Schüttle mich, trink mich

Süssgetränkemarkt Mit zwei witzigen Spots wollen Orangina und Zogg Kettiger Gasser das Image des Tafelgetränks aufmischen.

Süssgetränkemarkt Mit zwei witzigen Spots wollen Orangina und Zogg Kettiger Gasser das Image des Tafelgetränks aufmischen.Fallen Leute durch wildes Schütteln von Gegenständen unangenehm auf, muss nicht gleich die nächste Psychiatrieanstalt kontaktiert werden. Es wird sich bei den Personen um eingefleischte Orangina-Trinker handeln. Denn diese, so sind die Kreativen von Zogg Kettiger Gasser (ZKG) überzeugt, nehmen sich die Flaschenaufschrift «Shake it» sehr zu Herzen. In zwei neuen TV- und Kinospots zeigt das Zürcher Team einen jungen Mann und eine junge Frau bei eben dieser Tätigkeit. Nur ohne Orangina-Flasche: Während er das Austernbuffet leer schüttelt, kippt sie unter den verständnislosen Blicken einer Sitznachbarin den Inhalt ihres Täschchens in rhythmischen Bewegungen auf den Boden. «In Frankreich wird die entsprechende Handbewegung in Bistros und Restaurants als Bestellung verstanden», weiss Max Winiger, bei ZKG verantwortlich für das Orangina-Account. Diese Geste soll auch in der Schweiz zum Inbegriff des Süssgetränks werden. Schliesslich hat das Schütteln bei Orangina Tradition: Seit 1972 fordert der Slogan auf den runden Fläschchen: «Secouez-moi». Des Weiteren will der Getränkehersteller französischer Provenienz in der Deutschschweiz wieder näher an die Zielgruppe – nämlich 18- bis 30-jährige Konsumenten – gelangen. Seit das Getränk in den Migros-
Regalen steht, sei das Orangina-Image bei dieser Gruppe erodiert, erklärt Winiger.
Gerüttelt Mass an Orangina-Trinkern: TV-Spot von ZKG fürs orangenhaltige Tafelwasser.

Die Orangina-StoryDas Getränk aus kohlensäurehaltigem Orangensaft und Fruchtfleisch entwickelte der spanische Apotheker Trigo. Er präsentierte das Rezept 1936 unter dem Namen Naranjina an einer Messe in Marseille. Bis 1962 wurde das in Orangina umgetaufte Getränk auf einer Orangenplantage in Boufarik, Algerien, hergestellt. Mit der Unabhängigkeit des Landes siedelte La Compagnie Française des Produits Orangina nach Marseille um. 1984 wird Orangina Teil des Soft-Drink-Bereichs der Pernod-Ricard-Gruppe, die dieses Segment 2001 an Cadbury Schweppes verkaufte. Seit Januar 2003 firmieren die ehemalige Orangina Pampryl und Schweppes France als Orangina Schweppes. In Frankreich die Nummer eins unter den nichtalkoholischen Getränken (ohne Colas), besetzt Orangina Schweppes weltweit rund 40 Prozent in diesem Getränketeilmarkt. Der Umsatz beträgt 600 Millionen Euro. (sk)
Simone Keller

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