Nicht mit den SBB, lieber Zukkihund!
Er ist politically incorrect, ganz und gar nicht jugendfrei und nimmt kein Blatt vor den Mund. Er geht clubben, trinken und flirten. Manuel P. Nappo über Zukkihund.
Seine Erlebnisse teilt er dann in Form von Fotostrecken oder Sprüchen auf Facebook und lässt uns an den Höhen und Tiefen seines abenteuerlichen Hundelebens teilhaben. Die Rede ist vom Zukkihund, der Kreation des Zürcher Grafikers, Unternehmers und Standup-Comedian Rafi Hazera. Mehr als 40 000 Likes hat der virtuelle Husky auf Facebook, mehr als 5000 Followers auf Twitter und er erreicht tagtäglich unzählige von Internet-Usern mit seinen kultigen Sprüchen.
Bereits mehrere Male griff der freche Online-Husky diverse Firmen an, so wie letztens auch die SBB. In Form einer typischen Zukkihund-Collage machte sich der freche Husky über den ÖV-Verbund lustig. Als letztes Jahr der erste Schneefall der Saison kam und mit ihm die obligaten Zugverspätungen, postete der Husky ein Bild, das ratlose SBB-Manager in einem Meeting zeigte, welche nicht auf den ersten Schneefall vorbereitet waren. Dazu der Kommentar: «Han d'SBB trotzdem no gärn.» Der Zukkihund sprach somit wohl den genervten Pendlern, die dies jedes Jahr aufs Neue erleben, direkt aus der Seele. Der Post kam daher entsprechend gut an und wurde mit über 3000 Likes, über 120 zustimmenden Kommentaren überflutet und gleich auch über 300 Mal weitergeteilt.
Und wie reagierte unser Bundesbetrieb? Überraschend amüsant, darf man sagen. Die SBB bewiesen eine grossartige Selbstironie und nahmen die Herausforderung an: Sie veränderten die Texte in den Sprechblasen zu ihren Gunsten, platzierten den Zukkihund im Bild und teilten die neue Collage auf Twitter. So ganz nach dem Motto: «Was du kannst, lieber Zukkihund, können wir schon lange!» Ein wahrhaftig gelungener Konter, und dies nicht nur in den Augen der Internet- User: Auch der Zukkihund nahm die unerwartete Reaktion humorvoll und zeigte seine Anerkennung. So veröffentlichte er mit der Aussage «Haha, d'SBB hät mi zruggdisst uf Twitter, gar nöd schlächt», den Gegenpost der SBB auf Facebook und Twitter.
Die SBB haben mit dieser Aktion so einige positiv überrascht. 163 Retweets und 231 Favorites sprechen eine klare Sprache. Zu lesen waren zudem Kommentare wie «Einfach Hammer» oder «Well done SBB». Gerade weil dieser Gegenpost für alle frisch, authentisch und unerwartet war, kam er so gut an. Und die SBB bewiesen damit, dass auch ein angeblich steifer Bundesbetrieb über sich selbst lachen kann. Somit freue ich mich zu sagen «Daumen Hoch SBB». Blog.sbb.ch/zukkihund.
Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. www.fh-hwz.ch/smm

