Über Tyler Brûlé hinweggeflogen
Die neue Airline Swiss startet mit einem inhouse gestalteten Bordmagazin
Die neue Airline Swiss startet mit einem inhouse gestalteten BordmagazinVon Markus Knöpfli Wenn die Swiss am 1. April abhebt, wird auch das Swiss Magazine an Bord sein. Konzipiert wurde es von jener Crew, die schon die Inflightmagazine der Crossair gemacht hat. Als Gestalterin wirkte die Zürcher Raffinerie AG mit. Der Swiss-Designer Tyler Brûlé hingegen hatte nichts zu melden.
«Swiss Magazine – Travel in style» lautet der ganze Titel des Swiss-Inflightmagazins. Doch ob der Stil des Heftes auch dem von Swiss-Logo-Designer Tyler Brûlé entspricht, ist unsicher. Tatsächlich bekam Brûlé das Heft erst in den letzten zwei Tagen, also nach Drucklegung, zu Gesicht. Das hat die Swiss-Magazine-Verlagsleiterin Regina Maréchal entschieden.
Der Grund: Brûlé, der als Herausgeber des neuen Inflightmagazins bei der Swiss-Geschäftsleitung abgeblitzt war, wollte sich laut Maréchal immer wieder als Berater und Design-Korrektor einschalten. Doch sie stellte sich vor ihr siebenköpfiges Team und die junge Zürcher Grafik- und Designagentur Raffinerie AG und verweigerte Brûlé jeden Eingriff. «Wir wollten das Magazin zu Ende bringen. Zu viele Köche hätten den Brei nur verdorben. Zudem war die Zeit, in der wir das neue Magazin auf die Beine bringen mussten, ohnehin knapp.»
Das scheint auch die Swiss-Geschäftsleitung so zu sehen. Deren Rückendeckung ist für Maréchal denn auch eine Anerkennung. Sie hat schon für die Crossair die Inflightmagazine Crosstalk (für Geschäftsreisende) und CrossTravel (für Ferienreisende und Familien) auf die Beine gestellt. Beide Hefte hatten nach zwei Jahren schon den Break-even erreicht. Ein ähnliches Ziel verfolgt Maréchal auch mit dem Swiss Magazine. «Die Swiss braucht kein gestyltes Designmagazin, sondern eines, das ein breites Publikum anspricht», ist sie überzeugt. Bewusst hat der Verlag Swiss Corporate Publishing als Teil der Swiss Corporate Communication seine Büros im neuen Swiss-Geschäftssitz beim Basler Euro-Airport. «Wir wollen den Swiss-Spirit spüren und in die Welt hinaustragen», sagt sie.
Das Swiss Magazine ist durchgehend zweisprachig (Deutsch und Englisch) – ein wichtiger Eckstein in Maréchals Konzept. «Immerhin rechnen wir mit einer Million Leserinnen und Lesern pro Monat, von denen rund die Hälfte deutscher Muttersprache ist», sagt sie. Inhaltlich ist das Heft auf Reisen fokussiert.
Das Reisemagazin hebt mit 120000 Exemplaren ab
Mit der Titelgeschichte, die jeweils eine Swiss-Destination mit einer Art Kurzfilm über 20 Seiten vorstellt, soll die Internationalität der neuen Airline gezeigt werden. Zur Leadstory gehört ein ausführlicher Serviceteil mit Stadtplan und Adressen. Andererseits kommt auch die Schweiz als Wurzel der Swiss zu Ehren – mit thematischen Fotostrecken aus jeder Sprachregion sowie Berichten über Design, Gastronomie oder Architektur. Das Swiss Magazine bringt ferner Porträts von Vielfliegern und Auswanderern sowie eine Kurzgeschichte eines Schweizer Schriftstellers, es stellt Adventure-Trips vor oder gibt Golf-Tipps.
Das Heft, das zehnmal jährlich erscheint (davon zweimal als Doppelnummer), hat eine Auflage von 120000 Exemplaren, bei den Doppelausgaben sind es 160000 Exemplare. In den Sitztaschen begleitet es Passagiere auf täglich 600 Flügen zu 126 Destinationen in 59 Länder. Zudem liegt es in Hotels und Lounges auf und kann auch abonniert werden. Vermarktet wird es von der neuen Swiss Inflight Media (siehe Kasten). Eine ganzseitige Anzeige kostet 23000 Franken, in Doppelnummern 26000 Franken.
ALERT AG Erbt von Target PublishingDie Target Publishing, ein auf Bordmagazine spezialisierter Verlag, ist konkurs. Der Grund: Zu den Kunden gehörten zu viele Krisen-Airlines (Swissair, LTU, Sabena, Balair), von denen Swissair und Sabena seit letztem Herbst ihre Rechnungen nicht mehr beglichen. Für die Swissair, die zu 45 Prozent am Verlag beteiligt war, hatte Target die Kundenzeitschrift Swissair Gazette und zuletzt deren abgespecktes Nachfolgeblatt The Guide herausgegeben. Target-Mitinhaber Erich Hirschi betreut nun jene Kunden, die weiter mit ihm zusammenarbeiten wollen (darunter Orange), über die Alert AG in Zürich Seefeld. Die Alert AG, schon 1997 als Beratungsfirma gegründet, wurde von Hirschi in den letzten Jahren auf kleiner Flamme gehalten. Nach dem Target-Konkurs baute er sie jedoch aus und fokussierte sie auf Kundenzeitschriften und Internetapplikationen. Acht der 35 Target-Mitarbeiter konnte Hirschi wieder einstellen.
Swiss Inflight Media vermarktet SwissMit dem Ausbau der Crossair zur Swiss und der damit verbundenen Erweiterung im Bereich On-Board-Entertainment wurde die Vermarktung der Swiss-Werbeplattformen der eigens gegründeten Swiss Inflight Media (SIM) in Basel übertragen. Gegründet wurde diese Firma vom bisherigen Crossair-Anzeigenleiter Roger D. Müller. Gemäss Müller ist die Swiss nicht an der SIM beteiligt, es bestehe aber ein Partnerschaftsvertrag. Darin wird der SIM die exklusive Vermarktung von Swiss Magazine sowie von Erfrischungstüchlein, Ticketetuis, Flugplänen und Lounges von Swiss sowie Videos an Bord zugesichert. Andererseits vermarktet SIM nur Swiss-Werbeplattformen. Gegebenenfalls lässt sich das Swiss Magazine zudem noch in ein Kombi mit den Bordmagazinen von Lufthansa und Austrian Airlines einbinden.
«Swiss Magazine – Travel in style» lautet der ganze Titel des Swiss-Inflightmagazins. Doch ob der Stil des Heftes auch dem von Swiss-Logo-Designer Tyler Brûlé entspricht, ist unsicher. Tatsächlich bekam Brûlé das Heft erst in den letzten zwei Tagen, also nach Drucklegung, zu Gesicht. Das hat die Swiss-Magazine-Verlagsleiterin Regina Maréchal entschieden.
Der Grund: Brûlé, der als Herausgeber des neuen Inflightmagazins bei der Swiss-Geschäftsleitung abgeblitzt war, wollte sich laut Maréchal immer wieder als Berater und Design-Korrektor einschalten. Doch sie stellte sich vor ihr siebenköpfiges Team und die junge Zürcher Grafik- und Designagentur Raffinerie AG und verweigerte Brûlé jeden Eingriff. «Wir wollten das Magazin zu Ende bringen. Zu viele Köche hätten den Brei nur verdorben. Zudem war die Zeit, in der wir das neue Magazin auf die Beine bringen mussten, ohnehin knapp.»
Das scheint auch die Swiss-Geschäftsleitung so zu sehen. Deren Rückendeckung ist für Maréchal denn auch eine Anerkennung. Sie hat schon für die Crossair die Inflightmagazine Crosstalk (für Geschäftsreisende) und CrossTravel (für Ferienreisende und Familien) auf die Beine gestellt. Beide Hefte hatten nach zwei Jahren schon den Break-even erreicht. Ein ähnliches Ziel verfolgt Maréchal auch mit dem Swiss Magazine. «Die Swiss braucht kein gestyltes Designmagazin, sondern eines, das ein breites Publikum anspricht», ist sie überzeugt. Bewusst hat der Verlag Swiss Corporate Publishing als Teil der Swiss Corporate Communication seine Büros im neuen Swiss-Geschäftssitz beim Basler Euro-Airport. «Wir wollen den Swiss-Spirit spüren und in die Welt hinaustragen», sagt sie.
Das Swiss Magazine ist durchgehend zweisprachig (Deutsch und Englisch) – ein wichtiger Eckstein in Maréchals Konzept. «Immerhin rechnen wir mit einer Million Leserinnen und Lesern pro Monat, von denen rund die Hälfte deutscher Muttersprache ist», sagt sie. Inhaltlich ist das Heft auf Reisen fokussiert.
Das Reisemagazin hebt mit 120000 Exemplaren ab
Mit der Titelgeschichte, die jeweils eine Swiss-Destination mit einer Art Kurzfilm über 20 Seiten vorstellt, soll die Internationalität der neuen Airline gezeigt werden. Zur Leadstory gehört ein ausführlicher Serviceteil mit Stadtplan und Adressen. Andererseits kommt auch die Schweiz als Wurzel der Swiss zu Ehren – mit thematischen Fotostrecken aus jeder Sprachregion sowie Berichten über Design, Gastronomie oder Architektur. Das Swiss Magazine bringt ferner Porträts von Vielfliegern und Auswanderern sowie eine Kurzgeschichte eines Schweizer Schriftstellers, es stellt Adventure-Trips vor oder gibt Golf-Tipps.
Das Heft, das zehnmal jährlich erscheint (davon zweimal als Doppelnummer), hat eine Auflage von 120000 Exemplaren, bei den Doppelausgaben sind es 160000 Exemplare. In den Sitztaschen begleitet es Passagiere auf täglich 600 Flügen zu 126 Destinationen in 59 Länder. Zudem liegt es in Hotels und Lounges auf und kann auch abonniert werden. Vermarktet wird es von der neuen Swiss Inflight Media (siehe Kasten). Eine ganzseitige Anzeige kostet 23000 Franken, in Doppelnummern 26000 Franken.
ALERT AG Erbt von Target PublishingDie Target Publishing, ein auf Bordmagazine spezialisierter Verlag, ist konkurs. Der Grund: Zu den Kunden gehörten zu viele Krisen-Airlines (Swissair, LTU, Sabena, Balair), von denen Swissair und Sabena seit letztem Herbst ihre Rechnungen nicht mehr beglichen. Für die Swissair, die zu 45 Prozent am Verlag beteiligt war, hatte Target die Kundenzeitschrift Swissair Gazette und zuletzt deren abgespecktes Nachfolgeblatt The Guide herausgegeben. Target-Mitinhaber Erich Hirschi betreut nun jene Kunden, die weiter mit ihm zusammenarbeiten wollen (darunter Orange), über die Alert AG in Zürich Seefeld. Die Alert AG, schon 1997 als Beratungsfirma gegründet, wurde von Hirschi in den letzten Jahren auf kleiner Flamme gehalten. Nach dem Target-Konkurs baute er sie jedoch aus und fokussierte sie auf Kundenzeitschriften und Internetapplikationen. Acht der 35 Target-Mitarbeiter konnte Hirschi wieder einstellen.
Swiss Inflight Media vermarktet SwissMit dem Ausbau der Crossair zur Swiss und der damit verbundenen Erweiterung im Bereich On-Board-Entertainment wurde die Vermarktung der Swiss-Werbeplattformen der eigens gegründeten Swiss Inflight Media (SIM) in Basel übertragen. Gegründet wurde diese Firma vom bisherigen Crossair-Anzeigenleiter Roger D. Müller. Gemäss Müller ist die Swiss nicht an der SIM beteiligt, es bestehe aber ein Partnerschaftsvertrag. Darin wird der SIM die exklusive Vermarktung von Swiss Magazine sowie von Erfrischungstüchlein, Ticketetuis, Flugplänen und Lounges von Swiss sowie Videos an Bord zugesichert. Andererseits vermarktet SIM nur Swiss-Werbeplattformen. Gegebenenfalls lässt sich das Swiss Magazine zudem noch in ein Kombi mit den Bordmagazinen von Lufthansa und Austrian Airlines einbinden.
