Zuckerstreuer für Salz & Pfeffer
Neuer VR sucht das Glück in Synergien mit dem Gastro-Einkäufer Horego AG
Neuer VR sucht das Glück in Synergien mit dem Gastro-Einkäufer Horego AGGastro-Frechdachs Daniel E. Eggli hätte allen Grund, sich im Grabe umzudrehen, denn sein Salz& Pfeffer rudert jetzt im gleichen Boot mit einer Gastro-Einkaufsfirma. Zusammen mit dem neuen VR-Präsidenten Robert Meier sen., der von der ausserordentlichen Generalversammlung (GV) letzte Woche offiziell installiert wurde, hält im Salz & Pfefferland zugleich eine neue Strategie Einzug. Der 55-jährige Meier ist auch VR-Präsident der Gastro-Einkaufsgenossenschaft Horego AG. Sein erklärter Wille ist eine Zusammenarbeit zwischen Egglis Blättern und der von ihm aufgebauten Firma.«Durch die Nutzung von Synergien kann viel bewegt werden», sagt Meier. Den grössten Nutzen verspricht er sich im Anzeigenbereich. Die gehäuften Inserentenboykotte, die sich Eggli eingehandelt hatte, seien bald Vergangenheit. Salz & Pfeffer sei weniger erpressbar mit der marktmächtigen Horego AG im Rücken. «Unsere hohen Einkaufsvolumina werden uns künftig vor Repressionen schützen», gibt sich Meier optimistisch.
Abkehr vom Eggli-Biss – gezähmter Kurs ist angesagt
Auf den Präsidentenstuhl der Edition Salz & Pfeffer ist Meier unverhofft gekommen. Er sei ein alter Freund Egglis seit den gemeinsamen Ausbildungsjahren. Die Familie Eggli habe ihn in dieser schwierigen Zeit gebeten, die Angelegenheit in die Hände zu nehmen.
Transparenz bezüglich seines finanziellen Engagements am Salz &Pfefferland bleibt er allerdings schuldig. Ihm seien vertraglich 53 Prozent der Stimmen überschrieben. Wie hoch der tatsächlich gekaufte Aktienanteil ist, sagt er nicht. Auch legt Meier Wert auf die Feststellung, zwischen der Horego AG und der Edition Salz & Pfeffer bestünden keine finanziellen oder unternehmerischen Verflechtungen.
Für das versprochene bessere Klima mit den Inserenten dürfte neben der Marktmacht der Horego AG vor allem der angekündigte neue Kurs bei Salz & Pfeffer von Bedeutung sein. Eine «Ent-Egglisierung» werde schrittweise vollzogen, sagte Verlagsleiter Romeo Brodmann. Die Abkehr von den Eggli-Idealen löst bei den anderen Gastro-Titeln allerdings nur Achselzucken aus. «Entscheidend für den Erfolg wird sein, wie autonom die Redaktion von Salz &Pfefferland künftig wird arbeiten können», sagt Urs Frischknecht, Chefredaktor des Managementmagazins H+G Hotel+Gastgewerbe. Die Existenzberechtigung sei bedroht, wenn die bisherige Positionierung nun aufgegeben werde.
Nach Daniel E. Egglis Tod im März 2001 ging es im Salz & Pfefferland drunter und drüber. Vom «nackten Chaos» war die Rede. Im September kulminierte der Streit zwischen der Familie Eggli und dem alten Verwaltungsrat. In der Folge nahmen neben VR-Präsident Sikander von Bhicknapahari auch die altgedienten Mitglieder Helmut Koch (Delegierter) und Richard Altdorfer den Hut. Lediglich Eggli-Tochter Désirée blieb vom alten VR übrig.
In der neuen Zusammensetzung ist die Horego AG besonders gut vertreten, denn neben Robert Meier sen. arbeitet auch das neu gewählte VR-Mitglied Peter Rudolf von Rohr (Sursee) für den Gastro-Einkäufer. Ebenfalls neu im VR sitzen der Eggli-Anwalt Jürgen Wagner (Konstanz) sowie Christian Schmid (Zürich), der auch Verwaltungsratsmitglied bei BertelsmannSpringer (Schweiz) ist.
Der Verlag sei grundsätzlich gesund, allerdings wehe auch im Salz & Pfefferland ein rauer Wind, sagt Brodmann. Bei den Anzeigeneinnahmen werde man Ende Jahr 20 Prozent unter Budget landen. Brodmann betont aber, eine Kapitalerhöhung sei nicht notwendig. Überhaupt herrsche im Pfefferland nach der gelungenen Rettung zuerst einmal Hochstimmung. «Die lange dauernde Verunsicherung, ob es uns morgen noch gibt, ist jetzt weg.»
Daniel Schifferle
Abkehr vom Eggli-Biss – gezähmter Kurs ist angesagt
Auf den Präsidentenstuhl der Edition Salz & Pfeffer ist Meier unverhofft gekommen. Er sei ein alter Freund Egglis seit den gemeinsamen Ausbildungsjahren. Die Familie Eggli habe ihn in dieser schwierigen Zeit gebeten, die Angelegenheit in die Hände zu nehmen.
Transparenz bezüglich seines finanziellen Engagements am Salz &Pfefferland bleibt er allerdings schuldig. Ihm seien vertraglich 53 Prozent der Stimmen überschrieben. Wie hoch der tatsächlich gekaufte Aktienanteil ist, sagt er nicht. Auch legt Meier Wert auf die Feststellung, zwischen der Horego AG und der Edition Salz & Pfeffer bestünden keine finanziellen oder unternehmerischen Verflechtungen.
Für das versprochene bessere Klima mit den Inserenten dürfte neben der Marktmacht der Horego AG vor allem der angekündigte neue Kurs bei Salz & Pfeffer von Bedeutung sein. Eine «Ent-Egglisierung» werde schrittweise vollzogen, sagte Verlagsleiter Romeo Brodmann. Die Abkehr von den Eggli-Idealen löst bei den anderen Gastro-Titeln allerdings nur Achselzucken aus. «Entscheidend für den Erfolg wird sein, wie autonom die Redaktion von Salz &Pfefferland künftig wird arbeiten können», sagt Urs Frischknecht, Chefredaktor des Managementmagazins H+G Hotel+Gastgewerbe. Die Existenzberechtigung sei bedroht, wenn die bisherige Positionierung nun aufgegeben werde.
Nach Daniel E. Egglis Tod im März 2001 ging es im Salz & Pfefferland drunter und drüber. Vom «nackten Chaos» war die Rede. Im September kulminierte der Streit zwischen der Familie Eggli und dem alten Verwaltungsrat. In der Folge nahmen neben VR-Präsident Sikander von Bhicknapahari auch die altgedienten Mitglieder Helmut Koch (Delegierter) und Richard Altdorfer den Hut. Lediglich Eggli-Tochter Désirée blieb vom alten VR übrig.
In der neuen Zusammensetzung ist die Horego AG besonders gut vertreten, denn neben Robert Meier sen. arbeitet auch das neu gewählte VR-Mitglied Peter Rudolf von Rohr (Sursee) für den Gastro-Einkäufer. Ebenfalls neu im VR sitzen der Eggli-Anwalt Jürgen Wagner (Konstanz) sowie Christian Schmid (Zürich), der auch Verwaltungsratsmitglied bei BertelsmannSpringer (Schweiz) ist.
Der Verlag sei grundsätzlich gesund, allerdings wehe auch im Salz & Pfefferland ein rauer Wind, sagt Brodmann. Bei den Anzeigeneinnahmen werde man Ende Jahr 20 Prozent unter Budget landen. Brodmann betont aber, eine Kapitalerhöhung sei nicht notwendig. Überhaupt herrsche im Pfefferland nach der gelungenen Rettung zuerst einmal Hochstimmung. «Die lange dauernde Verunsicherung, ob es uns morgen noch gibt, ist jetzt weg.»
Daniel Schifferle
