Schlag gegen den Pessimismus
Weltwoche übertrifft im Lesermarkt die kühnsten Erwartungen
Weltwoche übertrifft im Lesermarkt die kühnsten ErwartungenWas soll denn jetzt noch schief gehen? Das mag man sich beim Blick auf die lange erwarteten Leserschaftszahlen des Weltwoche-Magazins fragen. Ein Zuwachs um 34 Prozent oder 106000 auf 417000 Lesende, und dies vorwiegend beim jungen, gut verdienenden Publikum. Solche Resultate in so kurzer Zeit kommentieren die von der WerbeWoche befragten Mediaspezialisten durchwegs mit Begeisterung.Trotzdem bleiben Fragezeichen. «Die neue Weltwoche hat im Einzelverkauf sicher zugelegt, und es wurden auch mehr Schnupperabos generiert. Das hebt die Leserzahlen», meint Urs Schneider von Mediaschneider AG. Offen sei aber, was passiere, wenn diese Zusatzauflage heruntergefahren werde.
Tatsächlich wird die Weltwoche mit viel Marketingdruck gepusht. Seit dem Start des Magazinformats Anfang Mai habe sich die Schnupperabo-Auflage verdoppelt, gibt sich Verlagsleiterin Uli Rubner selbstbewusst. Noch erfreulicher entwickelte sich der Kioskverkauf, der um den Faktor 2,5 gewachsen sei. «Theoretisch könnte die Weltwoche im nächsten Frühjahr über 90 000 Exemplare beglaubigen», ergänzt Rubner. Ob man das allerdings auch tun oder doch lieber konservativ beglaubigen werde, will sie im Moment offen lassen. Ein toller Schritt vorwärts wäre das im Vergleich zu den im vergangenen April beglaubigten 84957 Exemplaren (davon 12864 im Einzelverkauf).
Branchenmeinung schwenkt von Skepsis auf Begeisterung
Nach der weit verbreiteten Skepsis, ob der riesige Schritt von der Zeitung zum Magazin überhaupt gelingen könne, hat jetzt die Branchenmeinung schlagartig gekehrt. Die Weltwoche erhält von Mediaspezialisten durchs Band Lorbeeren: Das neue Konzept habe die vom Verlag gesteckten Leserschaftsziele mehr als erreicht. «Eine so massive und rasche Steigerung hat alle überrascht. Hätte vor einem halben Jahr jemand solche Versprechungen gemacht, wäre er wahrscheinlich ausgelacht worden», sagt Monica Jäggi von der Winterthurer Konnex AG.
Doch wird der breit anerkannte Leserschaftserfolg nun auch den erwarteten Inseratesegen bringen? «Die Weltwoche wird jetzt für Auftraggeber sicher sehr attraktiv», ist Mediafachfrau Jäggi überzeugt. Vorausgesetzt, die Werbemarktkrise fungiere nicht als Spielverderber. Allerdings hat die Weltwoche in diesem Markt nun bessere Karten in der Hand. Ihr Publikum hat klar an Attraktivität gewonnen: Mit satten 80 Prozent Zuwachs bei den 14- bis 34-Jährigen vereinigt die Weltwoche heute 39% ihrer Leserschaft in diesem Alterssegment (vorher 29%). 38% sind zwischen 34 und 54 Jahre alt (vorher 41%), 23% sind über 55 Jahre (vorher 30%). Ebenfalls deutlich zugelegt haben Leser mit gehobener Schulbildung (+27%), mit Führungsfunktionen (+45%) sowie mit Haushaltseinkommen über 8000 Franken (+36%).
Weltwoche-Anzeigen gibts jetzt zum Schnäppchenpreis
Trotz dieser Entwicklung verzichtet die Weltwoche auf eine Tariferhöhung. Das heisst, die Anzeigen sind auch 2003 zum Schnäppchenpreis von Fr. 32.90 pro tausend Leser zu haben (Facts: Fr. 38.60, NZZaS: Fr. 44.70). Ein schöner Trumpf, denn im aktuellen Werbemarktklima ist ein Preisvorteil auch ein Wettbewerbsvorteil.
Schon jetzt steht ein weiterer Gewinner fest: Der Deutschschweizer Wochenzeitungsmarkt legt markant zu. Gerade erst hatte die NZZ am Sonntag 427000 Lesende kommuniziert, fügt die Weltwoche nochmals 106000 Lesende hinzu. Mit ihren insgesamt 417000 Lesenden rückt die Weltwoche nahe zu Facts (484000). Doch die Mediaspezialisten befürchten weder einen Raubzug bei der NZZ am Sonntag noch bei Facts. «Diese Titel werden doch von recht unterschiedlichen Leserschichten konsumiert, etwas näher an der Weltwoche liegt die NZZ am Sonntag», sagt Schneider.
Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger sprach von einer nachhaltig verbesserten finanziellen Situation seines Verlagshauses. «Die erste Halbzeit ist geglückt – aber es ist noch nicht Zeit zum Feiern.» Die Resultate deuten tatsächlich auf einen bevorstehenden Frühling bei der Jean Frey AG hin. Die Firma schreibe im zweiten Halbjahr 2002 eine «rote Null», sagt der CEO. Bei der Weltwoche sei eine Reduktion des Defizits von einem zweistelligen Millionenbetrag im vergangenen Jahr auf einen einstelligen im laufenden Jahr gelungen. Für 2003 erhofft sich Leutenegger eine weitere Verbesserung.
Keinen Kommentar zu den starken Weltwoche-Zahlen gabs von Roger Köppel. Für den Chefredaktor kam die Belohnung offenbar sofort: Er war schon vor der Präsentation des Leserschaftserfolgs in die Ferien abgereist. Daniel Schifferle
Tatsächlich wird die Weltwoche mit viel Marketingdruck gepusht. Seit dem Start des Magazinformats Anfang Mai habe sich die Schnupperabo-Auflage verdoppelt, gibt sich Verlagsleiterin Uli Rubner selbstbewusst. Noch erfreulicher entwickelte sich der Kioskverkauf, der um den Faktor 2,5 gewachsen sei. «Theoretisch könnte die Weltwoche im nächsten Frühjahr über 90 000 Exemplare beglaubigen», ergänzt Rubner. Ob man das allerdings auch tun oder doch lieber konservativ beglaubigen werde, will sie im Moment offen lassen. Ein toller Schritt vorwärts wäre das im Vergleich zu den im vergangenen April beglaubigten 84957 Exemplaren (davon 12864 im Einzelverkauf).
Branchenmeinung schwenkt von Skepsis auf Begeisterung
Nach der weit verbreiteten Skepsis, ob der riesige Schritt von der Zeitung zum Magazin überhaupt gelingen könne, hat jetzt die Branchenmeinung schlagartig gekehrt. Die Weltwoche erhält von Mediaspezialisten durchs Band Lorbeeren: Das neue Konzept habe die vom Verlag gesteckten Leserschaftsziele mehr als erreicht. «Eine so massive und rasche Steigerung hat alle überrascht. Hätte vor einem halben Jahr jemand solche Versprechungen gemacht, wäre er wahrscheinlich ausgelacht worden», sagt Monica Jäggi von der Winterthurer Konnex AG.
Doch wird der breit anerkannte Leserschaftserfolg nun auch den erwarteten Inseratesegen bringen? «Die Weltwoche wird jetzt für Auftraggeber sicher sehr attraktiv», ist Mediafachfrau Jäggi überzeugt. Vorausgesetzt, die Werbemarktkrise fungiere nicht als Spielverderber. Allerdings hat die Weltwoche in diesem Markt nun bessere Karten in der Hand. Ihr Publikum hat klar an Attraktivität gewonnen: Mit satten 80 Prozent Zuwachs bei den 14- bis 34-Jährigen vereinigt die Weltwoche heute 39% ihrer Leserschaft in diesem Alterssegment (vorher 29%). 38% sind zwischen 34 und 54 Jahre alt (vorher 41%), 23% sind über 55 Jahre (vorher 30%). Ebenfalls deutlich zugelegt haben Leser mit gehobener Schulbildung (+27%), mit Führungsfunktionen (+45%) sowie mit Haushaltseinkommen über 8000 Franken (+36%).
Weltwoche-Anzeigen gibts jetzt zum Schnäppchenpreis
Trotz dieser Entwicklung verzichtet die Weltwoche auf eine Tariferhöhung. Das heisst, die Anzeigen sind auch 2003 zum Schnäppchenpreis von Fr. 32.90 pro tausend Leser zu haben (Facts: Fr. 38.60, NZZaS: Fr. 44.70). Ein schöner Trumpf, denn im aktuellen Werbemarktklima ist ein Preisvorteil auch ein Wettbewerbsvorteil.
Schon jetzt steht ein weiterer Gewinner fest: Der Deutschschweizer Wochenzeitungsmarkt legt markant zu. Gerade erst hatte die NZZ am Sonntag 427000 Lesende kommuniziert, fügt die Weltwoche nochmals 106000 Lesende hinzu. Mit ihren insgesamt 417000 Lesenden rückt die Weltwoche nahe zu Facts (484000). Doch die Mediaspezialisten befürchten weder einen Raubzug bei der NZZ am Sonntag noch bei Facts. «Diese Titel werden doch von recht unterschiedlichen Leserschichten konsumiert, etwas näher an der Weltwoche liegt die NZZ am Sonntag», sagt Schneider.
Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger sprach von einer nachhaltig verbesserten finanziellen Situation seines Verlagshauses. «Die erste Halbzeit ist geglückt – aber es ist noch nicht Zeit zum Feiern.» Die Resultate deuten tatsächlich auf einen bevorstehenden Frühling bei der Jean Frey AG hin. Die Firma schreibe im zweiten Halbjahr 2002 eine «rote Null», sagt der CEO. Bei der Weltwoche sei eine Reduktion des Defizits von einem zweistelligen Millionenbetrag im vergangenen Jahr auf einen einstelligen im laufenden Jahr gelungen. Für 2003 erhofft sich Leutenegger eine weitere Verbesserung.
Keinen Kommentar zu den starken Weltwoche-Zahlen gabs von Roger Köppel. Für den Chefredaktor kam die Belohnung offenbar sofort: Er war schon vor der Präsentation des Leserschaftserfolgs in die Ferien abgereist. Daniel Schifferle
