«Die Relevanz einer Medienmarke muss bestehen bleiben»

Marc Walder, CEO von Ringier, präsentierte beim jährlichen Speak-Event im Cinema Corso den Ringier Annual Report 2023 und teilte Insights zur Strategie des Unternehmens sowie Einschätzungen zu den Auswirkungen von künstlicher Intelligenz (KI) auf die Gesellschaft und die Medienbranche.

Marc Walder, CEO und Managing Partner von Ringier, auf der Bühne am Speak Event in Zürich. (Bild: Beat Hürlimann)

Marc Walder betonte in seiner Rede am Speak-Event, dass die grösste Befürchtung in Bezug auf künstliche Intelligenz (KI) die Flut von künstlich generierten Inhalten ist, darunter Propaganda, Manipulation und Fake News. Diese Entwicklung birgt die Gefahr, dass Menschen Schwierigkeiten haben könnten, zwischen echten und gefälschten Inhalten zu unterscheiden, insbesondere in Zeiten von demokratischen Wahlen. Dennoch sieht er Hoffnung für die Medienindustrie darin, wie wir lernen können, intelligent mit KI umzugehen. KI kann Journalisten unterstützen, ohne sie zu ersetzen, und bietet Möglichkeiten für effizientere und intelligentere Recherche.

Im Rahmen des anschliessenden Hintergrundgesprächs im Ringier Medienhaus vor Journalisten teilte Walder Einblicke in die Chancen und Herausforderungen der Medienbranche sowie von Ringier selbst. Walder nannte etwa das noch nicht verabschiedete Leistungsschutzrecht, das die Medienschaffenden vor missbräuchlicher Verwendung ihrer Inhalte schützen soll. Zudem erwähnte er zwei bedeutende Transaktionen: Die Übernahme der Sociedade Vicra Desportiva SA mit A Bola (Zeitung, Digital und TV) und dem AutoFoco Magazin sowie den Kauf aller Anteile an der Ringier Axel Springer Schweiz AG (RASCH), deren Medientitel nun unter dem Dach von „Ringier Medien Schweiz“ geführt werden. Walder hob auch die Bedeutung der Relevanz von Medienmarken hervor, um in einer sich wandelnden digitalen Landschaft relevant zu bleiben.

Geschäftszahlen zeigten überdies, dass Ringier weiterhin eine starke Position im digitalen Bereich einnimmt, wobei der Anteil am Betriebsergebnis auf 83 Prozent gestiegen ist. Obwohl der Umsatz leicht rückläufig war, konnte ein EBITDA von 105,5 Millionen erzielt werden und dies bei einer Marge von etwas über 11 Prozent, was einer guten Ertragskraft entspricht.

In einem separaten Videointerview mit m&k Werbewoche.ch gab Walder Einblicke in konkrete Anwendungen von KI, darunter eine Chatfunktion für Immobiliensuchen und Effizienzsteigerungen in der Medienproduktion. Ein bevorstehendes Projekt ist der Blick Chatbot in Zusammenarbeit mit Google, der es den Nutzer:innen ermöglichen soll, Fragen zu stellen und multimediale Antworten zu erhalten.

Abschliessend teilte er eine positive Entwicklung beim Blick mit: Erstmals konnten die Verluste aus dem Printgeschäft durch digitale Abonnements kompensiert werden, was eine optimistische Perspektive für die Zukunft der Medienbranche darstellt. Auch sonst scheint der Blick seinem CEO Freude zu bereiten. Die Online-Plattform verzeichnete 2023 täglich über 1,3 Millionen Nutzer und Nutzerinnen sowie branchenweite Spitzenwerte bei der durchschnittlichen Sitzungsdauer.

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