Marx für Progressive und Betuchte

Wochenzeitung Die WoZ bricht weiter Tabus und finanziert ihren Relaunch per Kapitalerhöhung.

Wochenzeitung Die WoZ bricht weiter Tabus und finanziert ihren Relaunch per Kapitalerhöhung.Die letzte Grosskollekte für die WoZ hiess «eine Million mit links», liegt über fünf Jahre zurück und war eine reine Spendenaktion. Mit der für den 4. September angekündigten Einführung von Wirtschafts- und Konsumthemen geht das linke Schweizer Zentralorgan auch finanziell neue, unorthodoxe Wege: Die für den Relaunch nötigen 500000 Franken will man diesmal über eine ordentliche Aufstockung des Grundkapitals der WoZ-kontrollierten «AG für internationale Medienerzeugnisse» beschaffen.Herzstück der dazu von Spillmann Felser Leo Burnett ausgeheckten Kampagne ist das Buch «Die Kapitalerhöhung», laut Inserat das wichtigste Werk seit Karl Marx’ «Das Kapital» – wenigstens für die neue WoZ. Geschaltet wird das selbstironische Sujet ausser im eigenen Blatt auch im Tages-Anzeiger und der NZZ. Im Buch beschreiben Polit-, Kultur- und sogar Wirtschaftspromis ihr Verhältnis zur streitbarsten Wochenzeitung der Schweiz. Besitzer dieser epochalen Leserumfrage wird automatisch und nur, wer bis Ende Juli
einen der 500 Partizipationsscheine zeichnet. Glaubt man dem Prospekt, bleibt dies «garantiert die einzige Rendite, welche diese Investition in die Medienvielfalt» abwirft.
(oc)

More articles on the topic