Sicher in die Grube

Prävention Die Suva will Arbeitnehmer für das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz verstärkt sensibilisieren.

Prävention Die Suva will Arbeitnehmer für das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz verstärkt sensibilisieren. Mit 260000 ist die Zahl der Berufsunfälle im Jahr 2003 im Vergleich zu denjenigen in der Freizeit niedrig. Zudem verzeichnet die Suva einen jährlichen Rückgang an Vorfällen. Trotzdem sieht die wichtigste Trägerin der obligatorischen Unfallversicherung nach wie vor Handlungsbedarf bei der Prävention. Unter der Angebotsmarke SuvaPro und mit dem Motto «Handeln, bevor etwas passiert», will die Versicherung Arbeitgeber und -nehmer auf die Gefahren am Arbeitsort aufmerksam machen. Die ethische und gesetzliche Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz liegt beim Arbeitgeber. Aber auch die Arbeitnehmer tragen eine gesetzlich verankerte Eigenverantwortung bezüglich der Arbeitssicherheit. Demnach sind sie verpflichtet, Gefahrenpotenziale zu beseitigen oder dem Arbeitgeber zu melden.
Bei der Eigenverantwortung setzt auch die Ende September angelaufene Präventionskampagne von SuvaPro an. Betreut wird die Angebotsmarke von der Zürcher Agentur Ruf Lanz, die ebenfalls für die Auftritte von SuvaLiv verantwortlich zeichnet. Realisiert hat das Team um Danielle Lanz und Markus Ruf neben einem Anzeigensujet einen TV-Spot.
Für die Sensibilisierung auf die Gefahren im Berufsumfeld setzt das Kreativteam beim Worst-case-Szenario eines Unfalls an: In einer morbiden Nebellandschaft und begleitet von dramatischen Klängen hebt ein Mann am Fusse eines Baumes ein Grab aus. Erst durch den Perspektivenwechsel der Kamera erkennt der Betrachter, der Protagonist ist nicht Totengräber, sondern Bauarbeiter. Durch die Sicherung der Mulde wird das vermeintliche Grab zur harmlosen Baustelle.
Kein Sinn für Humor«Die Auflösung mit dem Bau macht deshalb Sinn, weil die Baubranche einen grossen Teil der Suva-Versicherten stellt», sagt Markus Ruf. Denn während die meisten Präventionsmassnahmen der Suva direkt in den Betrieben erfolgt, soll die aktuelle Kampagne eine breite Öffentlichkeit erreichen. Deren Präferenzen bezüglich der Umsetzung hat die Suva im Vorfeld in einem Publikumstest ermittelt. Zur Beurteilung standen neben der realisierten, dramatischen auch eine humorvolle Inszenierung des Slogans «Handeln Sie, bevor etwas passiert». Dabei fiel die lustigere Geschichte klar durch. Dazu Danielle Lanz: «Die Ergebnisse von Pretests sind sehr unberechenbar. Beim SuvLiv-Spot mit der Männer-Toilette zum Beispiel hat die pointiertere Umsetzung das Rennen gemacht.»
Das Anzeigen-Sujet, welches ebenfalls zum Einsatz kommt, geht in der Umsetzung einen Schritt weiter: Ein Chirurg trägt die sterile Mundmaske als Augenbinde, um den unschönen Anblick des Patienten zu vermeiden. Dank dem relativ neutralen Visual kann die Anzeige, so Markus Ruf, auch für andere Suva-Angebotsmarken eingesetzt werden.
Während das Arzt-Sujet als Gelegenheitsinserat den Spot flankiert, läuft dieser während rund einem Monat gesamtschweizerisch. Alternierend mit den Auftritten der übrigen drei Suva-Marken soll der SuvaPro-Film auch in den kommenden zwei Jahren zum Einsatz gelangen. Gedreht wurde der Spot übrigens mitten in der Stadt Zürich, im Bederpark. Die zugeschüttete Grube ist nach wie vor von einem rot-weissen Plastikband umzäunt – allerdings dient dieses weniger der Unfallprävention als dem ungestörten Wachstum des frisch gesäten Rasens.
Ein klarer Fall? Die morbide Szenerie verwandelt sich plötzlich zur simplen Baustelle.
Schockwirkung beabsichtigt: Im Dienst der Suva will Ruf Lanz für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz sorgen. >> Seite 7
Simone Keller

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