Shortlist

Swiss Lions? Swiss Lion! Von Beat Fritsch Beinahe tausend Werberinnen und Werber, die heuer nicht nach Cannes gefahren sind, wollten sich die Cannesrolle nicht entgehen lassen. Zu sehen war sie in der zum Kino umfunktionierten Musicalhall auf

Swiss Lions? Swiss Lion! Von Beat Fritsch
Beinahe tausend Werberinnen und Werber, die heuer nicht nach Cannes gefahren sind, wollten sich die Cannesrolle nicht entgehen lassen. Zu sehen war sie in der zum Kino umfunktionierten Musicalhall auf dem Maag-Areal, wo zurzeit das Spektakel «Deep» über die Bühne geht. Untertauchen in der Welt der Werbung war das Motto. Die guten Plätze waren begehrt. Schon eine halbe Stunde vor Türöffnung standen die ersten Gäste auf dem Teppich, eine Stunde später war der Saal bis auf den letzten Platz besetzt.
Bevor das Vergnügen losgehen konnte, standen Ehrungen und Reden auf dem Programm. Als Erstes kündigte RMB-CEO Matthias Luchsinger einen Namenswechsel an. Ab 2003 soll RMB Switzerland wieder Cinecom heissen, das neue Logo werde in Kürze vorgestellt. Danach wurden die Gewinner der diplome – im Fachjargon Papierlöwen genannt – und des einzigen Lion auf die Bühne gebeten, um von den Schweizer Jurymitgliedern beziehungsweise den Kategorie-Sponsoren geehrt zu werden.
Pech hatte dabei Roger Baur, Marketing- und Verkaufsleiter beim Cyber-Lions-Sponsor Adlink. Für teures Geld liess er sich eine längere Rede schreiben. Weil aber in der Cyber-Kategorie keine Ehrungen anstanden, wurde Baurs Redezeit gnadenlos gekürzt, so dass gerade noch Zeit für fünf Sätze blieb.
Besser hatten es Christoph Morach von DM-Sponsor Mailprofiler und Lions-Direct-Jurymitglied Gilbert Fisch. Während Morach die Zeit nutzte, um Argumente fürs Cannes-Sponsoring vorzubringen, geruhte DM-Juror Fisch der Fachpresse ans Bein zu pinkeln. Er wartete mit einem als Foulplay zu taxierenden Seitenhieb gegen die WerbeWoche auf.
So kams dazu: Vor Cannes erlaubte man sich in unserem Fachblatt die Frage an Branchenexponenten, ob die Aufnahme der Lions Direct ins Festival sinnvoll sei. «Solche dummen Fragen möge er schon gar nicht mehr kommentieren», lamentierte der CEO der Direktwerbeagentur Fisch Meier. Indes – dumme Fragen gibts bekanntlich nicht. Von «grosser Schritt nach vorne» (Luchsinger) bis «reine Geschäftemacherei» (Aebi und Fueter) reichte denn damals auch die Spannweite der Antworten.
Thema Geschäftemacherei. Nicht verboten ist es, beispielsweise folgende Rechnung anzustellen: Die neue Kategorie Lions Direct hat mit 1063 Einreichungen à 400 Euro dem Festival mal schnell runde 425000 Euro Mehrumsatz in die Kassen gespült. Abzüglich Verpflegung und Unterkunft für eine weitere Jury. Also, wenn das kein Geschäft ist …
Viele Lacher provozierte Remy Fabrikant, der dem Publikum einen Einblick ins Jurierungsprozedere erlaubte. Vor allem seine Darbietung des chinesischen Jurors («No, no – this no good – absolutely no good work!») sorgte für viel Heiterkeit.
Ebenfalls um bewegte Bilder gings letzte Woche an der Verleihung des Tele-Preises, die zugleich Redesign- und Relaunch-Party war. Das TV-Magazin wurde im Erscheinungsbild stark überarbeitet. Die Sause fand in sehr gepflegter Atmosphäre im X-Tra statt, und neben Werbern und Medialeuten fand sich auch viel Cervelat-Prominenz ein. So sass beispielsweise Frank Bodin an einem ganz illustren Tischchen mit Emil Steinberger, Michael Ringier, Jürg Marquard und Urs Rohner.
Den Tele-Preis heimste Sitcomautor Charles Lewinsky (O-Ton: «Ich bin ganz begeistert von mir.») ein. In Anspielung auf den anwesenden Kurt Felix übergaben ihm die moderierenden Komiker von «Flüügzüüg» nicht nur die Tele-Statue, sondern auch noch den Telebock, den Fernsehdirektor Schellenberg mit der Absetzung Lewinskys geschossen hatte.
Beat Fritsch

verlustierte sich vergangene Woche mit bewegten Bildern. Auf dem Maag-Areal lud RMB zur Visionierung der Cannesrolle 2002, beim Tele-Preis wird alljährlich ein Fernsehmacher ausgezeichnet, der für die Füller zwischen den Werbeblöcken verantwortlich zeichnet.
Wer sich in der Kommunikationsszene an Partys und Apéros trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur (info@werbewo che.ch). Für Veranstaltungstipps wie auch weitere bilder: ww.werbewoche.ch

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Parlez-vous P?

Parlez-vous P?Von Anita VaucherAuf dem Industrieareal Sécheron, in jener Halle, in der einst Lokomotiven von bester Schweizer Qualität gebaut wurden und es früher nach Schweiss, Öl und Stahl roch, feierte die Publimedia ihr fünfjähriges Bestehen in Genf.
Gut 450 Personen folgten der Einladung von Patron Cédric Hinderberger. Dies sei, so meinte er, für Westschweizer Verhältnisse eine unerwartet grosse Gästeschar. In der Romandie gibts halt keine wirklichen Werbe- und Cervelats-Promis wie in Zürich. Dafür hat es in der Westschweiz schlicht zu wenig Personal, das diese Auszeichnung wirklich verdient. Einzelne Local Heros findet man vielleicht noch in Genf, doch wer dort als Szenegänger gilt, den kennt man möglicherweise in Lausanne oder Neuenburg nicht einmal mehr. Auch eine Werberszene mit den klassischen In-Treffs zwecks Austauschs von Klatsch und Branchennews sucht man in der Romandie vergeblich.
Deshalb kommen Werbeleute jeweils in Scharen, wenn es etwas zu feiern gibt. Den Publimedia-Geburtstag jedenfalls besuchten Kunden, Werber, Medienschaffende und auch die Mitarbeiter des Westschweizer Fernsehens und Radios. Rund um das fabelhafte libanesische Buffet konnte endlich wieder einmal nach Herzenslust getratscht werden. Die Mitglieder der Rockband The Gangsters of the Paradise, allesamt mit schwarzen Brillen bestückt, brachten mit ihren heissen Rhythmen sogar einige Gäste dazu, das Tanzbein zu schwingen. Etwas verloren hing dagegen der komplett in weisses Tuch gehüllte Trapezkünstler in der Luft, der trotz seiner hervorragenden Akrobatiknummer lange kaum beachtet wurde.
Auf lange Reden verzichteten sowohl Otto Meier von Publimedia Zürich als auch Gastgeber Cédric Hinderberger, sodass man sich ohne Umschweife Speis und Trank widmen konnte. Und weil am nächsten Tag wieder Arbeit angesagt war, verabschiedeten sich die ersten Partygänger bereits gegen 22 Uhr.

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