Unbeschwert und offen

Tourismus «Wird eine Katastrophe gut gemanagt, ist der Imageschaden verkraftbar. Und sie wurde gut gemanagt», ist Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid überzeugt.

Tourismus Die vom Unwetter betroffenen Alpenregionen wollen vor den Herbstferien Imageschäden beheben.«Wird eine Katastrophe gut gemanagt,
ist  der Imageschaden verkraftbar. Und sie wurde gut gemanagt»,
ist Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid überzeugt. Trotzdem schätzt
er die Umsatzeinbusse für den Tourismus auf 60 bis 100 Millionen
Franken ein. Für die wichtige Herbstsaison konnte die Organisation
kurzfristig zusätzliche Mittel flüssig machen und für die
Kampagne  – «Alternativen für das Fernsehprogramm im Herbst» –
einsetzen. Im Internet hat Schweiz Tourismus rund ein Dutzend
attraktive Pauschalangebote kurzfristig aufgenommen, die von der
ermässigten Hotelübernachtung über die Bikertour bis hin zur
Bergbahnfahrt gehen.
Um den Tiefpunkt der Gästezahlen, der laut Studien ein bis zwei Monate
nach dem Ereignis erwartet wird, möglichst klein zu halten, haben
zahlreiche Tourismusbetriebe die Schere beim Preis angesetzt. Nur so,
sind sie überzeugt, könne das Bild korrigiert werden, das die
undifferenzierten Medienberichte bei potenziellen Gästen hinterlassen
haben. Allerdings dürften ausländische Touristen mit grösseren
Verzögerungen auf solche Preisreduktionen reagieren als inländische
Tagestouristen. Trotz grosser Solidaritätsaktionen von Firmen haben
diese ihre Unterstützung in keiner Weise für Brandingzwecke ausgenutzt
– wohl weil die Akzeptanz dafür hier zu Lande sehr gering wäre.
In Erscheinung traten dagegen einige Tourismus-Marketingorganisationen,
die mit eigenen Werbemassnahmen versuchten, die Besucherzahlen selber
zu beleben. So gab zum Beispiel im Berner Oberland die Alpenregion.ch –
Brienz-Meiringen-Hasliberg – in einer Anzeige das optimistische Motto
«unbeschwerte Herbsttage» durch. Für Sympathie, Medienecho und
Neukunden sorgten laut Marketingleiterin Monika Grünenfelder die Flyer-
und Meringues-Aktionen in verschiedenen Städten sowie Schulterschlüsse
mit Partnerbetrieben, deren Kunden angesprochen werden konnten.
Auch die Region Engelberg setzte medial ein Zeichen der Hoffnung und
führt zeitweilig ein Solidaritätsangebot für 186 Franken «zum
Hochwasser-Pegelstand von 186 cm» im Sortiment. Nebst der guten
PR-Arbeit zog auch das Benefiz-Fussballturnier sowie das Helferfest
dank der VIP-Schar im Schlepptau von DJ Bobo und BP Samuel Schmid die
Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf sich. «Mit sehr
erfreulichen Resultaten», wie Marketingleiterin Carla Zumbühl sagt.
Urs Wohler, Direktor von Engadin/Scuol Tourismus, hat sich auf die
Kommunikationsunterstützung der dienstleistungserbringenden Betriebe
konzentriert. Alles andere wäre nicht im Verhältnis zu den sehr lokal
umrissenen Schäden gestanden, sagt er. Die Rückgänge im Unterengadin
halten sich denn auch in Grenzen.
 

Luca Aloisi

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