Love, Peace – and Community

Der Verein Street Parade setzt mit der Neulancierung seiner Website auf ursprüngliche Kerninhalte des Events

Der Verein Street Parade setzt mit der Neulancierung seiner Website auf ursprüngliche Kerninhalte des EventsVon Alessandro Monachesi Der grösste Zürcher Technoevent hat seine Webpräsenz umgebaut: Zur zehnten Ausgabe der Street Parade im August erhält die Site Verstärkung durch einen Communityteil. Trotz erwartetem Massenansturm setzt der Verein Street Parade auf eine sanfte Vermarktung des Internetauftritts.
Jedes Jahr im Hochsommer verwandelt sich das als prüde Zwinglistadt verschriene Zürich in einen Hexenkessel. Hunderttausende werden auch an diesem 11. August wieder halbnackt in der Innenstadt tanzen, während sich die Love Mobiles durch die Menschenmassen pflügen. Die Street Parade ist längst zu dem Event des sommerlichen Zürich geworden. 750000 Raver haben die Veranstalter letztes Jahr gezählt, heuer werden es nicht weniger sein.
Ein solcher Grossanlass verlangt nach einer adäquaten Website, einerseits, um die Massen zu informieren, andererseits aber auch, um sie auf den Event einzustimmen. Mit dem Neudesign von streetparade.ch hat die Zürcher Webagentur Netvertising beide Vorgaben umgesetzt.
So sehr das Street-Parade-Komitee versucht, die Strassenparade als politische Demonstration zu verkaufen, geht es bei der Street Parade im Grunde nur um zwei Dinge: Musik und Gemeinschaft. Diese beiden lebensbereichernden Komponenten bilden denn auch die Grundlagen von www.streetparade.ch.
Der Besucher kann sich auf der Site eine so genannte E-Card erstellen. Mit dieser hat er Zugriff auf alle Communityfunktionen der Site. Er kann zum Beispiel ein eigenes Soundprofil kreieren, das bei jedem Besuch im Hintergrund ertönt, ein Icon entwerfen, das
ihn identifiziert, aus Baukasten mit beschränktem Wortschatz ein persönliches Motto erstellen, das an der Street Parade auf Leinwände projiziert wird, oder er kann Kontakt zu anderen registrierten Benutzerinnen und Benutzern aufnehmen. Einziges Manko: Mac-User mit Internet-Explorer haben nur Zugriff auf eine abgespeckte HTML-Version.
Das Redesign ist ein schöner Glücksfall für Netzgestalter
«Für uns ist der Auftrag zum Design der Street-Parade-Website ein Glücksfall», frohlockt Balz Lendorff, Firmeninhaber und Projektleiter bei Netvertising. «Da die Site keinerlei kommerzielle Ziele verfolgt, sind wir sehr frei in der Umsetzung.» Auch die Sponsoren konnte Netvertising davon überzeugen, auf allzu grosse Logos zu verzichten, da sie sonst eh an Wert verlieren würden.
Ohne erklärte kommerzielle Ziele verzichtet www.streetparade.ch auch weit gehend auf das Sammeln von Userdaten. Einzig für den Newsletter und für das geplante Onlinegame wird die E-Mail-Adresse erfragt. «Geben und Nehmen zwischen Anbieter und User einer Website müssen im Gleichgewicht bleiben, sonst funktioniert die Site nicht», erklärt Lendorff.
Mit dem eigentlichen Ansturm auf die Street-Parade-Site rechnet Dominik Kaiser, der beim Verein Street Parade für die Bereiche Internet und Tonträger zuständig ist, Anfang August: «Dann werden wir bis zu zwei Millionen Pageviews pro Tag generieren.» Dass genügend Surferinnen und Surfer auf der Site vorbeischauen, dafür sorgen die Hinweise auf Event Flyers, Plakaten und in Booklets, die in Bahnhöfen aufliegen. Zusätzlich rühren auch die Medienpartner, darunter Viva und NRJ, die Werbetrommel.
Viele Sponsoren haben kalte Füsse gekriegt
Doch auch nach dem Megaevent wird die Site nicht einfach als Webraumschrott im Internet brachliegen: «Nach der letzten Street Parade haben übers ganze Jahr hinweg noch etwa 500 User pro Tag die Website besucht», berichtet Kaiser, «vornehmlich am Nachmittag zu Bürozeiten.»
Da die Website vor allem die eigenen Kosten decken soll und mehr nicht, verzichtet der Verein Street Parade auf eine flächendeckende Vermarktung. Die an anderen Orten üblichen Bannerschaltungen kommen nicht in Frage. Der Verein setzt dafür auf das Sponsoring einzelner Angebote wie zum Beispiel des Newsletters.
Die Aufgabe der «sanften» Vermarktung von streetparade.ch hat der Onlinevermarkter Banner.ch aus Küsnacht übernommen. Trotz klar definierter Zielgruppe und dem erwarteten grossen Ansturm auf die Site dürfte dies allerdings kein Kinderspiel werden: Letzten Herbst seien noch mehrere Internetfirmen mit riesigen Beiträgen am Sponsoring interessiert gewesen, weiss Kaiser zu berichten. «Heute ist davon kaum noch etwas zu spüren», berichtet Kaiser.

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