Sturm im Wasserglas
Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier über die Beschwerde von Impressum gegen Keystone.
Vor einiger Zeit reichte Impressum beim Schweizer Presserat Beschwerde gegen Keystone ein. Der Vorwurf der Mediengewerkschaft: Die Bildagentur vermische Werbe- und Pressebilder und verstosse damit gegen die journalistische Berufsethik. Die Gewerkschaft stützt ihre Beschwerde auf einen Artikel, der Anfang Februar in der Freiburger Tageszeitung La Liberté erschienen war. Der Artikel wurde wenig später von der WOZ übernommen. Darin moniert der Journalist, dass Keystone (die PR-Tochter von Keystone) etwa Bilder von Sportanlässen mit Sponsorenschriftzügen im Hintergrund nicht konsequent als Werbebilder ausweise. Keystone-Geschäftsführer Jann Jenatsch weist diesen Vorwurf zurück. PR-Bilder entstünden bei der Keystone-Tochter Photopress und würden mit dem Vermerk «Photopress» explizit als solche ausgewiesen. Wenn die Gefahr bestehe, dass bei einem Anlass die PR-Interessen bei Abdeckung mit nur einem Fotografen überwiegen würden, schicke Keystone einen zweiten Fotografen hin, sagte Jenatsch weiter. Sollte sich eine Vermischung von Werbung und Presse bestätigen, würde dies für Impressum eine Verletzung von Artikel 10 der «Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten» bedeuten, wie die Gewerkschaft im Communiqué schreibt. Dieser Artikel schreibt die strikte Trennung von journalistischen und kommerziellen Inhalten vor. Skandal?
Konkret geht es dabei um Emmi, die ein Sponsoring-Engagement als Partner für den FIS-Ski-Alpin-Weltcup eingegangen sind. Emmi ist somit bei den bedeutenden FIS-Weltcup-Veranstaltungen entlang den Pisten sowie am Austragungsort präsent. Emmi bezahlt auch die Fotografen von Photopress. Vertrieben werden die Bilder einerseits kostenlos durch Photo¬press, sie sind aber auch gegen Entgelt bei Keystone zu finden. Das ist sicher unschön. Wenn man sich aber die Mühe macht, diese Bilder genauer zu betrachten, dann relativiert sich die ganze Angelegenheit. Wie bei jedem Sportanlass, der von Sponsoren lebt, ist es naturgemäss schwierig, Bilder zu finden, auf denen kein Sponsor-Logo zu sehen ist. Das ist life an der Veranstaltung so und demzufolge auch bei den entsprechenden Fotos. Natürlich gibt es dabei Unterschiede. Vom Rennfahrer in Aktion, bei dem man das Logo auf dem Overall sieht, über ein Foto mit einem grossen Werbebanner im Hintergrund bis zu einem Foto, das ein grosses Logo im Vordergrund und einen unscharfen Skifahrer im Hintergrund zeigt, reicht die Palette.
Jedem Redaktor steht es frei, dasjenige Bild auszuwählen, das ihm passend erscheint. Es ist so offensichtlich, welche Bilder reine PR-Fotos sind und welche die sportlichen News abbilden, dass der Vorwurf betreffend Vermischung von Werbung und Presse lächerlich ist. Einen solchen Vorwurf könnte man höchs¬tens dem die Fotos auswählenden Redaktor machen, denn es liegt schliesslich in seiner Verantwortung, welche Bilder er auswählt. Und er hat die freie Wahl. Falls er für ein effektives PR-Bild, das schon vom Auftraggeber bezahlt wurde, dann noch bezahlt, ist er wirklich selber schuld. Das ist kein Skandal, sondern Dummheit oder Blauäugigkeit. Es ist ungefähr so wie bei den unzähligen PR-Texten, die in den Redaktionen landen. Einer nimmt sie als Basis für eine Geschichte, der andere macht copy/paste und übernimmt sie vollumfänglich. Die unkritische Übernahme von Texten und Bildern durch Journalisten – das ist der eigentliche Skandal.
Konkret geht es dabei um Emmi, die ein Sponsoring-Engagement als Partner für den FIS-Ski-Alpin-Weltcup eingegangen sind. Emmi ist somit bei den bedeutenden FIS-Weltcup-Veranstaltungen entlang den Pisten sowie am Austragungsort präsent. Emmi bezahlt auch die Fotografen von Photopress. Vertrieben werden die Bilder einerseits kostenlos durch Photo¬press, sie sind aber auch gegen Entgelt bei Keystone zu finden. Das ist sicher unschön. Wenn man sich aber die Mühe macht, diese Bilder genauer zu betrachten, dann relativiert sich die ganze Angelegenheit. Wie bei jedem Sportanlass, der von Sponsoren lebt, ist es naturgemäss schwierig, Bilder zu finden, auf denen kein Sponsor-Logo zu sehen ist. Das ist life an der Veranstaltung so und demzufolge auch bei den entsprechenden Fotos. Natürlich gibt es dabei Unterschiede. Vom Rennfahrer in Aktion, bei dem man das Logo auf dem Overall sieht, über ein Foto mit einem grossen Werbebanner im Hintergrund bis zu einem Foto, das ein grosses Logo im Vordergrund und einen unscharfen Skifahrer im Hintergrund zeigt, reicht die Palette.
Jedem Redaktor steht es frei, dasjenige Bild auszuwählen, das ihm passend erscheint. Es ist so offensichtlich, welche Bilder reine PR-Fotos sind und welche die sportlichen News abbilden, dass der Vorwurf betreffend Vermischung von Werbung und Presse lächerlich ist. Einen solchen Vorwurf könnte man höchs¬tens dem die Fotos auswählenden Redaktor machen, denn es liegt schliesslich in seiner Verantwortung, welche Bilder er auswählt. Und er hat die freie Wahl. Falls er für ein effektives PR-Bild, das schon vom Auftraggeber bezahlt wurde, dann noch bezahlt, ist er wirklich selber schuld. Das ist kein Skandal, sondern Dummheit oder Blauäugigkeit. Es ist ungefähr so wie bei den unzähligen PR-Texten, die in den Redaktionen landen. Einer nimmt sie als Basis für eine Geschichte, der andere macht copy/paste und übernimmt sie vollumfänglich. Die unkritische Übernahme von Texten und Bildern durch Journalisten – das ist der eigentliche Skandal.
