Mit allen Wassern gewaschen

Björn Brinkmann ist seit Anfang März neuer CD bei Lowe Direct.

Björn Brinkmann ist seit Anfang März neuer CD bei Lowe Direct.Wenn ein begeisterter Segler von der Waterkant an den Zürichsee umzieht, muss der Grund ein gewichtiger sein. Björn Brinkmann hat gute Gründe. Der wichtigste vielleicht: die Aussicht, bei Lowe Direct eng mit einer klassischen Agentur zusammenzuarbeiten, und damit die Möglichkeit, einmal gemeinsam agieren zu können. Der neue CD von Lowe Direct war bereits Creative Director bei Grey CC in Hamburg, bevor er dem Ruf nach Zürich folgte. Das CC bei Grey stehe nicht für «Chaos Communication», sondern für «Complete Communication», witzelt Björn Brinkmann beim imaginären Abschreiten seines beruflichen Werdeganges. Dass die Karriere für den Dialogspezialisten aus Deutschland in Zürich seine Fortsetzung findet, überrascht nicht. Er hat in früheren Jahren – im Solde deutscher Agenturen – öfter in der Limmatstadt mit Unternehmen zusammengearbeitet, etwa Euro RSCG oder FCB Leutenegger Krüll. Dazu hielt er sich jeweils mehrere Monate vor Ort auf und bekennt, er sei von der Schweiz und der freundlichen Mentalität «angefixt» worden.
Brinkmann hat schon in der Mittelschule seinen Spass am kreativen Umgang mit Texten entdeckt – das beschränkte sich noch auf die Schülerzeitung. Aber nicht für lange.
Er lernte den Beruf des Werbekaufmanns, «um dem Ganzen das richtige Fundament zu geben». Anschliessend wirkte Brinkmann als Texter bei verschiedenen Agenturen, darunter gewollt auch bei kleinen, damit er «alle Aspekte der Werbung kennen lernen» konnte. Trotz seiner Ausbildung arbeitete er in den Agenturen aber immer auf der kreativen Seite. Gleichwohl: «Um eine gute Kreation zu machen, braucht es auch Verständnis für die kaufmännischen Belange und Ansichten des Kunden, besonders im Bereich Dialogmarketing», ist er überzeugt.
Für den Vollblutwerber geht die Tendenz eher in Richtung Dialog – als zurück zu den klassischen Werbemassnahmen. «Es muss aber beides zusammenkommen, denn eine starke Marke kann man nicht allein mit Mitteln des Dialogs aufbauen.» Ihn locken die immer breiteren Möglichkeiten seiner Werbedisziplin. «Es gibt wesentlich mehr Spielplätze, auf denen man agieren kann: E-Mail, Werbe-SMS.» Multilevel-Marketing biete mehr als nur den Coupon, obwohl dieser immer aktuell bleiben werde. «Aber der Coupon ist eben nur eine unter vielen neuen Möglichkeiten.» Erkenntnisse, die er aus Erfahrungen seiner Arbeit für Quelle und Otto-Versand gewonnen hat.
Brinkmann hat in Deutschland unter anderem für Credit Suisse, AOL, Postbank und T-Mobile gearbeitet. Die Kenntnis des Telecommarktes ist mit ein Grund, wieso er zu Lowe Direct geholt wurde. Derzeit ist er stark mit Orange beschäftigt. Dabei lockt ihn der Umstand, dass die Telefonanbieter im Angebot kaum zu unterscheiden seien. «In diesem Markt ist es dankbar, mit der Kreation etwas mehr auffallen und erreichen zu können.» Für T-Mobile und andere Kunden hat er beim Deutschen-Dialog-Marketing-Preis viele Auszeichnungen gewonnen.
Nebst seiner Heimatstadt Hamburg schätzt er den Mikrokosmos von Zürich. «Es schwingt ein Gefühl von Sicherheit mit.» Segler Brinkmann hofft, dass er schnell jemanden findet, bei dem er auf dem Zürich- oder Bodensee für eine Regatta anheuern kann. Erfahrung auf See besitzt der Werber von der Waterkant genug. Brinkmann ist auch schon mal über den Atlantik gesegelt.
Andreas Panzeri

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