Nichts für Schlafmützen
Matratzen Bico sorgt noch immer für einen «tüüfe gsundä Schlaaf». Ansonsten ist fast alles neu.
Matratzen Bico sorgt noch immer für einen «tüüfe gsundä Schlaaf». Ansonsten ist fast alles neu.Nichts wirkt verschlafener als eine Werbung für Matratzen. Vor allem, wenn diese sehr gut ist und deshalb über Jahre hinweg mit dem immer gleichen, irgend einmal auch einschläfernd wirkenden Claim «Für ä tüüfe, gsundä Schlaaf» operiert. Ganze 17 Jahre lang, bis 1991 hat die Bico AG in Schänis mit den beiden Zwillingen Martin und Sepp Müller aus Näfels geworben. Die beiden schrägen Vögel mit dem Glarner Dialekt wurden so berühmt, dass gemäss einer Untersuchung viele Leute heute noch Bico mit diesen beiden Schlafkappen assoziieren, obwohl die Werbung mit den beiden Originalen vor mehr als zehn Jahren eingestellt wurde. Die Kampagne stammte aus der Agentur FCB Leutenegger Krüll. An späteren Konzepten hat auch der bekannte Komiker Emil als Texter mitgewirkt.
Zurück zur Stammagentur
Dann ist mit dem Besitzerwechsel bei Bico auch die Werbung an eine andere Agentur gegangen. Die letzten vier Kampagnen haben die Bico-Matratzen über eine schlafende Frau als neue Sympathieträgerin verkauft. «Uns fehlte die Differenzierung gegenüber anderen Produkten», begründet Roman Corbat, Marketingleiter bei Bico, jetzt die Rückkehr zu FCB Leutenegger Krüll. Dort zeigt sich CD Mike Krüll natürlich «sehr stolz», dass man diesen Prestige-Etat in einem Pitch wieder zurückgewonnen hat. Gleichzeitig war man sich bei der Agentur bewusst: Auch Publikumslieblinge haben ein Verfalldatum.
Retten – beziehungsweise wiederbeleben für eine neue Generation von Schläfern – wollte man hingegen unbedingt den Claim «Für ä tüüfä, gsundä Schlaaf».
Realisiert worden sind nun drei frech wirkende Spots. «Wecker» zeigt einen jungen Mann, der vor dem Einschlafen eine ganze Batterie von Weckern stellt, damit er trotz wohligstem Bico-Schlaf nicht verpennt. Weiter ins Reich der Träume wagen sich die Werber mit ihrem Spot «Flut». In einem Überschwemmungsgebiet – visualisiert mit Tagesschau-Material von einer Flutkatastrophe – kann eine Frau nicht mehr vom Heli geborgen werden. Dafür findet sie in letzter Sekunde Rettung auf einer Matratze. Auf dem Bico-Floss treibt sie bald friedlich schlummernd dem Ende der Naturkatastrophe entgegen. Ein dritter Spot «Heilung» soll auf eine vom Kunden noch nicht abgesegnete Art rund ums Thema Wunderheiler und Rückenprobleme frotzeln.
Für ein aufgewecktes Publikum
Die Spots sind als Imagekampagne zum Verjüngen der Marke konzipiert. Parallel dazu laufen mehr sachliche Spots sowie Inserate, die die Vorzüge der Bico-Matratzen ClimaLuxe, BicoFlex und Privilège in den Vordergrund rücken.Die Bico AG, die auch schon mal vorübergehend im Portfolio der Valora zu finden war, gehört heute zum grössten schwedischen Bettenkonzern Hilding Anders. Bico ist in der Schweiz mit 35 Prozent Verkaufsanteil Marktleaderin.
Der Stoff, aus dem die Träume sind: Spot «Hochwasser» für Bico
Andreas Panzeri
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Dann ist mit dem Besitzerwechsel bei Bico auch die Werbung an eine andere Agentur gegangen. Die letzten vier Kampagnen haben die Bico-Matratzen über eine schlafende Frau als neue Sympathieträgerin verkauft. «Uns fehlte die Differenzierung gegenüber anderen Produkten», begründet Roman Corbat, Marketingleiter bei Bico, jetzt die Rückkehr zu FCB Leutenegger Krüll. Dort zeigt sich CD Mike Krüll natürlich «sehr stolz», dass man diesen Prestige-Etat in einem Pitch wieder zurückgewonnen hat. Gleichzeitig war man sich bei der Agentur bewusst: Auch Publikumslieblinge haben ein Verfalldatum.
Retten – beziehungsweise wiederbeleben für eine neue Generation von Schläfern – wollte man hingegen unbedingt den Claim «Für ä tüüfä, gsundä Schlaaf».
Realisiert worden sind nun drei frech wirkende Spots. «Wecker» zeigt einen jungen Mann, der vor dem Einschlafen eine ganze Batterie von Weckern stellt, damit er trotz wohligstem Bico-Schlaf nicht verpennt. Weiter ins Reich der Träume wagen sich die Werber mit ihrem Spot «Flut». In einem Überschwemmungsgebiet – visualisiert mit Tagesschau-Material von einer Flutkatastrophe – kann eine Frau nicht mehr vom Heli geborgen werden. Dafür findet sie in letzter Sekunde Rettung auf einer Matratze. Auf dem Bico-Floss treibt sie bald friedlich schlummernd dem Ende der Naturkatastrophe entgegen. Ein dritter Spot «Heilung» soll auf eine vom Kunden noch nicht abgesegnete Art rund ums Thema Wunderheiler und Rückenprobleme frotzeln.
Für ein aufgewecktes Publikum
Die Spots sind als Imagekampagne zum Verjüngen der Marke konzipiert. Parallel dazu laufen mehr sachliche Spots sowie Inserate, die die Vorzüge der Bico-Matratzen ClimaLuxe, BicoFlex und Privilège in den Vordergrund rücken.Die Bico AG, die auch schon mal vorübergehend im Portfolio der Valora zu finden war, gehört heute zum grössten schwedischen Bettenkonzern Hilding Anders. Bico ist in der Schweiz mit 35 Prozent Verkaufsanteil Marktleaderin.
Der Stoff, aus dem die Träume sind: Spot «Hochwasser» für Bico
Andreas Panzeri
