Toasted Challenge – Das «Takeshi’s Castle» der Schweiz

STATE OF THE ART Das Jugendportal Toasted.ch hatte eine Idee und gab nicht auf: Die «Toasted Challenge» kombiniert sportliche Leistung mit Teamgeist und Entertainment – mit Erfolg. Nicht nur erntete das Team zwei Xaver-Awards, der Event ist zudem ein Beispiel dafür, wie ohne Werbebudget Erfolg erzielt werden kann.Dieser Bericht ist in der Oktober-Ausgabe des Fachmagazins «Marketing & Kommunikation» erschienen. Weitere Artikel zu Digital-, Marketing- und Kommunikationsthemen? Zum Abo.In den 90er-Jahren, als das Internet noch teuer war und das Smartphone in den Kinderschuhen steckte, sass die junge Generation gebannt vor dem Fernseher – begeistert durch Nickelodeon, USSerien und Reality-Shows. Dazu gehörte auch «Takeshi’s Castle». Die japanische Fernsehsendung lief damals auf DSF und RTL 2 und zeigte Teams, die einen Hindernisparcours zu bestreiten hatten: vom Wände-Hochklettern über das Schaumbad bis zum Rennen über Wasser – der Fantasie für die Hindernisse war keine Grenze gesetzt. Vielleicht aus Nostalgie oder einfach aus Spass fand diese Show auch beim Jugendportal «Toasted» Anklang. 2014 startete das Team die Schweizer Version. Die «Toasted Challenge» ist zwar noch keine Fernsehshow, dafür ein Megaevent mit 22 000 Zuschauern im Jahr 2014. Auf Zustimmung ist das Toasted- Team auch beim Xaver-Award gestossen. Für die erste Durchführung 2014 gewann der Funsport- Event zum einen den Publikumspreis und zum anderen in der Kategorie «Best Public Event & Show Entertainment».
Toasted_Wassertarzan
Einer 12 Elemente von Toasted Challenge: der «Wasser-Tarzan».Wie aus einer Idee Wirklichkeit wird«Bei Takeshi’s Castle wurden vor allem die Teilnehmer ausgelacht. Wir wollten aber einen Event schaffen, bei dem die Teilnehmer zu Stars werden», erläutert Philipp Bareth, Geschäftsführer der Toasted GmbH. Dabei achtete man nicht einfach auf die «Nachahmung » der japanischen Fernsehsendung, sondern vielmehr auf die Entstehung eines Teambuilding- Events, der Spass machen sollte und einen Kontrast zu Skitag und Zirkus bietet. «Aufgrund dieser Innovation war es eine Herausforderung, das Projekt entsprechenden Sponsoren vorzustellen», sagt Bareth. Zum einen gab es noch kein Anschauungsmaterial und zum anderen keinen vergleichbaren Event in der Schweiz. Dies war auch Grund dafür, eine neue Dimension im Sponsoring zu eröffnen. Das Toasted-Team gab aber nicht auf und fand den Richtigen. «Für 2015 konnten wir mit Rivella einen Titelsponsor gewinnen, der zu unseren Werten passt. Denn Rivella ist da anzutreffen, wo Bewegung und Fitness Spass machen», so Bareth. Andere Sponsoren wie «MTV mobile» von Sunrise oder Raiffeisen folgten. Ihre Marken wurden zum integrierten Bestandteil des Events – unter anderem für die Hindernisse eingesetzt.
Toasted_Parcours
Die Hindernisse verlangen den Teilnehmern Geschicklichkeit ab.Erfolgreich ohne WerbungNeben dem Sponsoring wurde für die Erstdurchführung der Challenge aber kein Rappen an Werbegeldern ausgegeben. «Wir konnten die Challenge auf unserer Plattform toasted.ch und auf 20 Minuten vorstellen und damit die Zielgruppe direkt ansprechen. Denn das Projekt trifft den Nerv der Zeit», nennt Philipp Bareth das Geheimrezept des Erfolgs. Und dieser ist sichtbar: Die Tickets für die «Toasted Challenge» waren innert acht Minuten ausverkauft. Sodass die Teams für das zweite Jahr von 360 auf 540 gesteigert werden konnten. Die Zielgruppe wurde auch auf Facebook angesprochen. So bildete sich innerhalb von zwei Jahren eine Fangemeinde mit rund 8000 Personen.
Toasted_Wipeout
Der «Wipeout» verlangte Schnelligkeit und Balance. Wie funktioniert es?Mitmachen darf jeder, sogar Unternehmen. Für diese gibt es das Firmen-Battle, bei dem sie gegeneinander antreten dürfen. Neben Geschicklichkeit, Ausdauer und Kraft ist auf dem Parcours vor allem Teamgeist gefragt. 12 Elemente müssen die Teilnehmer in Teams mit je sechs Personen überwinden. Das Element Wasser spielt dabei eine zentrale Rolle. So zum Beispiel beim Wasser- Tarzan, wo sich die «Toasted Challengers» über das Wasser schwingen müssen oder dem «Wipeout». Dort gelangen die Teilnehmer über einen Steg an einen Pool mit einer vier Meter langen schwimmenden Säule, die es zu überspringen respektive abzulaufen gilt – und diese ist rutschig. Das Gleichgewicht halten zu können, ist einer der grossen Proben des Parcours. Die «Bridge of bravery» nämlich ist eine Balancierstange, die sich über einen Pool zieht. Beim Überqueren müssen die Teilnehmer jedoch einige Hürden bezwingen. Fast eine Leichtigkeit, wären da nicht noch die Bälle, welche auf die Challenger zuflögen, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die Zuschauer fiebern mit, müssen aber nicht «tatenlos» zusehen. Für diese wurden nämlich «Side Events» organisiert. Dazu gehört die «Street Food Zone» mit Essensständen oder eine Go-Kart- Bahn, eine Hüpfburg für die Kleinen und für die Grossen der «Qoqa Jump», ein acht Meter hoher Turm, von dem man in ein riesiges Luftkissen springen kann. «Eine weitere Herausforderung für uns war es, ein Areal zu finden, das genügend Platz für diese Hindernisse bot. Das Gelände des Schluefwegs Kloten bietet 30 000 m² und damit die ideale Infrastruktur für die Toasted Challenge », erklärt Philipp Bareth. Die Hindernisse wurden in Zusammenarbeit mit der Winkler Multi Media Events AG aufgebaut. «Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn wir die Challenge erneut durchführen und mit neuen Hindernissen und Technologien aufwarten dürfen», so der Geschäftsführer.Autorin: Melanie Granados

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