Zurück zur Sentimentalität
Coca-Cola will den schlechten Umsatz im Jahr 2000 mit harmonischen Spots korrigieren
Coca-Cola will den schlechten Umsatz im Jahr 2000 mit harmonischen Spots korrigierenVon Thérèse BalduzziCoca-Cola hat eine neue internationale Werbekampagne lanciert. Damit will der Softdrinkkonzern aus Atlanta die unbefriedigenden Umsätze des vergangenen Jahres korrigieren. 31 Spots zeigen emotionsgeladene Lebenssituationen, die mit Coca-Cola akzentuiert werden und führen die neue Tagline «Life tastes good» ein.
Mit den neuen Spots kehrt Coke zum alten Stil lebensbejahender, sentimentaler Geschichten zurück. Letztes Jahr setzte die Firma in Amerika eine humorvolle Kampagne ab, in der etwa Familientreffs wegen fehlender Cokes bös endeten. Der schwarze Humor der «Moments»-Kampagne wurde vom breiten, offenbar harmoniesüchtigen Publikum nicht goutiert.
Nachdem die Firma zuvor bereits die «Enjoy»-Kampagne abgesetzt hatte, übergab sie im Dezember das globale Marketing der Interpublic Group (IPG). In der neuen Kampagne wird eine Mischung der letzten Jahre vom neuen CEO Douglas N. Daft eingeführten Strategie «Think local, act local» und dem früheren Ansatz von Coca-Cola, alles vom Hauptsitz in Atlanta aus zu steuern, verfolgt. Firmenvertreter internationaler Märkte erhielten Flexibilität in der Gestaltung der Spots, mussten sich aber an die Plots aus Atlanta halten.
Wir sind doch alle so nett und trinken am liebsten nur Cola
Kreiert wurde die Kampagne von der IPG-Agentur McCann Erickson Worldwide und ihrer Tochtergesellschaft Amster Yard in New York. Beteiligt waren McCann-Erickson in den USA, in Japan, Brasilien, Mexiko, Südafrika, China, Australien, Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Polen, auf den Philippinen und in Bahrain. Die Spots laufen in 200 Ländern.
In einem der drei ersten Spots für den amerikanischen Markt trinkt Jakob Dylan, Sohn von Bob und Mitglied der Band «The Wallflowers», backstage genüsslich eine Cola, bevor er für eine Zugabe auf die Bühne zurückkehrt. Statt des «Life tastes good»-Jingles spielt er ein Stück eines eigenen Songs. In der China-Version macht der chinesische Popstar Nicholas Tse hinter der Bühne eine Coke-Pause, während das Publikum im Konzertstadion für eine Zugabe lärmt. Zurück auf der Bühne spielt Tse den Jingle.
Unterschiedlich adaptiert wurde der Spot «L.I.R.R.» (Long Island Rail Road). In der US-Version rennen zwei junge Paare nach einem Konzert auf den letzten Vorortszug nach Long Island. Während die übrigen Passagiere im Zug einschlafen, schnappt sich der eine junge Mann eine Büchsen-Coke aus der Tasche des anderen und denkt laut darüber nach, wie sie nur sechs Wochen vor dem Schulabschluss stehen und dies die schönste Nacht seines Lebens sei.
In der deutschen Version denkt der junge Mann in rein visuellen Rückblenden und nur über den Spass, den sie am Konzert hatten, nach. Auch er trinkt dazu Coke, allerdings aus einer Petflasche. Dabei streicht er einen Tropfen auf die Lippen seiner dösenden Freundin – für Amerika wäre dies wohl eine bereits zu erotische Handlung.
Im Spot «Wedding», der international laufen wird, schwirren verschiedene Verwandte für die letzten Vorbereitungen um die Braut. Ein Blumenmädchen, das eine Coke-Flasche hält, findet durch das ganze Gewirr Blickkontakt mit der Braut und offeriert ihr einen Schluck. Die Familienszene ist weit weg von einer ähnlichen Situation in einem der letztjährigen Spots. Darin hatte eine Grossmutter wegen fehlender Cokes mit ihrem Rollstuhl zu einer Amokfahrt durch das Festbuffet angesetzt.
Mit den neuen Spots kehrt Coke zum alten Stil lebensbejahender, sentimentaler Geschichten zurück. Letztes Jahr setzte die Firma in Amerika eine humorvolle Kampagne ab, in der etwa Familientreffs wegen fehlender Cokes bös endeten. Der schwarze Humor der «Moments»-Kampagne wurde vom breiten, offenbar harmoniesüchtigen Publikum nicht goutiert.
Nachdem die Firma zuvor bereits die «Enjoy»-Kampagne abgesetzt hatte, übergab sie im Dezember das globale Marketing der Interpublic Group (IPG). In der neuen Kampagne wird eine Mischung der letzten Jahre vom neuen CEO Douglas N. Daft eingeführten Strategie «Think local, act local» und dem früheren Ansatz von Coca-Cola, alles vom Hauptsitz in Atlanta aus zu steuern, verfolgt. Firmenvertreter internationaler Märkte erhielten Flexibilität in der Gestaltung der Spots, mussten sich aber an die Plots aus Atlanta halten.
Wir sind doch alle so nett und trinken am liebsten nur Cola
Kreiert wurde die Kampagne von der IPG-Agentur McCann Erickson Worldwide und ihrer Tochtergesellschaft Amster Yard in New York. Beteiligt waren McCann-Erickson in den USA, in Japan, Brasilien, Mexiko, Südafrika, China, Australien, Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Polen, auf den Philippinen und in Bahrain. Die Spots laufen in 200 Ländern.
In einem der drei ersten Spots für den amerikanischen Markt trinkt Jakob Dylan, Sohn von Bob und Mitglied der Band «The Wallflowers», backstage genüsslich eine Cola, bevor er für eine Zugabe auf die Bühne zurückkehrt. Statt des «Life tastes good»-Jingles spielt er ein Stück eines eigenen Songs. In der China-Version macht der chinesische Popstar Nicholas Tse hinter der Bühne eine Coke-Pause, während das Publikum im Konzertstadion für eine Zugabe lärmt. Zurück auf der Bühne spielt Tse den Jingle.
Unterschiedlich adaptiert wurde der Spot «L.I.R.R.» (Long Island Rail Road). In der US-Version rennen zwei junge Paare nach einem Konzert auf den letzten Vorortszug nach Long Island. Während die übrigen Passagiere im Zug einschlafen, schnappt sich der eine junge Mann eine Büchsen-Coke aus der Tasche des anderen und denkt laut darüber nach, wie sie nur sechs Wochen vor dem Schulabschluss stehen und dies die schönste Nacht seines Lebens sei.
In der deutschen Version denkt der junge Mann in rein visuellen Rückblenden und nur über den Spass, den sie am Konzert hatten, nach. Auch er trinkt dazu Coke, allerdings aus einer Petflasche. Dabei streicht er einen Tropfen auf die Lippen seiner dösenden Freundin – für Amerika wäre dies wohl eine bereits zu erotische Handlung.
Im Spot «Wedding», der international laufen wird, schwirren verschiedene Verwandte für die letzten Vorbereitungen um die Braut. Ein Blumenmädchen, das eine Coke-Flasche hält, findet durch das ganze Gewirr Blickkontakt mit der Braut und offeriert ihr einen Schluck. Die Familienszene ist weit weg von einer ähnlichen Situation in einem der letztjährigen Spots. Darin hatte eine Grossmutter wegen fehlender Cokes mit ihrem Rollstuhl zu einer Amokfahrt durch das Festbuffet angesetzt.
