Shortlist: Stress-Radio-Media-Woche!

Stress-Radio-Media-Woche! Von Beat Fritsch Wie man mit Stress – soll ja in den besten Familien vorkommen – umzugehen hat, war das Thema der letztwöchigen Veranstaltung des Young Chapter der International Advertising Association IAA (Fotos auf

Stress-Radio-Media-Woche! Von Beat Fritsch
Wie man mit Stress – soll ja in den besten Familien vorkommen – umzugehen hat, war das Thema der letztwöchigen Veranstaltung des Young Chapter der International Advertising Association IAA (Fotos auf Seite 46). Unter dem Titel «Work-Life-Balance» diskutierten im V-Labor im Zürcher Westend unter der Leitung von Kurt Aeschbacher Führungskräfte und Manager-Coaches über die geradezu alltägliche Tatsache von Stressaufkommen. Da offensichtlich vorausgesetzt wurde, alle Anwesenden seien mit dem Phänomen bestens vertraut, verzichtete man auf eine Definition, wie genau sich Stress und seine Erscheinungsformen äusserten. Weshalb der Autor dieser Zeilen heute noch nicht weiss, ob die Kopfschmerzen, unter denen er jeweils nach dem Besuch von Werberevents zu leiden hat, stressbedingt sind oder doch andere Ursachen haben.
Nun – wichtigste Quintessenz des Podiumsgesprächs war, dass Stress oft eine Frage der persönlichen Definition und Empfindung ist. Oder wie es der durch Börsen- und Rezessionsstürme gestählte Manager auf die Frage nach seinem Befinden zwischen Tür und Angel auszudrücken pflegt: «Bin nicht im Stress… bloss hoffnungslos überlastet!»
Stress hin oder her – die Veranstaltung generierte ein zahlreiches und hochkarätiges Publikum, das sich im V-Labor absolut stressfrei dem Genuss hingab und branchenadäquates Sitzleder demonstrierte. Oder um es mit einem abgeänderten Sartre-Zitat auf den Punkt zu bringen: «Le stress – c’est pour les autres!»
Am letzten Donnerstag dann verliessen wir nach einem kurzen Besuch den Radioday im «Lakeside Casino Zürichhorn» mit sehr gemischten Gefühlen: Die Radiobranche hat noch einen steinigen Weg vor sich, bevor gemeinsam am selben Strick gezogen wird! Es sei eher eine SRG-DRS-Präsentation als ein Radioday gewesen, lautete ein Kritikpunkt, der seitens einiger Exponenten von Privatradios und Werbezeitvermarktern vorgebracht wurde. Keine originelle Einsicht beförderte der Umstand, dass in der Deutschschweiz DRS 1 bis 3 als einzige nationale Sender «on air» die Spitzenplätze belegen. Und auch sonst war – ganz wie beim täglichen Radiokonsum – nichts Neues oder Sensationelles zu hören. Dass im Zeitalter von
Radiowecker und Autoradio rund 9 von 10 Personen täglich auf Rundfunkempfang sind, sollte auch niemanden mehr erstaunen. Dass hingegen die Privaten mit ihrem musikalischen, computergenerierten Einheitsbrei ihren Teil zur Verarmung der Radioszene beitragen, wurde von den meisten Kritikern geflissentlich verschwiegen: Im Gegensatz zu den Gründerzeiten geht ja heute die grösste Spannung von den Werbeblöcken aus. Man übte sich stattdessen im SRG-Bashing. Dass mehr über Vergangenheit und Status quo statt über die Zukunft diskutiert wurde, war eine Kritik, die von unabhängigen Beobachtern vorgebracht wurde.
Das Ganze begann jedenfalls bald einmal derart nach «Politik der Interessenvertretung» zu riechen, dass sich das Shortlistteam rasch verabschiedete, um sich in nächster Nachbarschaft auf Einladung von BG Media und Optimedia den essenziellen Dingen des Lebens zu widmen. Sprich: Speis und Trank. An der Korneliusstrasse kredenzte Jürg Müller und sein Barteam neben anderen Feinheiten sehr grosszügig seinen hausgebrannten Quittenschnaps. Womit wir dann auch gleich den Schuldigen für die – demnach nicht stressbedingten – Kopfschmerzen am nächsten Tag gefunden hätten.
Beat Fritsch erholte sich zuerst im V-Labor (Stressbekämpfung), jonglierte danach beim Radioday mit den neuesten Reichweitenzahlen und besuchte gleichentags noch das Hausfest von BG Media und Optimedia (Bilder Seite 44).
Wer sich in der Werbebranche an den diversen Events und Veranstaltungen trifft, orten wir überall, wo etwas los ist. Haben Sie jetzt schon
etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur ([email protected]). Für Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder: www.werbewoche.ch

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