«Qualität kommt von Qual»
Dominique von Matt, Mitinhaber von Honegger von Matt, ist zweitplatzierter Werber des Jahres
Dominique von Matt, Mitinhaber von Honegger von Matt, ist zweitplatzierter Werber des JahresVon Carole Koch«Don’t look back» lautet eines der Credos von Dominique von Matt. Kombiniert mit dem Bestreben, sich dem Puls der Zeit
zu stellen und einem enormen Willen, gute Werbung anzubieten, hat es ihm zu dem verholfen, was er heute ist: einem der erfolgreichsten Unternehmer der Schweizer Werbebranche.
Dieser Mann weiss ganz genau, was er will: Schliesslich träumte Dominique von Matt bereits in jungen Jahren davon, im Marketingbereich selbstständig zu werden. Damals stillte er seinen Wissensdurst mit der Lektüre unzähliger Publikationen des Motivforschers Ernest Dichter.
Von der Materie fasziniert, verlor er dieses früh gefasste Ziel nie mehr aus den Augen. Aus der jugendlichen Träumerei wurde Wirklichkeit. Mehr noch: Mit seinem Studienkollegen und Geschäftspartner David Honegger machte er die gemeinsame Agentur Honegger von Matt zu einer der renommiertesten Adressen im Schweizer Werbemarkt.
An beiden Fronten Erfahrungen gesammelt
Weder diese Tatsache noch seine Nomination zum Werber des Jahres sind für ihn Grund, sich auszuruhen: «Verloren hat, wer denkt, dass er es geschafft hat», sagt von Matt. Er ist überzeugt, dass jede Strategie immer wieder neu hinterfragt werden müsse, auch wenn sie sich bewährt habe.
Dass die Branche seinen unternehmerischen Geist honoriert, nimmt von Matt sehr gerne an. «Für mich ist die Nominierung ein Lob für den Mut, in der Rezession eine Agentur zu gründen, die sich als Marke für Qualität etabliert hat.»
Vor diesem wegweisenden Schritt sammelte Dominique von Matt Erfahrungen nicht nur in der Praxis. Um sich das nötige Marketing-Know-how anzueignen, nahm der Zürcher ein Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Zürich in Angriff. Ein guter Entscheid, wie sich für den bekennenden Analytiker und Strategen herausstellen sollte.
Denn als Product Manager bei Unilever in Zürich war er nach dem Studium auf ein fundiertes Wissen angewiesen – der erste Gehversuch in der Praxis entpuppte sich schnell als Sprung ins kalte Wasser. «Von heute auf morgen befand ich mich in einem knochenharten Markenverdrängungskampf», erinnert sich der Werber und ergänzt: «Doch von diesen Lehrjahren profitiere ich heute noch.» Hier habe er den Zugang zur Werbung gefunden und aus Kundenperspektive Nachteile der Agenturen lokalisiert. Nach einem Jahr in der Praxis zog es ihn zurück an die Universität, wo er sein Wissen über Markenpolitik in einer Doktorarbeit vertiefte.
Danach vollzog von Matt mit der Annahme eines Beratungsjobs bei der Wirz Werbeberatung den Wechsel auf Agenturseite. Auch hier wurden sein Ehrgeiz und Wissensdurst gestillt. Er sah es als Herausforderung, durch die Betreuung grosser Mandate wie Kuoni oder Hero seine Präsentationstechnik zu optimieren und lernte dazu, was eine Top-Beratung voraussetzt.
Schliesslich vervollständigte er sein Curriculum Vitae mit einem Londonaufenthalt als Account Executive bei DMB&B und anschliessender Funktion als Beratungsgruppenleiter und Geschäftsleitungsmitglied bei Wirz.
Ein gerüttelt Mass
an Unzufriedenheit
Bald darauf nahm die Ära Honegger von Matt ihren Anfang: «Ich fühlte mich reif für die Selbstständigkeit und wagte mit David Honegger den Schritt ins Ungewisse», erzählt von Matt. Der Start im Januar 1993 war hart: Im düsteren Keller, ohne schicke Möbel, Mitarbeiter und Kunden wurden die ersten Kapitel der Agenturgeschichte geschrieben.
Trotzdem: Der Aufstieg von Berater von Matt und Kreativpartner Honegger kam schneller als erwartet. Heute gehören Firmen wie Panasonic, Cablecom, Ikea oder ABB zur Klientel. Das Geheimnis ihres Erfolges? Die Agenturphilosophie «Float like a butterfly, sting like a bee» – Werbung soll so attraktiv sein wie ein Schmetterling und effizient wie eine Biene.
Von Matt versteht diesen Grundsatz jedoch nicht als statisches Manifest, sondern als Leitfaden eines fortlaufenden Prozesses. Jede Strategie, betont er, müsse immer wieder neuen Gegebenheiten angepasst werden. «Daher ist es gut, ein gewisses Mass an Unzufriedenheit zu haben, sie ist der Motor der Qualität», philosophiert der Unternehmer, denn Qualität komme letztlich von Qual. Offensichtlich liebt er es, Strukturen, Formen und Prozesse der Werbung zu analysieren. Ebenso wie die Aufgabe, in der Werbung Kreativität und Qualität zu entwickeln.
Diese Begeisterung versucht von Matt auch bei seinen Mitarbeitern zu wecken: «Antoine de Saint-Exupéry sagte mal, man solle seinem Team nicht die Werkzeuge zum Bau eines Schiffes zur Verfügung stellen, sondern in ihm die Sehnsucht nach dem Meer wecken. Dieser Geist lebt auch in HvM.»
Auch wenn sich David Honegger von HvM trennt und die Agentur zu «Jung von Matt an der Limmat» wird, soll diese Identität nicht verloren gehen. «Unser Anspruch ist nach wie vor die Qualität, nicht die Grösse», betont Dominique von Matt.
Trotz eines Hauchs von Wehmut freut er sich sehr auf den Neubeginn. In dieser Beziehung ist er nicht anders als alle Werber. Identifizieren kann er sich mit der kreativen Spezies jedoch weniger: «Dem Klischeewerber entspreche ich nicht, ich bin ruhiger und zurückhaltender», sagt von Matt über von Matt.
In den Städten den Puls
des Lebens fühlen
So hat er, wie er sagt, «keine aussergewöhnlichen Hobbys vorzuweisen» und verbringt die Freizeit am liebsten mit seiner Familie. Wenn es die Zeit erlaubt, locken ihn seine wissenschaftlichen Wurzeln aus der Reserve – dann publiziert von Matt die Resultate privater Studien. Diesen ruhigen Pol braucht er ebenso wie die Inspiration, die er auf Kurztrips in europäische Städte findet. «Nur am Puls einer Stadt kann man Trends voraussehen und den Wandel der Zeit fühlen, und dies ist letztlich das, was das Faszinosum Werbung ausmacht.»
zu stellen und einem enormen Willen, gute Werbung anzubieten, hat es ihm zu dem verholfen, was er heute ist: einem der erfolgreichsten Unternehmer der Schweizer Werbebranche.
Dieser Mann weiss ganz genau, was er will: Schliesslich träumte Dominique von Matt bereits in jungen Jahren davon, im Marketingbereich selbstständig zu werden. Damals stillte er seinen Wissensdurst mit der Lektüre unzähliger Publikationen des Motivforschers Ernest Dichter.
Von der Materie fasziniert, verlor er dieses früh gefasste Ziel nie mehr aus den Augen. Aus der jugendlichen Träumerei wurde Wirklichkeit. Mehr noch: Mit seinem Studienkollegen und Geschäftspartner David Honegger machte er die gemeinsame Agentur Honegger von Matt zu einer der renommiertesten Adressen im Schweizer Werbemarkt.
An beiden Fronten Erfahrungen gesammelt
Weder diese Tatsache noch seine Nomination zum Werber des Jahres sind für ihn Grund, sich auszuruhen: «Verloren hat, wer denkt, dass er es geschafft hat», sagt von Matt. Er ist überzeugt, dass jede Strategie immer wieder neu hinterfragt werden müsse, auch wenn sie sich bewährt habe.
Dass die Branche seinen unternehmerischen Geist honoriert, nimmt von Matt sehr gerne an. «Für mich ist die Nominierung ein Lob für den Mut, in der Rezession eine Agentur zu gründen, die sich als Marke für Qualität etabliert hat.»
Vor diesem wegweisenden Schritt sammelte Dominique von Matt Erfahrungen nicht nur in der Praxis. Um sich das nötige Marketing-Know-how anzueignen, nahm der Zürcher ein Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Zürich in Angriff. Ein guter Entscheid, wie sich für den bekennenden Analytiker und Strategen herausstellen sollte.
Denn als Product Manager bei Unilever in Zürich war er nach dem Studium auf ein fundiertes Wissen angewiesen – der erste Gehversuch in der Praxis entpuppte sich schnell als Sprung ins kalte Wasser. «Von heute auf morgen befand ich mich in einem knochenharten Markenverdrängungskampf», erinnert sich der Werber und ergänzt: «Doch von diesen Lehrjahren profitiere ich heute noch.» Hier habe er den Zugang zur Werbung gefunden und aus Kundenperspektive Nachteile der Agenturen lokalisiert. Nach einem Jahr in der Praxis zog es ihn zurück an die Universität, wo er sein Wissen über Markenpolitik in einer Doktorarbeit vertiefte.
Danach vollzog von Matt mit der Annahme eines Beratungsjobs bei der Wirz Werbeberatung den Wechsel auf Agenturseite. Auch hier wurden sein Ehrgeiz und Wissensdurst gestillt. Er sah es als Herausforderung, durch die Betreuung grosser Mandate wie Kuoni oder Hero seine Präsentationstechnik zu optimieren und lernte dazu, was eine Top-Beratung voraussetzt.
Schliesslich vervollständigte er sein Curriculum Vitae mit einem Londonaufenthalt als Account Executive bei DMB&B und anschliessender Funktion als Beratungsgruppenleiter und Geschäftsleitungsmitglied bei Wirz.
Ein gerüttelt Mass
an Unzufriedenheit
Bald darauf nahm die Ära Honegger von Matt ihren Anfang: «Ich fühlte mich reif für die Selbstständigkeit und wagte mit David Honegger den Schritt ins Ungewisse», erzählt von Matt. Der Start im Januar 1993 war hart: Im düsteren Keller, ohne schicke Möbel, Mitarbeiter und Kunden wurden die ersten Kapitel der Agenturgeschichte geschrieben.
Trotzdem: Der Aufstieg von Berater von Matt und Kreativpartner Honegger kam schneller als erwartet. Heute gehören Firmen wie Panasonic, Cablecom, Ikea oder ABB zur Klientel. Das Geheimnis ihres Erfolges? Die Agenturphilosophie «Float like a butterfly, sting like a bee» – Werbung soll so attraktiv sein wie ein Schmetterling und effizient wie eine Biene.
Von Matt versteht diesen Grundsatz jedoch nicht als statisches Manifest, sondern als Leitfaden eines fortlaufenden Prozesses. Jede Strategie, betont er, müsse immer wieder neuen Gegebenheiten angepasst werden. «Daher ist es gut, ein gewisses Mass an Unzufriedenheit zu haben, sie ist der Motor der Qualität», philosophiert der Unternehmer, denn Qualität komme letztlich von Qual. Offensichtlich liebt er es, Strukturen, Formen und Prozesse der Werbung zu analysieren. Ebenso wie die Aufgabe, in der Werbung Kreativität und Qualität zu entwickeln.
Diese Begeisterung versucht von Matt auch bei seinen Mitarbeitern zu wecken: «Antoine de Saint-Exupéry sagte mal, man solle seinem Team nicht die Werkzeuge zum Bau eines Schiffes zur Verfügung stellen, sondern in ihm die Sehnsucht nach dem Meer wecken. Dieser Geist lebt auch in HvM.»
Auch wenn sich David Honegger von HvM trennt und die Agentur zu «Jung von Matt an der Limmat» wird, soll diese Identität nicht verloren gehen. «Unser Anspruch ist nach wie vor die Qualität, nicht die Grösse», betont Dominique von Matt.
Trotz eines Hauchs von Wehmut freut er sich sehr auf den Neubeginn. In dieser Beziehung ist er nicht anders als alle Werber. Identifizieren kann er sich mit der kreativen Spezies jedoch weniger: «Dem Klischeewerber entspreche ich nicht, ich bin ruhiger und zurückhaltender», sagt von Matt über von Matt.
In den Städten den Puls
des Lebens fühlen
So hat er, wie er sagt, «keine aussergewöhnlichen Hobbys vorzuweisen» und verbringt die Freizeit am liebsten mit seiner Familie. Wenn es die Zeit erlaubt, locken ihn seine wissenschaftlichen Wurzeln aus der Reserve – dann publiziert von Matt die Resultate privater Studien. Diesen ruhigen Pol braucht er ebenso wie die Inspiration, die er auf Kurztrips in europäische Städte findet. «Nur am Puls einer Stadt kann man Trends voraussehen und den Wandel der Zeit fühlen, und dies ist letztlich das, was das Faszinosum Werbung ausmacht.»
