Zu den Unternehmen, die angebissen haben, gehört die Softwarefirma AHS
Systems. Sie bezahlt nach eigenen Angaben für zwei Monate «Ads by
Google» im 14-täglichen PC Magazine 4000 bis 5000 Dollar, während eine
vergleichbare Anzeige direkt geschaltet 3000 Dollar pro Monat kosten
würde. Zum Preisvorteil komme das Tracking hinzu, das Google anbietet,
erklärte Firmenchef Jeff Witkowski gegenüber News.com. Das bezieht sich
einerseit auf die Links in der Online-Version, aber auch auf die
Anzeigen: Hier können die Werbekunden Gratis-Telefonnummern von Google
als Feedbackkanal nutzen. Die Suchmaschinenfirma leitet die Anrufe
weiter und wertet sie zugleich aus.
Marktbeobachter sind uneins darüber, ob es sich hier um ein Experiment
oder ein neues Geschäftsfeld handelt. «Offensichtlich strebt Google
danach, Werbekunden mehr zu bieten als nur einen Textlink», meinte Tim
Hanlon, Chefverantwortlicher für Neue Medien bei Publicis Media Group,
gegenüber News.com. Er glaubt, dass Google sich im angestammten Revier
der Mediaagenturen zwischen Werbetreibenden und Medien platzieren will.
Barry Schwartz, Redaktor des Online-Branchenforums Search Engine
Roundtable, hält es für sinnvoll, dass sich die Suchmaschine angesichts
des rückläufigen Angebots an Cost-per-Click-Werberaum im Internet nach
Alternativen umsieht. Analyst Safa Rashtchy (Piper Jaffray) dagegen
wäre enttäuscht, wenn Google viel Geld in eine Printwerbeabteilung
investieren würde, und hält die Sache nur für ein Experiment.

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