Scharf beobachtete Preisbewegung

Kommentar Das neue Tarifmodell der Schweizer Presse ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung, meint Jürg Siegrist.

Gastkommentar Mit dem neuen
Tarifmodell kommt Bewegung in die Tarifstrukturen der Insertionspreise
– hoffentlich in die richtige Richtung, meint Jürg Siegrist.
Das neue Tarifmodell der Schweizer Presse
ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist schon
darum zu begrüssen, weil es zum einen eine Vereinfachung der
Tarifstrukturen mit sich bringt und zum anderen der Tatsache Rechnung
trägt, dass es den Druckern und den Druckmaschinen des 3. Jahrtausends
ziemlich einerlei ist, ob sie 2-, 3- oder 4-farbig drucken. Nach
unserem Kenntnisstand vom 8. November wird das neue Tarifmodell
zunächst bei 22 Titeln zum Einsatz kommen.
Bis dato sind auch schon zahlreiche Tarife bekannt, aber es fehlen noch
mehrere wichtige Titel wie SonntagsZeitung, Blick, Metropool und
Aargauer Zeitung. Die Anzeigenpreisliste des VSW wird aber laufend
ergänzt (nachzulesen unter , Stichwort Produkte
Anzeigenpreisliste 2005). So weit, so gut.
Es versteht sich von selbst, dass die neuen Tarife und Rabattformen für
die Werbeauftraggeber von grösster Bedeutung sind. Der SWA hat seine
Meinung zu den Insertionspreisen oft und deutlich genug zum Ausdruck
gebracht. Daran wird sich nichts ändern, aber im Moment ist eine
sachdienliche und gerechte Beurteilung des neuen Tarifmodells einfach
noch nicht möglich.
Der SWA hatte bereits im Oktoberheft seines Info eine Umfrage bei den
Verlegern durchgeführt, deren Antworten unter dem Strich Anlass zur
Hoffnung auf eine vernünftige Preisgestaltung geben. Sobald alle Daten
vorliegen, wird der SWA diese wie immer sowohl im nächsten
Jahresbericht (etwa Mitte März) wie auch als Sonderdruck publizieren.
Zudem werden wir eine Analyse über die Auswirkungen des neuen
Tarifmodells erstellen, und darin wird sich zeigen, ob das neue
Tarifmodell eine Sache mit Hand und Fuss oder nur die kosmetisch
geschönte Darstellung weniger schöner Preise ist. Aber wait and see –
wir wollen nicht unken, sondern das Beste für alle Beteiligten hoffen.
Parallel zu unserer Analyse werden wir die Preisstruktur und
Rabattsituation bei den Stellen-
und Finanzinseraten in gewohnter Weise publizieren. Deren Anpassung an
die Tarife der übrigen Werbung ist ein ebenso altes wie grosses
Anliegen des SWA. (Sämtliche Publikationen des SWA sind übrigens
öffentlich und stehen als PDF-Downloads unter www.swa-asa.ch zur
Verfügung.)
Wie auch immer – es ist erfreulicherweise Bewegung in die
Tarifstrukturen der Insertionspreise gekommen. Wir werden die weitere
Entwicklung aufmerksam und keineswegs kommentarlos verfolgen.

Jürg Siegrist ist Direktor des Schweizer Werbe-Auftraggeberverbandes (SWA).

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