Smart kommunizierte Smoothies
Getränke Für Gold hats nicht gereicht. Trotzdem pflügt Traktor denPremium-Fruchtsaftmarkt schon kräftig um.
Getränke Für Gold hats nicht gereicht. Trotzdem pflügt Traktor denPremium-Fruchtsaftmarkt schon kräftig um.
«Ernte gut – alles gut»: Sympathisch an der jungen Getränkemarke ist nicht nur ihr Claim. In den Kühlregalen der Traktor-Händler fällt auch das Logo positiv auf: ein stilisierter Traktor mit Anhänger, auf dem, je nach Smoothie-Sorte, ein überdimensionierter Apfel – für die Fruchternten –, eine Badeente, Vogelscheuche oder ein Schneemann für dieSaison-Mixes oder die Milchkanne für den Jogurt-Drink mitfahren.
Der fruchtige Bio-Mix in den Pet-Fläschchen widerspiegelt sich ebenso in jedem noch so kleinen Detail der geistvollen Kommunikation, die ironisch verspielt und zugleich seriös ehrlich ist. Und, so schweizerisch-
bodenständig wie der Markenname, werden alle vier Landessprachen berücksichtigt.
Zwar hat sich das Kleinunternehmen mit vier Angestellten wegen der exklusiven Nischenpositionierung und der engen finanziellen Vorgaben auf «Below the Line»-Massnahmen und auf eine Push-lastige Strategie beschränkt. Kommt hinzu, dass das Gründerduo Michael Wehrli und Philippe Schenkel seit dem Markteintritt im August 2003 vor allem auf die Produkteweiterentwicklung fokussiert – demnächst sollen Halb-
litergebinde die Familienhaushalte erschliessen –, auf Marktanalysen, auf Degustationen als wichtigste Kommunikationsmassnahme und auf den Distributionsnetzaufbau.
Trotzdem: In punkto Originalität lässt der vom Konsortium Magirus-Deutz verantwortete Kommunikationsauftritt von Traktor das Feld
der anderen Trophy-Gewinner weit hinter sich. Integriert, eigenständig und unterhaltsam findet sie sich in allen Kanälen, von den erfrischend eigenwilligen Gedanken über Früh-Französisch, P. Diddy oder Osterglocken auf den Etiketten bis zur kurzweiligen Firmengeschichte auf der Website, die beim Frankenkönig Pipin dem Kurzen anfängt. Profiliert kommt die Ansprache der Konsumenten daher. Sie ist abwechslungsreich und wirkt ausgesprochen nah und persönlich. Für das Preissegment und die Genuss-orientierte Zielgruppe macht diese Customized Communication-Strategie Sinn, weil sie einen Community-Charakter entwickelt.
Doch warum der schräge Name Traktor? «Weil es einen so fruchtigen Klang hat», meinen die Umweltnaturwissenschafter Wehrli und Schenkel schmunzelnd. Sie haben allen Grund zum Lachen. Ihre AG, die sie mit Beteiligungen aus dem privaten Umfeld und einem Bankkredit gegründet hatten, sollte gemäss Businessplan heuer den Break-even erreichen.
Vor allem die Degustationen, der Austausch mit Händlern und Konsumenten hätten dazu beigetragen, den Preisunterschied zu erklären und die Kundentreue aufzubauen. So haben sie innert eineinhalb Jahren ein Händlernetz mit 150 Verkaufsstellen aufgebaut und bieten neu ein Traktor-Abo für Büros an.
In der gleichen Zeitspanne hat auch die «Traktor-Produktion» Gas ge-
geben und ist von ursprünglich 4500 Fläschchen monatlich auf bald 30 000 geschnellt.
Nichts als Früchte drinSmoothies sind keine gewöhnlichen, durstlöschenden Fruchtsäfte. Wegen des hohen Anteils an Fruchtfleisch kommen sie eher einer dickflüssigen, nahrhaften Zwischenmahlzeit gleich. Fruchtpürees und -säfte im Traktor-Sortiment wechseln je nach Saison und stammen von erntefrischen Rohstoffen aus biologischem Anbau. Dank der schonenden Pasteurisierung behält das Getränk ein intensives Aroma und ist bei kühler
Lagerung für zwei Wochen haltbar. Ausser Honig oder Gewürzen sind Zusätze in den Traktor-Fruchternten tabu. (la)
Die beiden Traktor-Gründer fahren eine fruchtige Ernte ein.
Luca Aloisi
«Ernte gut – alles gut»: Sympathisch an der jungen Getränkemarke ist nicht nur ihr Claim. In den Kühlregalen der Traktor-Händler fällt auch das Logo positiv auf: ein stilisierter Traktor mit Anhänger, auf dem, je nach Smoothie-Sorte, ein überdimensionierter Apfel – für die Fruchternten –, eine Badeente, Vogelscheuche oder ein Schneemann für dieSaison-Mixes oder die Milchkanne für den Jogurt-Drink mitfahren.
Der fruchtige Bio-Mix in den Pet-Fläschchen widerspiegelt sich ebenso in jedem noch so kleinen Detail der geistvollen Kommunikation, die ironisch verspielt und zugleich seriös ehrlich ist. Und, so schweizerisch-
bodenständig wie der Markenname, werden alle vier Landessprachen berücksichtigt.
Zwar hat sich das Kleinunternehmen mit vier Angestellten wegen der exklusiven Nischenpositionierung und der engen finanziellen Vorgaben auf «Below the Line»-Massnahmen und auf eine Push-lastige Strategie beschränkt. Kommt hinzu, dass das Gründerduo Michael Wehrli und Philippe Schenkel seit dem Markteintritt im August 2003 vor allem auf die Produkteweiterentwicklung fokussiert – demnächst sollen Halb-
litergebinde die Familienhaushalte erschliessen –, auf Marktanalysen, auf Degustationen als wichtigste Kommunikationsmassnahme und auf den Distributionsnetzaufbau.
Trotzdem: In punkto Originalität lässt der vom Konsortium Magirus-Deutz verantwortete Kommunikationsauftritt von Traktor das Feld
der anderen Trophy-Gewinner weit hinter sich. Integriert, eigenständig und unterhaltsam findet sie sich in allen Kanälen, von den erfrischend eigenwilligen Gedanken über Früh-Französisch, P. Diddy oder Osterglocken auf den Etiketten bis zur kurzweiligen Firmengeschichte auf der Website, die beim Frankenkönig Pipin dem Kurzen anfängt. Profiliert kommt die Ansprache der Konsumenten daher. Sie ist abwechslungsreich und wirkt ausgesprochen nah und persönlich. Für das Preissegment und die Genuss-orientierte Zielgruppe macht diese Customized Communication-Strategie Sinn, weil sie einen Community-Charakter entwickelt.
Doch warum der schräge Name Traktor? «Weil es einen so fruchtigen Klang hat», meinen die Umweltnaturwissenschafter Wehrli und Schenkel schmunzelnd. Sie haben allen Grund zum Lachen. Ihre AG, die sie mit Beteiligungen aus dem privaten Umfeld und einem Bankkredit gegründet hatten, sollte gemäss Businessplan heuer den Break-even erreichen.
Vor allem die Degustationen, der Austausch mit Händlern und Konsumenten hätten dazu beigetragen, den Preisunterschied zu erklären und die Kundentreue aufzubauen. So haben sie innert eineinhalb Jahren ein Händlernetz mit 150 Verkaufsstellen aufgebaut und bieten neu ein Traktor-Abo für Büros an.
In der gleichen Zeitspanne hat auch die «Traktor-Produktion» Gas ge-
geben und ist von ursprünglich 4500 Fläschchen monatlich auf bald 30 000 geschnellt.
Nichts als Früchte drinSmoothies sind keine gewöhnlichen, durstlöschenden Fruchtsäfte. Wegen des hohen Anteils an Fruchtfleisch kommen sie eher einer dickflüssigen, nahrhaften Zwischenmahlzeit gleich. Fruchtpürees und -säfte im Traktor-Sortiment wechseln je nach Saison und stammen von erntefrischen Rohstoffen aus biologischem Anbau. Dank der schonenden Pasteurisierung behält das Getränk ein intensives Aroma und ist bei kühler
Lagerung für zwei Wochen haltbar. Ausser Honig oder Gewürzen sind Zusätze in den Traktor-Fruchternten tabu. (la)
Die beiden Traktor-Gründer fahren eine fruchtige Ernte ein.
Luca Aloisi
