Polare Erfrischung aus dem Tetrapak

Getränke Granador will sich mit der Einführung des Tafelgetränks Liquid als innovative Fruchtsaftmarke positionieren.

Getränke Granador will sich mit der Einführung des Tafelgetränks Liquid als innovative Fruchtsaftmarke positionieren. Nestlé Wellness, Nendaz Citron, Rhäzünser Plus: Verschiedene Neueinführungen belegen das steigende Bedürfnis der Konsumenten nach Getränken mit Added Values. Während die Mineralwasserindustrie ihren stillen und sprudelnden Wässern Aromen beimischt, strecken die Fruchtsaftproduzenten ihre Getränke mit Wasser. Jüngstes Beispiel ist die Grande Dame unter den Fruchtsaftherstellern, die Granador AG. Das Unternehmen mit Sitz im luzernischen Hitzkirch hat sich im Laufe seiner über 100-jährigen Geschichte eine Fruchtsaftkompetenz aufgebaut und belegt heute nach eigenen Angaben einen Podestplatz unter den Markenfruchtsäften der Schweiz. Ende Oktober bringt Granador mit Liquid ein neues Produkt auf den Markt. Hergestellt auf Wasserbasis und mit einem Fruchtsaftanteil zwischen 20 und 30 Prozent, soll das Getränk in vier Aromen über den Erfrischungseffekt vermarktet werden. Die Einführung von Liquid ist Teil einer Neupositionierung der Marke Granador als innovative Fruchtsaftmarke. Die neue Produktelinie, die vorerst über Coop-Filialen im Raum Zürich/Zentralschweiz distribuiert wird, präsentiert auch das überarbeitete Logo der Marke.
Ganz neu ist das Konzept von Liquid nicht. Im vergangenen Frühjahr lancierte die Migros mit der Eigenmarke Xotica ein Tafelgetränk mit Fruchtsaftanteilen im unteren Prozentbereich. Zudem trinken unsere nördlichen Nachbarn seit bald dreissig Jahren Punica. «Liquid ist weniger die Antwort auf Xotica oder Punica, sondern auf die Nachfrage der Konsumenten nach solchen Getränken», kontert Romano Strebel, Berater bei Jung von Matt/Limmat (JvM). Die Zürcher Agentur hat die Kreativstrategie zur Liquid-Einführung gemeinsam mit Granador erarbeitet.
Da Granador Liquid im Regal neben den Fruchtsäften zu stehen kommt, galt es in der Publikumskampagne, das neue Produkt klar als Erfrischungsgetränk von den eher schweren Fruchtsäften abzuheben. Diesen Consumer Benefit dramatisiert das JvM-Kreativteam um CD Michael Rottmann auf eine sehr überspitzte Art: Verschwitzte Menschen kühlen sich mit Pinguinen. «Stoppt den Pinguin-Missbrauch! Erfrischt euch mit Liquid», fordert der Claim, dessen Schriftbild im ersten Moment tatsächlich Assoziationen mit einer Tierschutzorganisation weckt. «Die Sujets sind so aufgebaut, dass die einzig logische Lösung am Ende nur der Genuss von Liquid sein kann», erklärt Rottmann den «Umweg über den Pinguin». Neben den Plakaten und Inseraten, die Anfang November zum Einsatz gelangen, sollen gemäss Rottmann zudem Teaseraktionen im Sportumfeld und in Fernsehshows durchgeführt werden. Dabei, so der CD, würden sich Personen im Publikum mit Pinguinen aus Stoff kühlen.
102 Jahre DurstlöscherDie Granador-Gruppe wurde 1902 als Luzerner Obstverwertungsgenossenschaft gegründet. Ein halbes Jahrhundert später nahm die Firma die Produktion von Süssgetränken und 1970 von Fruchtsäften auf.
Die Kernkompetenzen des Unternehmens liegen heute in der Entwicklung, Produktion und Vermarktung der eigenen Markenprodukte sowie in der Produktion von Getränken für andere Marken der Getränkeindustrie. 2003 erzielte die Granador-Gruppe einen Nettoumsatz von rund 79 Millionen Franken und eine Jahresproduktion von 134 Millionen Litern.
Im 1. Halbjahr dieses Jahres lag der Nettoumsatz (37,9 Mio.) rund 7 Prozent tiefer als im Vorjahr. Den Grund dafür sieht die Geschäftsleitung in den angespannten Marktbedingungen und dem im Vergleich zum letztjährigen Rekordsommer schlechten Wetter.
Bis Ende des laufenden Jahres rechnet Granador aber wieder mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Dazu beitragen sollen neue Abfüllaufträge und nicht zuletzt die Neulancierung Granador Liquid. (sk)
Jung von Matt/Limmat hatten einen Vogel – einen Pinguin –, als sie die Liquid-Kampagne für Granador schufen. >> Seite 8
Der gute Tipp, falls gerade mal kein Pinguin zur Hand ist: Liquid-Kampagne von Jung von Matt/Limmat.
Simone Keller

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