Bote mag keine fremden Vögte
Zeitungen Niederlage für die Neue Luzerner Zeitung: Sie konnte den Boten der Urschweiz nicht für sich gewinnen. Er bleibt bei der Südostschweiz.
Zeitungen Niederlage für die Neue Luzerner Zeitung: Sie konnte den Boten der Urschweiz nicht für sich gewinnen. Er bleibt bei der Südostschweiz.«Ich freue mich, dass sich alle unsere Partner nach sieben Jahren nun noch enger zusammenschliessen wollen», sagt Hanspeter Lebrument, Chef der Südostschweiz Mediengruppe in Chur. Tatsächlich ist es ihm gelungen, die Kooperation im Redaktions- und Inseratebereich nicht nur bis Ende 2015 zu verlängern, sondern teilweise auch im Druckbereich zu vertiefen. So haben schon 2003 fünf der beteiligten Verlage beschlossen, in Haag SG ein gemeinsames Druckzentrum zu errichten. Neu beteiligt sich aber Lebruments Mediengruppe auch an der Triner AG in Schwyz. Diese gibt den zum Verbund Südostschweiz (SO) gehörenden Boten der Urschweiz (15015 Exemplare) heraus und will die eigene Druckerei mit der bisherigen Druckmaschine des Berner Bund (rund 60000 Exemplare) ausbauen, um ab 2006 durchgehend vierfarbig drucken zu können.
Da die Triner AG sich damit aber gewaltige Überkapazitäten schafft, die ein Risiko darstellen, vereinbarte sie mit der Südostschweiz Mediengruppe einen Aktientausch von je 10 Prozent. Die beiden Unternehmen sind zudem gegenseitig im Verwaltungsrat vertreten.
Diese Vertiefung der Beziehung zum Boten der Urschweiz ist für die SO von besonderer Bedeutung: Auch die Neue Luzerner Zeitung (Neue LZ) hatte dem Boten eine Kooperation angeboten – mit dem Ziel, ihn mit der Neuen Schwyzer Zeitung (4070 Exemplare), einer Regionalausgabe der Neuen LZ, zusammenzulegen und ihn auch im eigenen Luzerner Druckzentrum herzustellen.
Stattdessen hat sich Bote-Verleger Hugo Triner nun noch enger als bisher an die SO gebunden. Als Hauptgrund nennt er das «föderalistische System, das es unserer Zeitung ermöglicht, ihren regionalen Charakter zu wahren». Bei der Neuen LZ wäre seine Zeitung bloss zum Kopfblatt geworden. Zudem seien die vergangenen sieben SO-Jahre erfolgreich gewesen. Triner: «Der Bote ist heute bei der Mehrheit der nationalen Kampagnen dabei, vorher wurde er nur bei 25 bis 30 Prozent berücksichtigt.»
Er verschwieg allerdings nicht, dass er den Konzentrationsprozess etwa im Raum Zürich «nicht so positiv beurteilt». Auch aus diesem Grund habe er sich der NZZ-Tochter Neue LZ nicht anschliessen wollen. «Ich bin froh, wenn ich mich aus dieser Machtballung raushalten kann», sagt Triner.
Erwin Bachmann, Delegierter der LZ Medien, bestätigt, dass er «sehr gerne» mit dem Boten zusammengearbeitet hätte. «Von den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten her hätte eine Zentralschweizer Lösung Sinn gemacht», sagt er. «Für uns bleibt nun aber die Situation so wie bisher.» Zwar werde die Neue LZ noch stärker versuchen, die Reichweite der eigenen Schwyzer Regionalausgabe zu steigern. «Aber Rachegefühle gibt es nicht.» Weiter wies Bachmann darauf hin, dass Triner mit der Occasions-Druckmaschine des Bund ein relativ hohes Risiko eingehe, ganz abgesehen davon, dass die Triner AG und die LZ Medien künftig in diesem ohnehin harten Business weiterhin direkte Konkurrenten seien.
Vielleicht sinds bald nur noch zwölfTrotz der Verlängerung des SO-Vertrages ist es möglich, dass Ende 2006 einer der 13 Verbundpartner, das Liechtensteiner Volksblatt (LVB), bei der SO abspringt oder aussteigen muss. Denn das LVB hat – im Gegensatz zum Liechtensteiner Vaterland – bisher den SO-Vertrag nie unterschrieben, sondern war lediglich assoziiertes SO-Mitglied. «Weil das LVB bei uns gedruckt wurde, hatte es die Möglichkeit, sich dem Verbund anzuschliessen», sagt Lebrument. Seit einem Jahr wird das LVB aber bei Eugen A. Russ in Vorarlberg gedruckt. Dennoch liess es die Kooperation mit der SO im Inseratebereich aufrecht – bis Ende 2006. Ob danach die Zusammenarbeit fortgesetzt wird, liess Lebrument offen. 2003 hatte er gesagt, dass eine Kooperation mit nur noch einer Liechtensteiner Tageszeitung «wahrscheinlich» sei. (mk)
Liaison mit Verbund Südostschweiz statt mit Neuer LZ: Bote-Verleger Hugo Triner.
Markus Knöpfli
Da die Triner AG sich damit aber gewaltige Überkapazitäten schafft, die ein Risiko darstellen, vereinbarte sie mit der Südostschweiz Mediengruppe einen Aktientausch von je 10 Prozent. Die beiden Unternehmen sind zudem gegenseitig im Verwaltungsrat vertreten.
Diese Vertiefung der Beziehung zum Boten der Urschweiz ist für die SO von besonderer Bedeutung: Auch die Neue Luzerner Zeitung (Neue LZ) hatte dem Boten eine Kooperation angeboten – mit dem Ziel, ihn mit der Neuen Schwyzer Zeitung (4070 Exemplare), einer Regionalausgabe der Neuen LZ, zusammenzulegen und ihn auch im eigenen Luzerner Druckzentrum herzustellen.
Stattdessen hat sich Bote-Verleger Hugo Triner nun noch enger als bisher an die SO gebunden. Als Hauptgrund nennt er das «föderalistische System, das es unserer Zeitung ermöglicht, ihren regionalen Charakter zu wahren». Bei der Neuen LZ wäre seine Zeitung bloss zum Kopfblatt geworden. Zudem seien die vergangenen sieben SO-Jahre erfolgreich gewesen. Triner: «Der Bote ist heute bei der Mehrheit der nationalen Kampagnen dabei, vorher wurde er nur bei 25 bis 30 Prozent berücksichtigt.»
Er verschwieg allerdings nicht, dass er den Konzentrationsprozess etwa im Raum Zürich «nicht so positiv beurteilt». Auch aus diesem Grund habe er sich der NZZ-Tochter Neue LZ nicht anschliessen wollen. «Ich bin froh, wenn ich mich aus dieser Machtballung raushalten kann», sagt Triner.
Erwin Bachmann, Delegierter der LZ Medien, bestätigt, dass er «sehr gerne» mit dem Boten zusammengearbeitet hätte. «Von den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten her hätte eine Zentralschweizer Lösung Sinn gemacht», sagt er. «Für uns bleibt nun aber die Situation so wie bisher.» Zwar werde die Neue LZ noch stärker versuchen, die Reichweite der eigenen Schwyzer Regionalausgabe zu steigern. «Aber Rachegefühle gibt es nicht.» Weiter wies Bachmann darauf hin, dass Triner mit der Occasions-Druckmaschine des Bund ein relativ hohes Risiko eingehe, ganz abgesehen davon, dass die Triner AG und die LZ Medien künftig in diesem ohnehin harten Business weiterhin direkte Konkurrenten seien.
Vielleicht sinds bald nur noch zwölfTrotz der Verlängerung des SO-Vertrages ist es möglich, dass Ende 2006 einer der 13 Verbundpartner, das Liechtensteiner Volksblatt (LVB), bei der SO abspringt oder aussteigen muss. Denn das LVB hat – im Gegensatz zum Liechtensteiner Vaterland – bisher den SO-Vertrag nie unterschrieben, sondern war lediglich assoziiertes SO-Mitglied. «Weil das LVB bei uns gedruckt wurde, hatte es die Möglichkeit, sich dem Verbund anzuschliessen», sagt Lebrument. Seit einem Jahr wird das LVB aber bei Eugen A. Russ in Vorarlberg gedruckt. Dennoch liess es die Kooperation mit der SO im Inseratebereich aufrecht – bis Ende 2006. Ob danach die Zusammenarbeit fortgesetzt wird, liess Lebrument offen. 2003 hatte er gesagt, dass eine Kooperation mit nur noch einer Liechtensteiner Tageszeitung «wahrscheinlich» sei. (mk)
Liaison mit Verbund Südostschweiz statt mit Neuer LZ: Bote-Verleger Hugo Triner.
Markus Knöpfli
