Traue jedem über 50
Baromedia 2002 von Ringier Romandie nimmt die Senioren unter die Lupe
Baromedia 2002 von Ringier Romandie nimmt die Senioren unter die LupeVon Anita Vaucher Wer die 50 überschritten hat, gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Die Senioren oder Papy-Boomers (das Gegenstück zu den Baby-Boomers – eine eher flapsige Übersetzung von Senioren, die im Kommen sind) nutzen die gleichen Medien wie die Jungen und geben ebenso gerne Geld aus wie diese. Die Studie von Ringier Romandie und dem Marktforschungsinstitut Erasm rücken die Alten ins rechte Licht.
«On appelle vieillard un homme à partir de 40 ans. Les vieillards sont soupçonneux, jaloux, avares, chagrins, causers, se plaignent toujours, ils sont incapables d’amitiés.» Die deutsche Übersetzung tönt keineswegs schmeichelhafter: «Als alte Leute bezeichnet man Menschen, die über vierzig sind. Sie sind misstrauisch, eifersüchtig, geizig, stets in Sorge, schwatzhaft, beklagen sich immer und sind unfähig, Freundschaften zu pflegen.» Diese im Vorwort zur neuen Baromedia-Studie 2002 formulierte Definition der Senioren ist dem Dictionnaire de Richelet aus dem Jahr 1679 entnommen! Sie stimmt so glücklicherweise nicht mehr.
Mit dem Schwerpunkt-Thema «Papy-Boomers» fokussiert die diesjährige Studie auf die Altersgruppe der über Fünfzigjährigen. Diese Altersgruppe wird, so scheint es zumindest, von der Werbebranche sträflich vernachlässigt. Die Studie beobachtet bereits zum achten Mal im Auftrag von Ringier Romandie und vom Marktforschungsinstitut Erasm ausgewertet die Nutzungsgewohnheiten des Schweizer Publikums in den Bereichen Medien und Werbung.
Die altersbezogene Zielgruppendefinition hört unbarmherzig bei 49 Jahren auf. Über fünzigjährige Konsumenten existieren demnach nicht, und Vorurteile wie diese, wonach alte Leute skeptisch gegenüber Neuem, gesundheitlich angeschlagen und eher schlecht bei Kasse seien, halten sich hartnäckig. Dabei verfügt diese Altersklasse über beträchtliche finanzielle Mittel und über viel Freizeit, die aktiv genutzt wird. Das stellt die diesjährige Baromedia-Studie unmissverständlich fest.
Die Studie zeigt auf, dass die älteren Leute konsumfreudig sind und oft mehr Geld ausgeben als vor ihrem 50. Lebensjahr. Die über Fünfzigjährigen machen heute einen Drittel der Schweizer Bevölkerung aus, und dieser Anteil wird in den nächsten Jahren weiter stark wachsen.
Kaum Unterschiede bei der Mediennutzung
Interessant ist auch festzustellen, dass die «Papy-Boomers» die Medien kaum anders als die jüngeren Generationen nutzen. Die Zeitungen sind das begehrteste Medium, wenn es darum geht, sich zu informieren. Auch das Medium Internet ist bei den Senioren für die Informationsbeschaffung begehrt. 84 Prozent der 50- bis 65-Jährigen surfen zu diesem Zweck im Netz. Zeitungen lesen 76 Prozent der gleichen Altersgruppe und gar 82 Prozent der über 66-Jährigen.
Und mit der Werbung im Fernsehen, im Radio und im Briefkasten haben die Schweizer im dritten Lebensabschnitt ebenso Mühe, wie die Generation ihrer Kinder und Grosskinder. Einerlei, ob sie nun gemäss Baromedia-Typologie zu den Familienmenschen, zu den Materialisten, zu den Aktivisten oder eher zu den zurückgezogen lebenden Personen gehören.
Die Studie zeigt somit auch indirekt auf, dass die so genannten «Papy-Boomers» nicht als solche angesprochen werden wollen. Sie interessieren sich für dieselben Themen wie die Jungen und konsumieren daher auch weit gehend die gleichen Medien. Nicht zuletzt deshalb ist bis heute auch jeder noch so ernsthafte Versuch gescheitert, ein Seniorenmagazin zu lancieren.
«On appelle vieillard un homme à partir de 40 ans. Les vieillards sont soupçonneux, jaloux, avares, chagrins, causers, se plaignent toujours, ils sont incapables d’amitiés.» Die deutsche Übersetzung tönt keineswegs schmeichelhafter: «Als alte Leute bezeichnet man Menschen, die über vierzig sind. Sie sind misstrauisch, eifersüchtig, geizig, stets in Sorge, schwatzhaft, beklagen sich immer und sind unfähig, Freundschaften zu pflegen.» Diese im Vorwort zur neuen Baromedia-Studie 2002 formulierte Definition der Senioren ist dem Dictionnaire de Richelet aus dem Jahr 1679 entnommen! Sie stimmt so glücklicherweise nicht mehr.
Mit dem Schwerpunkt-Thema «Papy-Boomers» fokussiert die diesjährige Studie auf die Altersgruppe der über Fünfzigjährigen. Diese Altersgruppe wird, so scheint es zumindest, von der Werbebranche sträflich vernachlässigt. Die Studie beobachtet bereits zum achten Mal im Auftrag von Ringier Romandie und vom Marktforschungsinstitut Erasm ausgewertet die Nutzungsgewohnheiten des Schweizer Publikums in den Bereichen Medien und Werbung.
Die altersbezogene Zielgruppendefinition hört unbarmherzig bei 49 Jahren auf. Über fünzigjährige Konsumenten existieren demnach nicht, und Vorurteile wie diese, wonach alte Leute skeptisch gegenüber Neuem, gesundheitlich angeschlagen und eher schlecht bei Kasse seien, halten sich hartnäckig. Dabei verfügt diese Altersklasse über beträchtliche finanzielle Mittel und über viel Freizeit, die aktiv genutzt wird. Das stellt die diesjährige Baromedia-Studie unmissverständlich fest.
Die Studie zeigt auf, dass die älteren Leute konsumfreudig sind und oft mehr Geld ausgeben als vor ihrem 50. Lebensjahr. Die über Fünfzigjährigen machen heute einen Drittel der Schweizer Bevölkerung aus, und dieser Anteil wird in den nächsten Jahren weiter stark wachsen.
Kaum Unterschiede bei der Mediennutzung
Interessant ist auch festzustellen, dass die «Papy-Boomers» die Medien kaum anders als die jüngeren Generationen nutzen. Die Zeitungen sind das begehrteste Medium, wenn es darum geht, sich zu informieren. Auch das Medium Internet ist bei den Senioren für die Informationsbeschaffung begehrt. 84 Prozent der 50- bis 65-Jährigen surfen zu diesem Zweck im Netz. Zeitungen lesen 76 Prozent der gleichen Altersgruppe und gar 82 Prozent der über 66-Jährigen.
Und mit der Werbung im Fernsehen, im Radio und im Briefkasten haben die Schweizer im dritten Lebensabschnitt ebenso Mühe, wie die Generation ihrer Kinder und Grosskinder. Einerlei, ob sie nun gemäss Baromedia-Typologie zu den Familienmenschen, zu den Materialisten, zu den Aktivisten oder eher zu den zurückgezogen lebenden Personen gehören.
Die Studie zeigt somit auch indirekt auf, dass die so genannten «Papy-Boomers» nicht als solche angesprochen werden wollen. Sie interessieren sich für dieselben Themen wie die Jungen und konsumieren daher auch weit gehend die gleichen Medien. Nicht zuletzt deshalb ist bis heute auch jeder noch so ernsthafte Versuch gescheitert, ein Seniorenmagazin zu lancieren.
